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Energie macht Schule

Energie, natürliche Ressourcen, Nachhaltigkeit – alles ernste Themen. Dass sich auch Kinder dafür begeistern lassen, zeigt ein Besuch in der Primarschule Frenkendorf.

Text: Paul Drzimalla; Fotos: Christian Aeberhard

 

Die Klasse sitzt verschwitzt im Kreis. Einige atmen schwer, andere fächern sich Luft zu. Und die Kinder suchen nach einem Wort. «Glüh …, wie heisst das?», fragt ein Schüler. Der Kursleiter hilft: «Glühbirne.» Eben noch haben die Kinder auf einem Ergometer verschiedene Lampen zum Leuchten gebracht. Erschöpft, aber auch belebt, erzählen sie, was sie überrascht hat. Dass eben moderne Leuchtmittel wie LED und LCC viel weniger Strom verbrauchen als eine «… wie heisst sie schon wieder?». «Glühbirne!» – ein Begriff aus einer alten Welt, derjenigen der Erwachsenen.

 

Aktueller denn je

An der Primarschule Frenkendorf sind Klima-­Energie-Erlebnistage. In verschiedenen Modulen sollen die Kinder die Facetten der Energie kennenlernen und erfahren, wie Energie und Klima zusammenhängen. Die Lernmodule führt das ­Ökozentrum durch, Schulen buchen sie. In Frenkendorf ist es eine engagierte Gruppe von Lehrern, die mit ihren Klassen den Klimawandel thematisieren wollen. Einer von ihnen ist Mischa Veith. «Das Thema Klimawandel ist aktueller denn je. Uns war es wichtig, das Thema sauber aufzugleisen», begründet er die Zusammenarbeit.

«Prinzipiell ist kein Thema zu komplex für Primarschüler.»

Mischa Veith, Lehrer Primarschule Frenkendorf

Wie misst man Energie? Leticia (9) beim Experiment.

Die 5b sitzt schon im Kreis. Im ersten Modul geht es um graue Energie von Lebensmitteln. Der Modulleiter hält zwei Bilder hoch, auf beiden ein Korb Erdbeeren. «Wer von euch isst gerne Erdbeeren?» «Ich!», rufen alle im Chor. Die einen würden im Sommer in der Schweiz geerntet, die vom Ausland im Winter, erklärt der Leiter. Für die Schweizer ­Erdbeeren brauche man so viel Erdöl, sagt er und zeigt auf einen Behälter, auf dessen Boden sich der Schleier einer braunen Flüssigkeit abzeichnet. «Für die anderen so viel.» Der zweite Behälter ist randvoll. «Die kaufen wir eh nicht.» In der anderen Ecke des Kreises hält sich Leticia die Hand vor den Mund und grinst. Anna, ihre Nachbarin kichert. Woher der Unterschied komme, möchte der Leiter wissen. Und erklärt: der Anbau, der Transport, die Energie, das Erdöl, der Treibhauseffekt. Einige Kinder rutschen auf ihren Stühlen hin und her.

 

Komplexität – Aktivität

«Gut. Gehen wir einkaufen!», fordert der Kursleiter die Kinder auf. Er kann gerade noch die Regeln durchgeben, bevor alles laut durcheinanderrennt. Zwei Gruppen sollen sich die ausgelegten Warenattrappen nach Lust und Laune aussuchen, die anderen zwei so, dass ihrer Meinung nach die enthaltene Energie möglichst gering ist. Ausgewertet wird an einer Kasse mit Strichcodescanner. «Zu komplex ist für Primarschüler prinzipiell kein ­Thema», meint Mischa Veith, während die ersten um den Scanner streiten, «auch nicht der Klimawandel.» Man müsse das Thema kindgerecht aufbereiten. Das bedeute vor allem Aktivität. Nebenan diskutieren Anna und Leticia lauthals mit Klassenkamerad Dominik. «Wir nehmen Chips!» «Nein, Schokolade!» Sie sind in der Lust-und-­Laune-Gruppe.

«Kinder müssen sich noch nicht so viele Gedanken über morgen machen. Und das ist gut so.»

