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Klimadreh
Magazin

IWB erklärt

Windstrom wird unverzichtbar

Windpark Méautis-Auvers
Windpark Méautis-Auvers (Fotos Pascal Semlitsch und Julian Salinas)

Windenergie gewinnt weltweit an Bedeutung. Doch was zeichnet diese Art der Stromerzeugung aus? Clea Hamm, Asset Managerin Erneuerbare Energien bei IWB, ordnet ein und erklärt die wichtigsten Fakten.

Welche Vorteile hat Windenergie?

Windenergie ist sauber, zu 100 Prozent erneuerbar und unverzichtbar für die Abkehr von fossilen Energieträgern und somit die Bekämpfung des Klimawandels. Auf geringer Fläche lässt sich mit relativ bescheidenem Materialaufwand sehr viel Energie erzeugen. Es ist zudem eine sehr flächeneffiziente Form der Energieerzeugung und diversifiziert den Schweizer Strommix: Wind ergänzt Solarenergie und Wasserkraft ideal, weil er unabhängig ist von Sonnenschein und Niederschlag.

Wie viel Winterstrom erzeugt Wind?

70 Prozent des Windstroms fallen im Winter an – genau dann, wenn wir ihn am dringendsten brauchen. Windenergie ist damit perfekt komplementär zur Solarenergie: Die höchste Produktion der Solarenergie erfolgt über die Sommermonate, die Windenergie hat ihre grösste Produktion hingegen am Anfang und am Ende des Jahres, also im Winter.

Wie gefährlich sind Windkraftanlagen für Vögel?

Vögel können durch Windkraftanlagen sterben. Die Klimakrise stellt jedoch eine viel grössere Bedrohung der Artenvielfalt dar. Es ist zudem schwer zu messen, wie viele Tiere durch Windräder oder andere Gefahrenquellen wie zum Beispiel Strassenverkehr, Strommasten oder die Landwirtschaft sterben. Klar ist: Der Ausbau der Windenergie erfordert eine sorgfältige Abwägung aller Umweltaspekte. Durch den Einsatz technischer Detektionssysteme, intelligenter Abschaltalgorithmen sowie präzise Raum- und Standortplanungen lassen sich Kollisionen und Lebensraumverluste stark minimieren.

Clea Hamm, Asset Managerin Erneuerbare Energien bei IWB.
Antworten gibt Clea Hamm, Asset Managerin Erneuerbare Energien IWB.

Investiert IWB in Windenergie?

Wind wird immer wichtiger. Neben dem Windpark Juvent im Jura ist IWB an 17 Windparks in Deutschland und Frankreich beteiligt, mit insgesamt etwa 200 Megawatt Leistung. Das entspricht etwa der doppelten Leistung des Kraftwerks Birsfelden am Rhein.

Welche Abfälle erzeugt Windenergie?

Windkraftanlagen sind auf eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten ausgelegt und zu 90 Prozent recycelbar. Sie bestehen hauptsächlich aus Stahl und etwas Kupfer. Die massiven Betonfundamente können nach der Demontage alter Anlagen oft im Wege- oder Fundamentbau oder als Rohstoff für Recyclingbeton weiterverwendet werden. Nach dem Rückbau lassen sich am Standort neue, leistungsfähigere Windkraft­anlagen errichten.

Windpark Méautis-Auvers
Der Windpark Méautis-Auvers in der Normandie gehört zu 100 Prozent IWB. Im Durchschnitt produzieren die vier Windenergieanlagen 12 GWh Strom - etwas so viel, wie 3000 Vierpersonenhausalte im Jahr verbrauchen.

Was passiert mit den Turbinenblättern am Ende der Nutzung?

Sie lassen sich in einem mechanischen Verfahren zu Füllmaterialien für die Baubranche oder in einem thermischen Verfahren zu Ersatzbrennstoffen weiterverarbeiten. Zudem sind in den vergangenen Jahren auch chemische Verfahren entwickelt worden, mit denen sich die Turbinenblätter wieder in neuwertige, flüssige Chemierohstoffe sowie Glas- oder Kohlefasern zerlegen lassen.

Wo hat Wind in der Schweiz Potenzial?

Die Schweiz ist nicht Dänemark. Aber auch hier gibt es gute Standorte, etwa auf den Jurahöhen, in den Alpen oder in der Romandie. Gerade im Winter, wenn der Strombedarf besonders hoch ist, produzieren Windkraftanlagen besonders viel Energie. Das passt perfekt zusammen.

Mehr über die Kraftwerke von IWB

IWB produziert den Strom in einem breit diversifizierten Kraftwerkspark in Basel sowie in der Schweiz und Europa. Hauptsächlich sind das Wasserkraftwerke in den Alpen, aber auch Wind-, Solar- und Biogasanlagen. Weitere Informationen finden Sie hier: iwb.ch/kraftwerke