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Integrierte Energielösung

Sind nachhaltige Areale wirtschaftlich?

Ratgeber

Drohnenaufnahme vom Westfeld Areal

Ein nachhaltiges Areal ist ein Quartier, das ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte integriert plant, von der Energieversorgung über die Nutzungsmischung bis zu den Lebenszykluskosten. Solche Areale gelten zunehmend als wirtschaftlich tragfähiges Investitionsmodell. Für Investoren und Bauherrschaften geht es daher nicht mehr um das Ob, sondern um das Wie der wirtschaftlichen Umsetzung von Nachhaltigkeit.

Das Wichtigste in Kürze

Nachhaltige Areale verbinden ökologische Verantwortung mit ökonomischer Tragfähigkeit. Wesentliche Argumente sprechen für ihre Wirtschaftlichkeit:

  • Nachhaltigkeit kann Marktwert und Vermietbarkeit steigern
  • Energie ist zentraler Kosten- und Werthebel
  • Integrierte Energiekonzepte reduzieren CO₂ und Betriebskosten
  • Frühzeitige Planung ist entscheidend für langfristige Effizienz
  • Contracting reduziert Kapitalbindung und Investitionsrisiken

Diese Faktoren wirken zusammen und bestimmen die langfristige Performance eines Areals.

Warum gewinnen nachhaltige Areale wirtschaftlich an Bedeutung?

Studien zeigen eine erhöhte Zahlungsbereitschaft für energieeffiziente Gebäude. Gleichzeitig steigen regulatorische Anforderungen im Bereich Klimaschutz und ESG-Berichterstattung. Nachhaltigkeit wird damit zu einem integralen Bestandteil der Risikobewertung.
Labels wie Minergie-Areal oder SNBS Areal schaffen Transparenz hinsichtlich Energieeffizienz, Betrieb und Umweltwirkung. Sie reduzieren Informationsasymmetrien und erhöhen die Planungssicherheit. Für Investoren bedeutet dies eine bessere Vergleichbarkeit und ein geringeres langfristiges Risiko.

Auch aus Sicht der Projektentwicklung hat Nachhaltigkeit heute eine strategische Bedeutung. Im Whitepaper, das auf einer Marktstudie zu Arealentwicklungen von Wüest Partner AG basiert, erläutert David Mastrogiacomo, Mitglied der Geschäftsleitung von Losinger Marazzi AG:

«Areale verlangen fast zwangsläufig nach nachhaltigen Lösungen. Wer ein solches Projekt plant und entwickelt, braucht eine langfristige Vision und muss sich Überlegungen machen, die zukunftsfähig sind.» Gerade bei grossen Arealentwicklungen mit langen Realisierungszeiträumen wird deutlich: Nachhaltigkeit ist kein kurzfristiges Marketinginstrument, sondern Teil einer langfristigen Wertstrategie.

David Mastrogiacomo

Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Region Nordwestschweiz bei Losinger Marazzi AG

Was wir schaffen, hat in der Regel eine Lebensdauer von 60 Jahren oder
mehr. Schon deshalb haben wir eine Verantwortung, den nächsten
Generationen eine nachhaltige Infrastruktur zu hinterlassen.

Welche Megatrends prägen nachhaltige Areale?

Die wirtschaftliche Relevanz nachhaltiger Areale lässt sich auch im Kontext übergeordneter Entwicklungen verstehen. Mehrere Megatrends beeinflussen die Immobilien- und Stadtentwicklung:

  • Nutzungsverdichtung in urbanen Räumen
  • Nutzungsmischung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit
  • Neue Arbeitsmodelle mit flexibleren Flächenanforderungen
  • Geteilte Infrastruktur und gemeinschaftliche Energienutzung
  • Wachsende ESG-Anforderungen von Investoren und Finanzinstituten

Arealentwicklungen ermöglichen es, diese Trends integriert zu berücksichtigen. Dadurch entstehen robuste Strukturen, die besser auf gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen reagieren können.

Drohnenaufnahme von Westfeld Areal in Basel.
Das Westfeld-Areal in Basel zeigt, wie das Leben in Zukunft aussehen kann.

