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Klimadreh
Magazin

Energiegeschichten

Nachhaltige Wärme fürs Wohlbefinden

Luftaufnahme des sole Uno, auf dem Dach die Solaranlage.
Fotos: zur Verfügung gestellt sole uno

Wellness ist eine Auszeit vom Alltag. Doch hinter der Erholung steht ein Betrieb, der täglich viel Energie aufwendet. Hinter den Kulissen arbeiten die Verantwortlichen an nachhaltigen Lösungen.

Im warmen Wasser treiben, in der Sauna den Kopf frei schwitzen oder bei einer Massage Ruhe finden: Wellness ist Balsam für Körper und Geist. Wer im 36 Grad warmen Wasser entspannt, denkt selten darüber nach, was es braucht, damit alles zuverlässig funktioniert.

Für Sven Malinowski ist das hingegen beruflicher Alltag. «Die Energiekosten sind einer der grossen Kostenträger in unserem Betrieb», sagt der Geschäftsführer des sole uno in Rheinfelden. «Uns ist es ein Anliegen, diese so effizient wie möglich zu optimieren.»

Eines der meistbesuchten Schweizer Thermalbäder

Mit 500 000 Besuchenden pro Jahr zählt das sole uno zu den meistbesuchten Thermalbädern der Schweiz. Dabei bietet es auf einer Gesamtfläche von 15 500 Quadratmetern alles für ein umfassendes Wellnesserlebnis: Mit grosszügigen Bade- und Saunalandschaften, verschiedenen Massageangeboten sowie einer umfassenden Gastronomie deckt es die unterschiedlichsten Bedürfnisse ab. 

Luftaufnahme des sole Uno, auf dem Dach die Solaranlage.
Wellness und Energie lassen sich nicht auf eine einzelne ­Lösung reduzieren, sondern sind das Zusammenspiel ­verschiedener Massnahmen. Einen Beitrag leistet unter anderem die neue PV-Anlage, die rund zehn Prozent des gesamten Strombedarfs deckt.

Nachhaltigkeit als Teil des Angebots

Dementsprechend hoch ist der Energiebedarf: Pro Jahr verbraucht der Betrieb 5500 MWh Wärme und 2600 MWh Strom. Das entspricht dem Jahresstromverbrauch von rund 520 Schweizer Haushalten. Gerade deshalb stellt sich die Frage: Wie lässt sich ein Wellnessbetrieb, der naturgemäss viel Energie benötigt, möglichst nachhaltig führen? «Indem wir Nachhaltigkeit nicht zusätzlich, sondern als festen Bestandteil des Wellnesserlebnisses denken», antwortet Malinowski. «Betriebswirtschaftlich hat man dann Erfolg, wenn es gelingt, ein attraktives Gesamtangebot bereitzustellen. Wenn also die Menschen sich wohlfühlen und gleichzeitig Ressourcen so schonend wie möglich eingesetzt werden.»

Sparen durch Technik und durch Kreisläufe

Ein wichtiger Hebel, um Ressourcen zu schonen, ist die Herkunft der Energie. Einen grossen Teil des Wärmebedarfs deckt der Betrieb über Fernwärme – im Wesentlichen aus einem Mix aus Holzschnitzelverbrennung und Abwärme aus der Salzförderung in der Saline Riburg in Rheinfelden. «So nutzen wir Wärme, die ohnehin anfällt», sagt Sven Malinowski.

Neben der Energiequelle zählt aber auch jede eingesparte Kilowattstunde. Das sole uno setzt deshalb auf verschiedene Massnahmen, um den Verbrauch zu reduzieren. So nutzt es Abwärme unter anderem von Duschwasser und aus Abluft. Zudem helfen moderne Aufbereitungstechniken, Badewasser teilweise wiederzuverwenden und dadurch Wasser zu sparen. Dazu tragen auch Wasserstoppsysteme in Duschen und WCs bei. «Am Ende geht es darum, Kreisläufe zu schliessen: Wärme und Wasser sollen nicht einfach verloren gehen, sondern möglichst oft im System bleiben und mehrfach genutzt werden», so Malinowski.

Porträt von Sven Malinowski, Geschäftsführer sole uno

Sven Malinowski

Geschäftsführer sole uno

Wärme und Wasser sollen nicht verloren gehen, sondern mehrfach genutzt werden.

Eigenstrom aus Photovoltaik

Ein weiterer Schritt ist die eigene Stromproduktion: Gemeinsam mit IWB und Planeco hat das sole uno eine neue Photovoltaikanlage installiert, die rund zehn Prozent des Strombedarfs deckt. «Dank des professionellen Projektmanagements – vom Angebot bis zur Realisierung – konnten wir unsere erneuerbaren Energien unkompliziert erweitern. Damit sinkt der Anteil an extern bezogenem Strom, und der Betrieb wird ein Stück nachhaltiger», sagt Sven Malinowski. Auch unterstützt das sole uno als öffentlicher Betrieb die Elektromobilität: Im Parkhaus stehen Ladestationen für Personenwagen zur Verfügung.

Die Verantwortung tragen alle

Doch Nachhaltigkeit endet nicht bei der Technik. Auch das Verhalten der Besuchenden spielt eine Rolle. Bis Ende Dezember 2025 bot das sole uno einen Gratis-Handtuchservice an. Doch der Kundenservice hatte auch eine Kehrseite: «Der durchschnittliche Verbrauch von rund vier Tüchern pro Gast führte zu einem sehr hohen Wäscheaufkommen, das beträchtliche Ressourcen beansprucht», erklärt Malinowski.

Heute werden die Gäste gebeten, ihre eigenen Tücher mitzubringen. Mit der Umstellung wird sich der Verbrauch der Textilien deutlich, um mindestens 50 Prozent, reduzieren. Das sind rund eine Million Bade- und Saunatücher weniger pro Jahr. «Wir als öffentlicher Betrieb sind uns der Verantwortung bewusst, deshalb hinterfragen wir unsere Abläufe regelmässig», sagt der Geschäftsführer. Denn nachhaltiges Handeln passiert auf verschiedenen Ebenen. «Wir sind überzeugt: Wenn Kundschaft und Betrieb zusammenspannen, ist Wellnessen auch in Zukunft eine Auszeit mit möglichst leichtem Fussabdruck.»