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Energiegeschichten
Es wird leiser auf Liestals Strassen
Auf den Strecken der Autobus AG fahren ab sofort mehr Elektrobusse. Bis Ende März werden insgesamt zehn neue E-Busse auf den Linien des Baselbieter ÖV-Anbieters unterwegs sein. Damit ist ein Viertel der Flotte elektrisch. IWB baut und betreibt die dafür nötige Ladeinfrastruktur, schon ausgelegt für den weiteren Ausbau.
Am Bahnhofplatz in Liestal fällt zuerst auf, was fehlt. Kein Dröhnen beim Anfahren, kein Vibrieren, trotzdem kommt der öffentliche Bus zügig vom Fleck. Einer der neuen E-Busse der Autobus AG Liestal rollt über den Platz, als wäre das schon immer so gewesen. Für Fahrgäste und die Menschen, die hier wohnen, bedeutet das vor allem eins: weniger Lärm. Für den Busbetreiber ist die Umstellung auf mehr E-Busse in der Flotte ein Stresstest unter Vollbelastung.
Elektrifizierung ist machbar
Die Autobus AG Liestal betreibt den öffentlichen Verkehr auf neun Linien, die ländlichere Gebiete im oberen Baselbiet mit Zentren wie Liestal, Pratteln oder Basel verbinden. Mehr als 50 Busse legen pro Jahr etwa 36 Millionen Kilometer zurück. Roman Stingelin, Geschäftsführer der Autobus AG bringt es auf den Punkt: «Uns ist bewusst, dass der Verkehr einen grossen Teil der CO2-Ausstösse ausmacht. Weil das aber unser tägliches Geschäft ist, können nicht einfach weniger fahren. Aber wir können es umweltbewusster tun.»
Wir können nicht einfach weniger fahren. Aber wir können es umweltbewusster tun.
Darum testet die Autobus AG den Einsatz von E-Bussen schon seit 2021: Reichweite, Ladefenster, Routine. Jetzt folgt der nächste Schritt: Seit Anfang März fahren auf den Linien zusätzliche Elektrobusse. Insgesamt sind es zwölf, wenn Ende März alle in Betrieb sind. Damit ist rund ein Viertel der Flotte elektrisch.
Unsere Lösungen
Der Fahrplan bleibt Chef
Eins ist klar: Auch E-Busse müssen jeden Tag bereitstehen. Früh, pünktlich und zuverlässig. Die Umstellung kam für Stingelin also nur in Frage, wenn die Busse zuverlässig geladen werden können. Dafür musste das Depot aufgerüstet werden. Von Oktober bis Anfang Februar hat IWB in vier Monaten die nötige Ladeinfrastruktur aufgebaut. Die Umstellung wurde bei laufendem Betrieb umgesetzt. Da müssen Fahrzeuge, Depot, Stromversorgung, Prozesse und Personal jederzeit ineinandergreifen.
Fünf gelbe Kästen, 28 Stecker und ein Depot, das weiterläuft
Optisch fällt die Veränderung kaum auf. «Die gelben Kästen hier, das sind die neuen Ladeeinheiten, übrigens extra in unserem typischen Autobus-Gelb gehalten. So fährt hoffentlich keiner rein.», sagt der Geschäftsführer. Die fünf Leistungseinheiten, DC-Gleichrichter, bilden das Herz der neuen Infrastruktur. Dazu kommen 28 Ladepunkte mit Steckern vom Typ bricco&charge. «Das war für uns die sinnvollere Lösung als Pantografen, da es von der Ladeleistung für unseren Bedarf ausreicht.», erklärt Stingelin.
Das Angebot von IWB hat überzeugt: Guter Preis, gute Geräte und viel Erfahrung. Uns hätte nichts Besseres passieren können.
Für den Alltag im Depotbetrieb zählt auch die Platzfrage. Busse manövrieren eng, stehen auch mittig in der Halle, Schichten wechseln. Deshalb sitzt nur ein Teil der Ladepunkte an der Wand. Im hinteren Teil der Halle hängen sie unter dem Dach. Zum Laden zieht man den Stecker einfach runter. «Diese Lösung ist ideal für uns. So steht unten nichts im Weg herum, wenn wir mit den Bussen manövrieren müssen», sagt der Geschäftsführer.
Den Ladestatus stets im Blick
Für Stingelin war vor allem wichtig, eine Partnerin mit viel Know-how zur Seite zu haben. «Das Angebot von IWB hat überzeugt: Guter Preis, gute Geräte und viel Erfahrung. Uns hätte nichts Besseres passieren können.» Auch die Tatsachte, dass die eingesetzten Ladestationen einen hohen Qualitätsanspruch haben und aus der Schweiz kommen, war für Stingelin ausschlaggebend.
Weitere Beiträge zu E-Mobilität
Neben Installation, Inbetriebnahme und Konfiguration übernimmt IWB auch Betrieb und Unterhalt der Ladeinfrastruktur, inklusive einem 24/7-Pikettdienst. Mit der passenden Software hat IWB stets im Blick, welcher Bus wann geladen wird und kann jederzeit eingreifen. «Einen solchen Pikett selbst zu stemmen, wäre für uns viel zu aufwändig.», erklärt Stingelin. Beim DC-Laden reicht in der Regel ein Ladevorgang pro Bus und Tag. Die Busse laden dann, wenn sie nicht fahren: in der Nacht oder in Schichtpausen.
Der Unterschied entsteht im Alltag
Wer schon einmal im E-Bus unterwegs war, kennt es: sie beschleunigen schneller. Das Fahren im Elektrobus fühlt sich anders an und will gelernt sein. Jahrelang galt, dass ein Fahrzeug rollt, wenn man das Gaspedal loslässt. Da muss man hinter dem Steuer umdenken. Darum wurden alle 130 Chauffeurinnen und Chauffeure zusätzlich geschult. «Wir hören vor allem, wie viel Spass es macht, mit den E-Bussen zu fahren. Und natürlich, dass sie viel leiser sind.» Für Fahrgäste heisst das: weniger Lärm im Fahrzeug, weniger Dröhnen beim Beschleunigen. Das freut auch die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der Strecke.
Heute leiser, morgen mehr
Die E-Bus-Flotte soll weiterwachsen. Im Depot könnten aktuell schon 28 E-Busse geladen werden. Laut Stingelin kommen nun drei bis vier Busse pro Jahr dazu. Ersetzt wird ein Bus erst dann, wenn er sowieso das Ende seiner Lebensdauer bei der Autobus AG erreicht hat. Die ausrangierten Busse kommen dort zu einem zweiten Einsatz, wo es Sinn macht. Das Ziel ist gesetzt: Bis 2036 soll die gesamte Flotte elektrifiziert sein.
Der Geschäftsführer zieht ein positives Fazit: «Wir sind wirklich sehr zufrieden mit dem ganzen Projekt.» Der Zeitplan hielt, Test und Schulung hatten Platz, und der Depotbetrieb lief jederzeit weiter. Am Bahnhofplatz merkt man davon nur das Ergebnis. Der Bus kommt. Er fährt. Er ist leiser. Und weil im Depot die Infrastruktur stimmt, wird das Schritt für Schritt zur neuen Normalität.
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