Energie als Wirtschaftlichkeitsfaktor

Gebäude verursachen rund 40 % des Schweizer Endenergieverbrauchs (Quelle: Bundesamt für Energie). Energie ist damit einer der wichtigsten Kosten- und Emissionsfaktoren im Immobilienbereich.
In nachhaltigen Arealen werden integrierte Energielösungen eingesetzt. Photovoltaik, Wärmepumpen, Speichertechnologien und intelligente Steuerungssysteme werden so kombiniert, dass ein hoher Anteil der Energie lokal erzeugt und genutzt wird. Dies erhöht die Eigenversorgung, reduziert die Abhängigkeit von volatilen Energiemärkten und schafft langfristige Preisstabilität.
Energie ist damit nicht nur eine technische Frage, sondern ein zentraler wirtschaftlicher Hebel.

Illustration einer integrierten Energielösung, die die Kompetenzen von IWB abbildet.
Integrierte Energielösungen bieten Planerinnen und Planern komplette Energiekonzepte, die verschiedene nachhaltige Lösungen zu einem gut abgestimmten und effizienten
System kombinieren.

Lebenszykluskosten statt Baukosten

Bei der Bewertung nachhaltiger Areale reicht der Blick auf die reinen Investitionskosten nicht aus. Entscheidend sind die Lebenszykluskosten – also die Summe aus Bau-, Betriebs-, Instandhaltungs- und Energiekosten über mehrere Jahrzehnte.
Modellrechnungen im Whitepaper zeigen Potenziale von bis zu 75 % CO₂-Reduktion und rund 20 % geringeren Lebenszykluskosten im Vergleich zu konventionellen Szenarien. Nachhaltige Energiekonzepte können sich somit langfristig wirtschaftlich auszahlen, auch wenn die Anfangsinvestition höher ist.

Wie funktioniert Contracting bei nachhaltigen Arealen?

Gerade bei grossen Arealen erfordern Energieanlagen erhebliche Investitionen. Energie-Contracting bietet eine Möglichkeit, diese Investitionen vom Kerngeschäft zu trennen.
Ein externer Partner übernimmt Planung, Finanzierung und Betrieb der Energieanlagen. Für Bauherrschaften und Investoren reduziert dies die Kapitalbindung und schafft Planungssicherheit durch vertraglich definierte Energiepreise. Gleichzeitig bleibt die technische Verantwortung bei einem spezialisierten Betreiber.
Contracting kann damit ein Instrument sein, um Nachhaltigkeit wirtschaftlich umzusetzen, ohne die eigene Bilanz zusätzlich zu belasten.

Praxisbeispiel Westfeld Basel

Auf dem Westfeld-Areal in Basel entstand ein gemischt genutztes Quartier mit integriertem Energiekonzept. Wohnen, Gewerbe und öffentliche Nutzungen wurden kombiniert, ergänzt durch lokale Energieerzeugung und gemeinschaftliche Nutzung.
Die Gesamtinvestition betrug rund 262 Mio. CHF. Das Beispiel zeigt, wie nachhaltige Arealentwicklung konkret umgesetzt werden kann – sowohl technisch als auch wirtschaftlich.

Visualisierung von einer Menschengruppe bei einem gemütlichen Treffen auf dem Areal Westfeld
Das Basler Westfeld-Areal bietet mehreren Hundert Menschen ein klimafreundliches Zuhause

Häufige Fragen

Die Investitionskosten können höher sein. Entscheidend sind jedoch die Lebenszykluskosten. Integrierte Energiekonzepte können über die Nutzungsdauer hinweg zu geringeren Betriebs- und Energiekosten führen.

Ja. Labels wie Minergie oder SNBS schaffen Transparenz bezüglich Energieeffizienz und Nachhaltigkeitsstandards. Dadurch erhöhen sie die Planungssicherheit und reduzieren Informationsrisiken für Investoren.

Whitepaper zu Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Areale

Bild des IWB Whitepaper zu Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Areale

Wer sich vertieft mit der Wirtschaftlichkeit nachhaltiger Areale auseinandersetzen möchte, findet im Whitepaper detaillierte Szenarienrechnungen, Studienergebnisse und Praxisperspektiven.
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