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Menschen & Energie
Maximales Eventerlebnis – minimaler Energieverbrauch
Grosse Events und Messen faszinieren – mit Kunst, Kultur, Wissenschaft oder Fantasy. Hinter den Kulissen sorgt IWB dafür, dass der Energieverbrauch trotz voller Hallen und hoher Anforderungen an Klima und Licht möglichst gering bleibt. Und das bei Veranstaltungen jeder Art: vom beliebten Popkultur-Festival bis zur weltweit grössten Kunstmesse.
Fantasy Basel: Einsparungen dank Zeitsteuerung
Hinter den schillernden Welten und fantastischen Kreationen der Fantasy Basel gibt es ein unsichtbares Element, das die Magie am Laufen hält: Energie. Doch: Wie viel Energie braucht es für ein maximales Erlebnis? IWB-Energieberater Patrick König ging der Sache auf den Grund.
Der Auftrag der MCH Messe Schweiz war klar: die Energieeffizienz des grössten Popkultur-Events der Schweiz zu steigern. Im ersten Schritt wurde im Jahr 2023 der Ist-Zustand erfasst. Dazu wurde das gesamte Messeareal mit Sensoren ausgestattet, die präzise Daten lieferten. Patrick König analysierte jedes Detail in Bezug auf die Belüftungsanlagen und die Raumtemperatur und legte auf dieser Grundlage die Ziele für die Folgejahre fest.
Jahr für Jahr weniger Stromverbrauch
Bereits im Jahr darauf wurde der Energieverbrauch der Belüftungsanlagen durch eine zeitgesteuerte Ausspielung um beachtliche 20 Prozent reduziert. Im Jahr 2025 ging der Bedarf trotz höherer Aussentemperaturen und einer grösseren Veranstaltungsfläche um weitere 12 % (22 300 kWh) zurück.
Für Patrick König ist dieses Projekt eine Herzensangelegenheit: «Als Basler fühle ich mich der Messe eng verbunden und freue mich, die Energieoptimierung begleiten zu dürfen.»
Einsparung
795
Megawattstunden
Bei den optimierten Veranstaltungen im Jahr 2025
Gesamtstromverbrauch
-34.6
Prozent
Vergleich nicht optimierte Referenzveranstaltungen
Art Basel: Hier erzählen Kunst und Daten Geschichten
Die Art Basel versetzt Basel jeweils in einen Ausnahmezustand: Riesige Skulpturen, Installationen und Kunstwerke in allen Grössen und Formen. Wer die Hallen betritt, sollte Zeit und Musse mitbringen.
«Kunst muss gar nichts. Kunst soll nicht erklären, Kunst soll erzählen», so der deutsche Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre. Die Energieberatung der IWB ist in einem ganz anderen Metier zuhause: Die Geschichten, die Sandro Onorati erzählt, basieren auf Daten. Er misst Temperaturen, Luftfeuchtigkeit, CO2-Gehalt und den Stromverbrauch, vergleicht Messdaten und stellt Anlagen optimal ein.
Gestresste Kunstwerke
Ein angenehmes Klima und perfekt ausgeleuchtete Kunstwerke sind auf der Art Basel Hygienefaktoren – erwartet von Publikum, Galerien und Kunstschaffenden gleichermassen. Jonas Scharf, COO der MCH Messe Schweiz (Basel) AG, betont die Bedeutung der Lüftung: «Die Kunstwerke sind durch Transport und Installation gestresst, dazu kommt die hohe Luftfeuchtigkeit im Sommer.» Dennoch will die Messeleitung Einsparpotenziale ausschöpfen – um Kosten zu senken und die Auflagen des Kantons zu erfüllen.
IWB ist unsere Transformationspartnerin, wir haben mit ihr seit vielen Jahren einen Beratungsvertrag für alle Umweltfragen.
Präzise Einstellungen
Um die Luftqualität zu messen, installierte Sandro Onorati unzählige Luftsensoren in den Hallen und holte die Bedürfnisse der Galerien ab: Wann braucht es wo Licht? Wann und wo welche Temperatur? Der Messebetrieb stellte hohe Anforderungen an die Abstimmung der Systeme: «Wir haben die Einstellungen der Gebäudetechnik auf das Programm der Art und die Anzahl der Besucherinnen und Besucher abgestimmt und alles, was nicht benötigt wurde, heruntergefahren», erklärt der Energieberater.
