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Energiegeschichten
Arbeit hinter dem Alltag
Da läuft was in Basel: das Wasser unter den Strassen, die Wärme durch die Leitungen und der Strom in Ladestationen. Auf einem sommerlichen Rundgang treffen wir IWB-Mitarbeitende aus drei verschiedenen Teams, die im Hintergrund dafür sorgen, dass die Stadt funktioniert.
Allein sind wir nicht, als wir Philipp Frey um acht Uhr morgens beim Kunstmuseum treffen. Joggerinnen, Velofahrer und Schulklassen sind an diesem Sommertag unterwegs. Und im nahen Rhein holen sich viele Menschen eine Erfrischung, denn es ist schon jetzt warm, und das Thermometer soll noch bis auf 35 Grad ansteigen. Keine Zweifel: In der morgendlichen Rushhour herrscht in Basel viel Betrieb.
Unter uns: die Leitung
Wir hingegen wollen heute diejenigen begleiten, die dafür sorgen, dass in Basel alles läuft – heute wie in Zukunft. Philipp Frey ist einer davon. «Bei praktisch jedem dieser Gebäude war ich schon mal im Keller», sagt er und zeigt auf die Altbauten in der St. Alban-Vorstadt. Auch die Umgebung kennt er bestens, denn mit seiner mobilen 360-Grad-Kamera hat er unzählige mögliche Leitungsführungen sowie potenzielle Hindernisse dokumentiert.
Fernwärme für das Quartier
Frey leitet bei IWB das Team Fernwärmeakquisition. Er berät Eigentümer, Bauherrschaften und Fachplanerinnen, prüft künftige Anschlüsse und informiert Kundinnen und Kunden dort, wo IWB das Fernwärmenetz ausbaut. «Direkt unter uns geht die Leitung durch»: Ein Satz, den er noch einige Male wiederholen wird. Denn wir sind hier in einem der Quartiere, die bereits bestens mit Fernwärme versorgt sind. «Hier haben schon acht von zehn Häusern Fernwärme», sagt Frey.
Hier haben schon acht von zehn Häusern Fernwärme.
Das Netz wächst weiter
In ganz Basel beziehen heute bereits 6500 Liegenschaften Fernwärme. Und das Netz soll weiter wachsen: Bis 2037 baut es IWB kontinuierlich aus, sodass es künftig rund 81 Prozent des Basler Wärmebedarfs abdecken soll.
Entweder zu früh oder zu spät
Nach einem kurzen Rundgang im Quartier stehen wir nun unterhalb der Wettsteinbrücke. Anstelle des Autos oder Trams wählen wir heute ein gemächlicheres Fortbewegungsmittel, um den Rhein zu queren: die Münsterfähre. Diese bietet einen Blick auf den Kamin der Kehrichtverwertungsanlage (KVA). «Sie produziert rund die Hälfte der Basler Fernwärme», erläutert Frey.
Der richtige Zeitpunkt zählt
Ennet dem Rhein führt unser Weg an die Peter-Rot-Strasse im Wettsteinquartier, wo der Ausbau noch in Planung ist. Die Hauptversorgungsleitung ist gebaut, nun gilt es, interessierte Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Eine Herausforderung ist der Zeitfaktor. «Meistens sind wir entweder zu früh oder zu spät», lacht Frey. Denn nur selten erreichen alte Heizgeräte genau dann das Ende ihrer Lebensdauer, wenn auch die Fernwärmeleitung parat ist. «Dank einer vorausschauenden Planung finden wir aber gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden immer eine passende Lösung», sagt er.
Bäume geben den Weg vor
Auch Bäume und Vorplätze interessieren Frey: Sie beeinflussen die Planung der Leitungen. «Ab einem Stammumfang von 90 Zentimetern sind Bäume in Basel grundsätzlich geschützt.» Das heisst für ihn: Die Leitung muss einen anderen Weg finden.
Auch die Uhren ticken pünktlich
Gegen halb elf ist unser erster Rundgang beim Wettsteinplatz zu Ende. Pünktlich, wie die dortige Uhr bestätigt. Dass sie richtig tickt, auch dafür sorgt IWB. Die Uhr am Wettsteinplatz ist eine von 750 Uhren, für deren Betrieb und Instandhaltung das Unternehmen verantwortlich ist. Leider fehlt uns aber heute – ironischerweise – die Zeit, um auch diesem Team über die Schulter zu schauen. Denn wir sind als Nächstes mit Pascal Jermann verabredet, der als Leiter des Entstördienstes die Wasserleitungen instand hält.
Und das erfordert manchmal ungeplante Einsätze – so auch heute. Für die Ortung möglicher Lecks setzt das Team sogenannte Geräuschlogger ein, die im Abstand von 150 Metern voneinander platziert sind. «Einer dieser Geräuschlogger hat heute eine Auffälligkeit gemeldet», erklärt Pascal Jermann. «Mein Team ist bereits vor Ort.» So setzen wir uns mit ihm ins Auto und fahren an die Oberalpstrasse im Bachletten.
Es rauscht unter dem Boden
Dort treffen wir auf seinen Teamkollegen Sandro Borer, der mithilfe eines sogenannten Korrelators die genaue Schadenstelle eruiert. «Meistens dauert das nicht länger als ungefähr 30 Minuten», erklärt Borer. «Der Korrelator berechnet, wo genau zwischen den zwei Geräuschloggern sich das Leck befindet.» Mit einem Messrad fährt er die errechnete Distanz ab, ein Bodenmikrofon dient als zusätzliche Absicherung. Sandro Borer lässt mich reinhören. Tatsächlich: An der mutmasslichen Leckstelle ist ein starkes Rauschen zu hören.
