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Das Projekt

Biohof Waldenstein: Wie Jugendliche Verantwortung lernen

Lea Zaugg bearbeitet zusammen mit einer Schülerin einen Baum.
Auf dem Biohof packen die Schülerinnen und Schülerinnen an. «So wird Verantwortung konkret», sagt die Biobäuerin Lea Zaugg (links im Bild). Fotos: Timo Orubolo

Auf dem Biohof Waldenstein entdecken Jugendliche mit Migrationshintergrund Nachhaltigkeit durchs Anpacken. Dabei lernen sie nicht nur die Natur besser kennen, sondern sammeln Erfahrung für den Einstieg ins Berufsleben.

Nachhaltigkeit aktiv erleben, statt nur darüber zu reden: Das tun 32 Schülerinnen und Schüler des Zentrums für Brückenangebote (ZBA) auf dem Biohof Waldenstein im Solothurner Jura. Einmal in der Woche werden sie hier von Biobäuerin Lea Zaugg und ihrem Partner Stefan Schneitter empfangen. 

In Projektgruppen versorgen die Jugendlichen Tiere, bauen Gemüse und Früchte an, verarbeiten die Ernte zu Produkten, werkeln oder stellen Naturkosmetika her. Ziel des praktischen Tages, der den Schulalltag ergänzt: Nachhaltigkeit ist nicht bloss Theorie, sondern eine praktische Erfahrung. «Im Zentrum steht das Kreislaufdenken», erklärt Lea Zaugg, die das Projekt ins Leben gerufen hat. «Wir nehmen etwas aus der Natur, verwerten es und schauen zugleich, dass es der Natur gut geht.»

Lea Zaugg am Jugendliche unterrichten
Das Projekt wirkt über den Hof hinaus. Es bereitet die Jugendlichen, von denen viele aus Konfliktländern gekommen sind, auf den Berufseinstieg vor.

Nachhaltigkeit und Verantwortung werden konkret

Der Ansatz, der Praxis und Nachhaltigkeit zusammenbringt, habe eine grössere Wirkung auf die jungen Menschen, als wenn sie Nachhaltigkeit nur theoretisch erlernen würden, sagt die Initiantin. «Sie spüren klar die Folgen ihres Handelns. Wenn etwas gelingt, ist Freude gross. Aber es gibt auch Konsequenzen: Ohne Wasser geht das Gemüse kaputt. Hat die Jurte Spalten, muss nachgebessert werden. So werden Nachhaltigkeit und Verantwortung konkret.»

Solide Grundlage für das Berufsleben

Doch das Projekt wirkt über den Hof hinaus. Es bereitet die Jugendlichen, von denen viele aus Konfliktländern gekommen sind, auf den Berufseinstieg vor. So etwa beim Bau der gemeinsamen Jurte: Ein syrischer Jugendlicher wurde so sicher im Umgang mit Werkzeug, dass er später beim Schnuppern als Montageelektriker überzeugte.

Eine Jugendliche und Lea Zaugg führen Waldarbeiten aus.
Nachhaltigkeit aktiv erleben, statt nur darüber zu reden: Das tun 32 Schülerinnen und Schüler des Zentrums für Brückenangebote (ZBA) auf dem Biohof Waldenstein.

«Viele der Jugendlichen haben grosse Träume. Sie wollen Ärzte oder Architektinnen werden», weiss Lea Zaugg. «Wir wollen ihnen aber realisitsche Berufsbilder aufzeigen. Ob in der Küche, in der Pflege, im Handwerk oder bei der Arbeit mit Tieren, all diese Jobs haben schöne Seite und können erreicht werden.»

Entscheidend für die Jugendlichen sei, dass sie zuerst eine solide Grundlage haben, auf der sie Erfolge feiern und auf der sie später aufbauen können. Dann würden ihnen die Türen offen stehen. Lea Zaugg: «In der Schweiz haben sie zum Glück die Möglichkeit, sich vielseitig weiterzubilden.»

Engagement von IWB

IWB fördert im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsengagements Projekte, die unter anderem für das Klima, den Naturschutz und durch Aufklärungs- und Bildungsangebote Gutes bewirken. Der Biohof Waldenstein ist eines dieser Projekte.

 

iwb.ch/projektfoerderung