Zum Beispiel war die Temperatur im Foyer Süd (Halle 1 A) mit 21°C zunächst zu niedrig. Durch Abschalten der Heizung und Reduzierung von Lüftung und Kühlung konnte eine angenehme Temperatur von 22 bis 22.5°C bei geringerem Energieverbrauch erzielt werden. Bei kühler Witterung wurde zudem Aussenluft zur Kühlung der Hallen genutzt.
Deutliche Einsparungen
Sandro Onorati hat die Daten des IWB-Energiemonitorings zu Temperatur, Luftfeuchtigkeit und CO2-Gehalt, welche die Sensoren liefern, stets im Blick.
Die Ergebnisse der Art Basel 2025 sind beeindruckend: Im Vergleich zur Ausgabe 2023 wurde der Stromverbrauch um mehr als 31 Prozent reduziert – das entspricht 423 000 kWh. Zusätzlich sank der Fernwärmeverbrauch um 70 Prozent (81 000 kWh). Zusammen entsprechen diese Einsparungen dem jährlichen Energieverbrauch von rund 120 Schweizer Einfamilienhäusern.
Einsparung
423
Megawattstunden
während der Art Basel
Gesamtstromverbrauch
-31
Prozent
Im Vergleich zur Ausgabe 2023
Die Zahlen zeigen: Wer konsequent optimiert, kann auch bei wachsenden Veranstaltungen den Energieverbrauch Jahr für Jahr senken.
Steigende Auflagen an Messe und Veranstalter
Die Anforderungen an energieeffiziente Veranstaltungen steigen branchenweit. Jonas Scharf erklärt: «Die Art Basel hat ein umweltbewusstes Publikum, aber auch bei anderen internationalen Veranstaltern steigen die Anforderungen enorm, weil sie in ihren Reportings Umweltzertifizierungen ausweisen müssen.»
Veranstalterinnen und Veranstalter sind also zunehmend gefordert, Nachhaltigkeit messbar zu machen. Das gilt gleichermassen für Fachmessen wie die Ilmac Basel oder Publikumsmessen wie die Fantasy Basel. Besonders deutlich zeigt sich das Potenzial bei spezialisierten Fachmessen: Bei der HOLZ sank der Stromverbrauch um 45,4 % (133 900 kWh) – die stärkste prozentuale Reduktion aller optimierten Veranstaltungen.
Zudem ist die Messe Basel als Grossverbraucherin aufgrund des kantonalen Energiegesetzes verpflichtet, den Energieverbrauch aus dem Netz innerhalb von 10 Jahren zu reduzieren. Die Messe Basel rüstet daher ihre Infrastruktur mit Hochdruck nach. Zusammen mit IWB wurden zahlreiche Massnahmen evaluiert und umgesetzt: Betriebsoptimierungen, Sanierung der Beleuchtung, Einbau von Trennwänden in den Hallen sowie der Ausbau der Photovoltaikanlage. Ein neues unterirdisches Parkhaus mit vollständiger E-Mobilitätsinfrastruktur ist bereits in Planung.
Datengestützt zu weiteren Einsparungen
Was über alle Events hinweg gilt, bringt Sandro Onorati auf den Punkt: «Wir generieren relevante Daten, um bei der nächsten Veranstaltung erneut an den richtigen Stellschrauben drehen zu können.» Anlagen mit intelligenter, sensorbasierter Steuerung werden den Betrieb in Zukunft noch effizienter und wartungsärmer machen.
Wichtig sei vor allem, Bewusstsein zu schaffen: Was braucht es wirklich? Worauf kann man verzichten? Diese Fragen stellt IWB bei jedem Event – und findet, Sensor für Sensor, datengestützte Antworten.
«Eindeutigkeit ist das Ende von Kunst», sagt Benjamin von Stuckrad-Barre. «Eindeutige Daten sind der Anfang für weitere Einsparungen», sagt Sandro Onorati und lächelt verschmitzt.
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