Um das Leck zu beheben, arbeitet das IWB-Team eng mit einem Tiefbauunternehmen zusammen. Dieses wird die Strasse aufreissen, damit Pascal Jermann und sein Team die Leitung reparieren können. «Wir sind natürlich immer ein Verkehrshindernis», sagt Pascal Jermann. Das erfordert eine speditive Arbeitsweise und eine gute Kommunikation mit den Anwohnerinnen und Anwohnern.
Für die Reparatur muss die Wasserversorgung in der Strasse für 30 bis 60 Minuten unterbrochen werden. «Wir bereiten zuerst alles vor, um den Unterbruch so kurz wie möglich zu halten», so Pascal Jermann. «Dabei nehmen wir wenn immer möglich Rücksicht auf die Bedürfnisse der Bewohnenden.» Inzwischen ist kurz vor zwölf – und damit Mittagszeit, in der viele Menschen zum Kochen Wasser brauchen. Darum wartet das IWB-Team zu und wird die Wasserversorgung erst am Nachmittag unterbrechen.
Mittags brauchen viele Menschen Wasser zum Kochen. Wir versuchen wenn immer möglich, die Wasserversorgung nicht gerade zu dieser Zeit zu unterbrechen.
Zwei Laptops, ein Update
Darauf können wir allerdings nicht warten, denn wir haben noch einen dritten Termin. So fährt uns Pascal Jermann zurück nach Kleinbasel, an die Alemannengasse. Dort treffen wir Patrik Wetzel, seinen Kollegen aus dem Team Elektromobilität.
Was Jermanns Team für die Wasserversorgung ist, sind Wetzel und seine Teamkollegen für die Elektromobilität: Sie warten Ladestationen. «Einerseits reinigen und kontrollieren wir die Geräte, andererseits beheben wir entstandene Schäden», sagt Patrik Wetzel. «Bei meinen periodischen Kontrollen führe ich zudem ein Softwareupdate durch.» Dabei braucht er zwei Laptops: Der eine verbindet sich mit der Ladestation, der andere mit dem abgesicherten IWB-Netz. «Sofern keine unvorhergesehenen Fehler auftreten, ist das in fünf Minuten erledigt.»
Ich versuche, eine Ladestation wenn möglich immer dann zu warten, wenn sie gerade nicht benutzt wird.
Das Hirn der Ladestation
Manchmal sind zudem Arbeiten am sogenannten Powerboard nötig, das für die Steuerung der Ladeleistung zuständig ist. Das Controllerboard übernimmt die Steuerung der Ladestation und ist gewissermassen das «Hirn» der Anlage. Gibt es dort etwas zu reparieren, benötigt Patrik Wetzel etwas mehr Zeit. Denn dafür muss er zuerst die Spannung vom Gerät nehmen. Danach gilt es, aus Sicherheitsgründen 15 Minuten zu warten, bis sich dieses vollständig entladen hat.
Frisches Trinkwasser
Wir nutzen die Zwangspause, um kurz eine Strasse weiterzugehen und beim Basiliskenbrunnen am Rhein unsere Flasche aufzufüllen – mit frischem Trinkwasser von IWB. Mit jährlich rund 26 Milliarden Litern Trinkwasser ist IWB die grösste Lebensmittelproduzentin der Stadt. Auch das ist Service public.
Ein Riesentablet für mehr Mobilität
Zurück bei der Ladestation an der Alemannengasse. Patrik Wetzel demontiert für eine kurze Demonstration das Powerboard. «Insgesamt kommt es vielleicht zwei- bis dreimal pro Woche an einer unserer zahlreichen Ladestationen zu einem Schaden», erklärt er. Denn es geht dabei nicht nur um das öffentliche Netz, sondern auch um zahlreiche Ladepunkte in Einstellhallen, Mehrfamilienhäusern oder Unternehmen.
Weiter zur nächsten Ladestation
«Zusammen mit dem Display ist das Powerboard eines der schadensanfälligsten Teile», weiss Wetzel. In diesem Fall ist jedoch alles in Ordnung. So fahren wir mit ihm weiter zur Riehenstrasse, wo eine Ladestation der neusten Generation steht.
Laden ohne Unterbruch
Mit ihrem prominent platzierten Display sieht sie ein wenig aus wie ein zu gross geratenes Tablet. Dank der IWB-App wussten wir bereits im Voraus: Hier lädt gerade ein Auto. «Zwar könnte ich die Wartung auch so durchführen», so Patrik Wetzel. «Normalerweise versuche ich aber, es dann zu machen, wenn die Ladestation gerade nicht benutzt wird.» Denn so muss er die Stromzufuhr nicht unterbrechen.
Nur eines von vielen Teams
Als wir uns von Patrik Wetzel verabschieden, ist es nach 15 Uhr. Die Hitze liegt schwer über der Stadt, und die Trinkflasche ist auch bald wieder leer. Für uns ist heute Feierabend. Wir haben einen Einblick erhalten in die Arbeit dreier IWB-Teams im Dienste der Stadt. Und rufen uns in Erinnerung: Das war nur ein kleiner Ausschnitt. Denn auch für die Brunnenreinigung, die Umrüstung der Beleuchtung auf LED, die Wartung des Glasfasernetzes und vieles mehr sind täglich mehr als 1100 IWB-Mitarbeitende im Einsatz – und tragen so ganz unaufgeregt dazu bei, dass Basel funktioniert.
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