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Raus mit der Kohle!

Was wäre, wenn bei der Energieproduktion nicht nur kein CO2 aus­gestossen, sondern gar der Luft entzogen würde? Kein Hirngespinst, sondern eine Idee von IWB-Mitarbeitern, die schon bald Realität werden soll.

Text: Paul Drzimalla

Warum hatte daran noch niemand gedacht? Mehrmals hat sich Philipp Vögelin das gefragt, als er seine Idee entwickelt hat: eine Anlage, die aus Biomasse Wärme gewinnt und dabei CO2 dauerhaft der Atmosphäre entzieht. Nun soll diese Anlage gebaut werden – von IWB, Vögelins Arbeitgeberin. Als erstes Energieversorgungsunternehmen der Schweiz würde IWB mit dieser Technik bei der Energieproduktion nicht nur CO2-Emissionen vermeiden, sondern ins Negative kehren. Kein Wunder, sondern bekannte Technik, neu angewendet.

 

Inspiriert von Wein und Kaffee

Das Prinzip dahinter nennt sich Pyrolyse: Ein Stoff, in diesem Fall Biomasse wie zum Beispiel Grünschnitt, wird bei hoher Temperatur entgast. Da dies unter Ausschluss von Sauerstoff geschieht, verbrennt der Stoff nicht vollständig, sondern bleibt als Kohle erhalten. Beim Prozess, den IWB einführen will, entsteht so Pflanzenkohle. Diese hat einen Nutzen; wird sie ins Erdreich eingebracht, steigt die Fruchtbarkeit des Bodens, Lebensraum für Mikroorganismen entsteht. Vor allem aber: Der Kohlenstoff, den die Pflanzen aus der Atmosphäre entzogen haben, bleibt langfristig im Boden gebunden. Negative Emissionen also.

Die Idee für die Anlage ist Philipp Vögelin, der bei IWB im Bereich Strategie und Innovation tätig ist, bei der Suche nach nachhaltig produzierten Produkten gekommen. Dabei ist er auf Naturwein gestossen, dessen Winzer den Boden mit Pflanzenkohle aufbessert. Oder Kaffee, den äthiopische Kleinbauern im Bergwald sammeln und die Schälreste, statt sie zu verbrennen, im Pyrolyseverfahren verkohlen und wieder dem Wald zuführen. Auch landwirtschaftliche Betriebe in Europa setzen das Pyrolyseverfahren ein. Doch sie alle haben ein Problem: Wohin mit der Wärme, die beim Prozess zwangsläufig entsteht? Ein Problem, das elegant lösen kann, wer zum Beispiel ein Fernwärmenetz betreibt – wie IWB.

 

Von der Idee zum Pilot zum Modell

Gemeinsam mit seinem Kollegen Dominik Born stellt Vögelin die Idee auf der internen Innovationsplattform von IWB vor. Im Unternehmen finden sie Rückhalt. Zusammen mit dem Engineering-Team wird eine Anlage entwickelt. Bald wird klar: Die Anlage ist zwar in dieser Form noch nicht realisiert worden, doch sie ist machbar. Und sie soll nach Basel kommen. Nach einer aufwendigen Standortsuche wird auch klar wohin: auf das IWB-Areal in Kleinhüningen, das heute als Materiallager dient. Dort soll die Biomasse angeliefert, getrocknet und verkohlt, die Wärme ins Fernwärme-
netz eingespeist und die Kohle an interessierte Betriebe weitergeliefert werden.

Bereits ab Winter 2020/2021 soll die Pilotanlage jährlich rund 2.7 Gigawattstunden Wärme einspeisen. Dabei entstehen 570 Tonnen Pflanzenkohle pro Jahr – das sind rund 1500 Tonnen CO2, die der Atmosphäre entzogen und langfristig gebunden werden. Ein Gewinn für alle, auch für die Region Basel. Für die Pflanzenkohle hat IWB bereits verschiedene Abnehmer aus der Region gefunden. Auch das Holz stammt aus der Region. Und Philipp Vögelins Idee soll wachsen. Sollte die Pilotanlage wie geplant funktionieren, erwägt IWB weitere zu erstellen, die das Basler Fernwärmenetz oder lokale Wärmeverbünde mit Energie versorgen. Und dabei als Energieversorgerin Klimaschutz mit Mehrwert zu betreiben. Höchste Zeit, dass jemand darauf gekommen ist.

Aufgabe: das Bestmögliche

Wie die Welt morgen aussieht, wird durch uns bestimmt. Daraus entsteht Verantwortung, die jeder wahrnehmen muss. IWB tut dies mit einer klaren Nachhaltigkeitsstrategie.

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