Kontakt

Hauptsitz IWB
Margarethenstrasse 40, 4002 Basel
Tel.: +41 61 275 51 11
E-Mail: info@iwb.ch

 

IWB CityCenter
Steinenvorstadt 14, 4051 Basel
Mittwoch bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag von 10:00 bis 15:00 Uhr

FAQ Pflanzenkohle

Pflanzenkohle Grüngut 890 x 496
Hier finden Sie die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema Pflanzenkohle und zum Bau der Pflanzenkohleanlage.

Wie viel Energie braucht die Pflanzenkohleanlage zum Betrieb? Welche Energiequelle wird zum Betrieb genutzt?

Die Anlage in Kleinhüningen produziert ca. 1500 MWh Fernwärme im Jahr. Sie braucht lediglich 25 MWh Gas pro Jahr für Startvorgänge. Dabei wird die kalte Anlage auf Betriebstemperatur aufgeheizt. Anschliessend läuft die Anlage nur mit dem angelieferten Holz.

Was macht IWB mit der Pflanzenkohle?

Wir werden die Pflanzenkohle insbesondere an die Landwirtschaft (Fütterung, Stalleinstreu, Mist-/Kompostzusatz) und Gärtnereien (Kompostzusatz, Baumsubstrate, Bodenzusatz) verkaufen. Weitere Anwendungen werden aktuell geprüft wie z.B. eine Kleinabsackung für Haushalte.

Bei der Holzpyrolyse entsteht doch CO2. Wie kann die Wärme klimaneutral oder gar klimapositiv sein?

Im Gegensatz zu einer Holzfeuerung bleibt mehr als die Hälfte des im Holz gebundenen CO2 als Kohle erhalten. Wird die Kohle in den Boden eingebracht, verbleibt das CO2 mit der Kohle im Boden, da Kohle im Gegensatz zu Holz über Jahrhunderte nicht verrottet. Weil Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, wird das übrige ausgestossene CO2 vom nächsten Baum oder Strauch wiederaufgenommen. Unter dem Strich wird auf diese Weise der Atmosphäre CO2 entzogen. 
Eine Gesamtökobilanz der Pilotanlage vom Holzschnitt über Grauenergie der Anlange bis zum Transport zeigt, dass Treibgasemissionen der Kohleherstellung nur 15% der in der Kohle gebundenen CO2-Äquivalente ausmachen. Die entstehenden Treibhausgasemissionen der Kohleherstellung bewegen sich in der gleichen Grössenordnung, wie bei einer Kompostierung derselben Menge Landschaftspflegeholz (mit dem Unterschied, dass sich die Kohle im Gegensatz zu Kompost nicht weiter zersetzt).

Gibt es bezüglich der Qualität der Pflanzenkohle keine Risiken?

Wir sind daran interessiert, dass die Kohlequalität möglichst hoch ist und werden nach dem Standard für Pflanzenkohle, European Biochar Certificate (EBC), produzieren. Dies beinhaltet die laufende Rückstellung von Proben und erlaubt erst dann den Verkauf an die Landwirtschaft. Somit können wir jederzeit und lückenlos die Qualität unserer Pflanzenkohle belegen. Wir stehen in Kontakt mit dem Bundesamt für Landwirtschaft und dem FiBL (Forschungsinstitut für biologische Landwirtschaft; mehrjährige Feldversuche laufen bereits). 
Die Düngerverordnung erlaubt Pflanzenkohle als Zuschlagstoff und darf nach den gesetzlichen Vorgaben verwendet werden (konventionelle und biologische Landwirtschaft).
 

Widerspricht die Verwendung von Holz für die Pyrolyse nicht der nachhaltigen Nutzung? Kann Holz nicht sinnvoller eingesetzt werden?

Wann immer möglich soll Holz langfristig für bauliche Zwecke verwendet werden und so eine Kohlenstoffsenke darstellen. Landschaftspflegeholz oder der Feinanteil von Waldenergieholz ist jedoch ungeeignet für bauliche Zwecke und unerwünscht für die konventionelle Holzfeuerungen (aufgrund von Problemen bei der Fördertechnik und einem hohen Ascheanteil). 
Zusätzlich kommt es durch die Klimaerwärmung vermehrt zu einem Überangebot an Waldholz (insbesondere Buchen), wovon ein Teil als Energieholz anfällt, anstatt zu verrotten. In diesem Kontext ist die Holzverwendung für klimapositive Pflanzenkohleanlagen sinnvoll.
 

Ist Pflanzenkohle für die Böden in der Schweiz geeignet, respektive bringt sie einen Nutzen?

Ja, Pflanzenkohle nutzt dem Boden hinsichtlich der Wasser-/Nährstoffhaltefähigkeit, als Strukturgeber und im weitesten Sinne zum Humusaufbau. 
Aber natürlich erwartet man nicht denselben hohen Nutzen wie bei den ausgewaschenen, humusarmen Böden im Amazonas, wo prähistorische Völker Pflanzenkohlekomposte einsetzten. Durch Pflanzenkohle wird in sehr armen Böden wie im Amazonas die Kationenaustauschkapazität (KAK) erhöht, die für den Nährstoffhaushalt der Pflanze wichtig ist. In unseren lokalen, jungen Tonböden mit höherem Humusgehalt ist dieser Effekt allerdings nur gering.

Aus welchem Grund engagiert sich die IWB für eine Energielösung mit Pflanzenkohle?

IWB sieht sich in den Themenfeldern erneuerbare Energien und Dekarbonisierung in einer Leader Rolle. Wenn sich neue, zukunftsweisende Themen eröffnen, helfen wir gerne mit, diese Technologien zu unterstützen. Vor allem wenn Ökologie und Ökonomie wie in diesem Fall so gut zusammenpassen. 

Welche strategische Bedeutung haben Pflanzenkohleanlagen für IWB?

Die Pyrolyse von Holz ist ein weiterer Mosaikstein auf unserem langfristigen Weg zur Dekarbonisierung unserer Energieversorgung. Dabei gilt es nicht nur eine Technologie anzuwenden, sondern alle sinnvollen System und Lösungen. Ein wichtiger Pluspunkt der Pyrolyse mit Pflanzenkohle ist die negative CO2 Bilanz, die auch ein langfristiger Schritt in Richtung «Netto-Null» Treibgasemissionen ist.

Plant IWB weitere Pflanzenkohleanlagen?

Durch die Erfahrung die wir mit der eigenen Pyrolyse-Anlage machen werden, können wir uns gut vorstellen, dieses Know-how auch in weiteren Projekten umzusetzen.

Haben Sie Fragen? Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Kontakt Pflanzenkohle,

pflanzenkohle@iwb.ch
+41 61 275 51 51