Mischa Veith, Lehrer Primarschule Frenkendorf

Im Anschluss wird verglichen. Die ­Kinder lesen ihre Kassenzettel vor, auf denen Zahlen stehen: das CO2-Äquivalent der Produkte und wie weit man mit einem Auto bei gleichen Emissionen fahren könnte. Während der Modulleiter spricht, ­wedeln sich Dominik und sein Nachbar den Zettel ins Gesicht. Die Klassenkameraden versuchen, ­ruhig zu sein. Bei einigen glaubt man, ihnen beim Nachdenken zusehen zu können, andere scheinen auf den Pausengong zu warten. Dann kommt der Gong, und die Ruhe ist vorbei.

 

An morgen denken

«Kinder in diesem Alter leben im Hier und Jetzt», erklärt Mischa Veith, während die Schüler nach aussen strömen. «Sie müssen sich noch nicht so viele Gedanken über das Morgen machen, und das ist gut so.» Und doch sei es wichtig, ihnen früh zu zeigen, was es mit Klima und Energie auf sich habe. «Ihnen zu sagen: Schaut her, das ist eure Erde.» Draussen ist die Pause fast zu Ende, die letzten Kinder rennen zurück in die Schulräume. Jetzt nimmt die zweite Modulleiterin die Klasse in Empfang. Kurz lernen die Kinder die verschiedenen Energieträger kennen, dann folgen sie ihr auf den Pausenplatz, wo runde, silberne Metallplatten aufgereiht liegen. «Das ist unser Energiepfad», erklärt sie, während sich die Kinder entlang der Reihe aufstellen. Die Kursleiterin stellt Fragen, und für jedes Ja wird ein Plättchen umgedreht. «Hast du in den letzten 24 Stunden Strom verbraucht?»

Die Plättchen klimpern. «Bist du dieses Jahr in die Ferien geflogen? Isst du Fleisch? Hast du ein Smartphone?» Bald sind fast alle Plättchen umgedreht, nur wenige bleiben silbern. Die restlichen zeigen eine rote oder grüne Rückseite.

 

Seilziehen und der Energiemix

«Schaut zurück», sagt die Kursleiterin. «Das ist die Energie, die ihr im Alltag braucht.» Die wenigen grünen Plättchen stünden für erneuerbare, die roten für nicht erneuerbare Energieträger. Auch wenn sie es nicht wissen: Vor den Kindern liegt der Schweizer Energiemix. «In Zukunft möchten wir mehr von den grünen Plättchen haben, einverstanden?» «Ja!», rufen Anna und Leticia, den nächsten Posten längst im Blick. Zwei Solarpanels, da­neben eine Seilwinde, die an einem Betonpfeiler befestigt ist. Die Kinder sollen Seil ziehen gegen die Winde, die von den Solarpanels angetrieben wird. Dominik steht zuvorderst und wirft sich gegen das Seil. Die beiden Mädchen weiter hinten. «Iih! Du schwitzt.» Ein Klassenkamerad rutscht aus, steht wieder auf, andere probieren, die Panels zu beschatten und so zu siegen.

«Die Kinder sind in einem Übergangsalter», meint Mischa Veith. «Sie lassen sich einfach begeistern – noch.» Nein, manipulieren könne man sie nicht. Aber zum Nachdenken anregen. Natürlich erreiche man nicht alle. «Aber wenn bei ein paar Kindern etwas hängen bleibt, dann bin ich glücklich.» Die Kinder haben den Posten beendet. Was sie ­erstaunt hat, will die Leiterin wissen. «Dass die Sonne so viel Kraft hat», meint Dominik. Die an­deren Kinder nicken. Dann diskutieren sie noch etwas, einige angestrengt, die meisten sichtlich erschöpft. Irgendwann geht der Gong und der Schultag endet. Die Kinder verabschieden sich und die Ersten rennen über den Pausenplatz davon, andere schlendern. Unter ihren Füssen klimpern die grünen und die roten Plättchen. Die Energierealität von heute, die Erwachsenenwelt.

Verstehen muss nicht schwer sein: Anna (9) und das CO2.

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