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Solarstrom teilen

Was ist ein virtueller ZEV (vZEV)?

Ratgeber

Was ist ein virtueller ZEV (vZEV)

Seit 2025 kann in der Schweiz Solarstrom über mehrere Gebäude ohne physische Verbindung geteilt werden. Das müssen Sie über den virtuellen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) wissen.

Virtueller ZEV kurz erklärt

  • Ein virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) ermöglicht es, Solarstrom über mehrere Gebäude hinweg gemeinsam zu nutzen – ohne direkte physische Verbindung zwischen den Liegenschaften.
  • Der lokal produzierte Strom wird über das öffentliche Stromnetz verteilt und anteilig von den Teilnehmenden genutzt.
  • Im Unterschied zum klassischen ZEV sind für einen vZEV keine zusätzlichen privaten Stromleitungen zwischen den Gebäuden notwendig.
  • Durch die gemeinsame Nutzung von Solarstrom kann der Eigenverbrauch erhöht und der Bezug von Netzstrom reduziert werden.

Ein virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) ist ein Eigenverbrauchsmodell, welches die gemeinsame Nutzung von Solarstrom in einem oder über mehrere Gebäude hinweg ermöglicht – ohne privat finanzierte Messinfrastruktur oder privat finanzierte, physische Verbindungen zwischen Gebäuden. Stattdessen wird die öffentliche Infrastruktur des Netzbetreibers genutzt.

Dabei gelten grundsätzlich dieselben rechtlichen Rahmenbedingungen wie im klassischen ZEV, welcher bereits seit 2018 möglich ist. Im Wesentlichen ermöglicht auch ein vZEV den vollen, bisherigen Strompreis einzusparen und mit intern verkauften Solarstrom zu ersetzen. Kann mal kein Solarstrom bezogen werden, wird weiterhin Reststrom vom Netzbetreiber geliefert.

Wie funktioniert ein vZEV?

Solarstrom wird produziert, über das bestehende Stromnetz verteilt und von den Teilnehmenden genutzt. Reicht die Produktion nicht aus, wird automatisch Strom aus dem Netz bezogen.

  1. Stromproduktion durch Solaranlage
  2. Verteilung über das öffentliche Netz
  3. Anteilige Nutzung durch Teilnehmende

Unterschied zwischen ZEV und vZEV

Der wichtigste Unterschied liegt in der Infrastruktur. Ein klassischer ZEV benötigt Eigeninvestitonen in private Messinfrastruktur und physische Verbindungen beteiligter Gebäude. Ein vZEV nutzt die öffentliche Infrastruktur und ist dadurch flexibler und günstiger in der initialen Gründungsphase. Dennoch sollte geprüft werden, ob eine Wirtschaftlichkeit über die gesamte Lebenszeit der Solaranlage gegeben ist.

Vorteile

  • Tiefere Umbaukosten: Weiternutzung der Messinfrastruktur des Netzbetreibers.
  • Flexibel bei Teilnahme: Einzelne Parteien, welche nicht teilnehmen wollen, müssen nicht aufwendig physisch vom Zusammenschluss getrennt werden.
  • Flexibel für mehrere Gebäude in der Nachbarschaft: Gebäudeübergreifende, gemeinsame Nutzung von Solarstrom, wenn gemeinsame Anschlussleitung vorhanden ist.
  • Eigenverbrauch einfacher erhöhen: Wenn eine gemeinsame Anschlussleitung vorhanden ist, lässt sich der Eigenverbrauch erhöhen.

Für wen eignet sich ein vZEV?

Grundsätzlich eignet sich ein virtueller ZEV eher in bestehenden Liegenschaften, bei denen kein grösserer Umbau geplant ist. Weiterhin kommt es darauf an, ob nur die reine Abrechnung oder weitere Dienstleistungen benötigt werden wie z.B. Live-Daten des Verbrauchs.

Für bestehende Liegenschaften mit bereits länger vorhandener Solaranlage kann ein vZEV die Möglichkeit sein, den Eigenverbrauch zu steigern und zusätzlich Solarstrom an die unmittelbare Umgebung zu verkaufen.

Häufige Fragen

Ein virtueller Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (vZEV) ermöglicht die gemeinsame Nutzung von Solarstrom über das öffentliche Stromnetz hinweg.

Ein ZEV basiert auf einer physischen Verbindung innerhalb eines Gebäudes, während der vZEV das öffentliche Netz nutzt und dadurch flexibler ist.

Nein, in der Regel wird die bestehende Infrastruktur des Netzbetreibers genutzt.

Die technische Machbarkeit wird durch den Netzbetreiber geprüft.

Ein vZEV muss beim Energieversorger angemeldet werden. Die Anmeldung erfolgt über ein entsprechendes Formular und wird innerhalb der gesetzlichen Fristen geprüft.

Quellen