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Wärme im Wandel

Dank der Versorgung mit erneuerbarem Strom ist die Energie-
wende in Basel bereits weit fortgeschritten. Nun steht der nächste grosse Schritt bevor: der Umbau der Wärmeversorgung.

Text: Paul Drzimalla

 

Wie die Zukunft aussieht, weiss niemand genau. Doch für Basel lässt sich eines beinahe mit Sicherheit sagen: Die Stadt wird sich erneuern, in ihrer Energieversorgung ganz bestimmt. Im Jahr 2050, oft als Fluchtpunkt für die Zukunft genannt, soll Basel mehrheitlich ohne fossile Energieträger auskommen. Doch von Anfang an.

Im Mai 2017 hat die Schweizer Stimmbevölkerung die Energiestrategie 2050 angenommen. Im Herbst desselben Jahres ist im Kanton Basel-Stadt das neue Energiegesetz in Kraft getreten. Das Ziel in beiden Fällen: erneuerbare Energien ausbauen, um den Ausstoss von CO2 zu mindern, Dekarbonisierung also. Die Basler Gesetzgebung geht diesbezüglich weiter als alle anderen in der Schweiz: So sind neue Öl- und Gasheizungen nur noch in Ausnahmefällen zugelassen.

Strategie: Dekarbonisierung Dekarbonisierung gehört auch zur IWB-Strategie. «Wir haben unseren CO2-Ausstoss gegenüber 1990 schon um über 40 Prozent reduziert», sagt Arthur Janssen, Leiter Strategie & Innovation bei IWB. «Doch wir müssen noch weiter gehen.» Er hat die Aufgabe, Lösungen zu finden, die im gesetzlichen und wirtschaftlichen Kontext funktionieren. Da sei auf der einen Seite ein Gesetz, das erneuerbare Wärmequellen als Ersatz für Heizungen am Ende ihrer Lebensdauer fordert. Und auf der anderen Seite ein künftig sinkender Wärmebedarf und ein Rückgang des Gasverbrauchs. Der Zielkonflikt sei absehbar: Parallele Fernwärme- und Gasnetze sind in Basel künftig nicht mehr sinnvoll, so Janssen. Als Folge der demokratisch beschlossenen Dekarbonisierung plant IWB darum ab 2030 die teil- und schrittweise Stilllegung des Gasnetzes im Kanton Basel-Stadt. «Gleichzeitig haben wir uns gefragt: Wie wollen wir die Menschen in Basel mit Wärme versorgen, sodass wir unsere Klimaziele einhalten und der Komfort für alle unverändert bleibt?» Die kurze Antwort: vernetzt und dezentral.

 

Vernetzt und dezentral

Eine Schlüsselfunktion in der Basler Wärmeversorgung von morgen wird das Fernwärmenetz spielen. Schritt für Schritt wird es modernisiert und für seine Aufgabe vorbereitet. Die sichtbarsten Projekte sind das Holzkraftwerk II, das dieses Jahr erstmals Wärme ins Netz liefert. Oder der Speicher Dolder, der in Zukunft Fernwärme für Spitzenlasten zwischenspeichert und so den Einsatz von Erdgas reduziert. Nicht sichtbar, aber auch zentral ist die geplante Temperaturabsenkung des Fernwärmenetzes von 170 auf 120 Grad. So wird das Fernwärmenetz effizienter und ökonomisch ausbaubar – bereit, das dichte innerstädtische Gebiet flächendeckend mit ökologischer Wärme zu versorgen. Wegen der zurückgehenden Wärmebedarfsdichte ist jedoch ein Anschluss an die Fernwärme nicht immer wirtschaftlich möglich; dann bietet IWB andere Lösungen.

«Wie wollen wir die Menschen mit Wärme versorgen und
Klima und Komfort erhalten?»

Arthur Janssen, Leiter Strategie & Innovation, IWB

Etwa lokale Wärme verbünde, die IWB planen, erstellen und betreiben kann – in Basel und darüber hinaus. Welche Energieträger zum Einsatz kommen, will IWB zusammen mit den Kunden und unter Betrachtung der jeweiligen Rahmenbedingungen entscheiden. Dabei spielen auch die im Entwurf des Energierichtplans bezeichneten «Entwicklungsgebiete» eine Rolle. Schon heute gibt es in Basel Quartiere, die sich grösstenteils selber mit erneuerbarer Wärme versorgen. Etwa der Wärmeverbund Riehen, dessen Herzstück eine Geothermieanlage ist. Im Winter ist er jedoch zusätzlich mit Fernwärme aus dem Netz von IWB versorgt. «An solchen Beispielen sehen wir: Die Transformation ist möglich», meint Arthur Janssen. In Zukunft sollen viele solche Wärmeverbünde entstehen.

 

Planungssicherheit und Chancen

So viel zur Zukunft. Doch wie ist der Weg dahin, wie der Fahrplan? «Das Jahr 2050 wird immer wieder genannt, auch in der Politik», meint Arthur Janssen. «Wir gehen davon aus, dass die Wärmewende in Basel vorher vollzogen ist.» Er betont aber auch, dass dabei alle Kunden miteinbezogen werden. «Wir unterstützen die Kunden dabei, die energiepolitischen Vorgaben des Kantons zu erfüllen.» Schliesslich wird sich die Basler Wärmewende in Bauprojekten niederschlagen. Wann und wo entscheidet sich in den nächsten Monaten. Im Juli hat der Regierungsrat die Vernehmlassung zur kantonalen Energierichtplanung  gestartet. Ist diese beschlossen, kann IWB den Umbau der Wärmeversorgung verbindlich planen. «Um den Jahreswechsel herum wissen wir, welche Rahmenbedingungen der Energierichtplan für Basel-­Stadt vorgeben wird. Damit haben wir die Grundlage, uns und Basel für die Zukunft zu rüsten», so Arthur Janssen. Ziel sei es, jedem Kunden im Kanton Basel-Stadt sagen zu können, welche Möglichkeiten der Wärmeversorgung er in zehn Jahren haben wird.

«Die Wärmetransformation ist eine grosse Chance», resümiert Arthur Janssen. Hauseigentümer erhielten eine Chance, ihre Gebäude zu erneuern und attraktiv zu halten. Und beim Entwickeln und Umsetzen der technischen Lösungen sei auch das Gewerbe gefragt. «Wir alle haben die spannende Aufgabe vor uns, das Energiesystem umzugestalten.» Er hoffe, dass das, was in Basel geschehe, auch in anderen Regionen registriert werde.

«Wir haben die spannende Aufgabe, das Energiesystem umzugestalten.»

Arthur Janssen, Leiter Strategie & Innovation, IWB

Informationen zum Energierichtplan:

Wärmeversorgung ausserhalb Basel-Stadt

IWB betreibt nicht nur im Kanton Basel-Stadt ein Gasnetz. Insgesamt 29 Gemeinden werden von IWB mit Gas versorgt. Sie sind von der baselstädtischen Gesetzgebung nicht direkt betroffen. Auch, weil die politischen Voraussetzungen in den betreffenden Kantonen – Aargau, Basel-Landschaft und Solothurn – sehr unterschiedlich sind. Die planerische Verantwortung liegt bei den Gemeinden. IWB steht mit ihnen im Gespräch und klärt ab, wo das Gasnetz erneuert wird und wo es durch Wärmeverbünde ersetzt werden kann. Grundsätzlich gilt: IWB ist für die Sicherstellung und für den Umbau der Wärmeversorgung ein innovativer und verlässlicher Partner.

Tiefere Temperaturen im Fernwärmenetz von IWB

IWB modernisiert in den nächsten Jahren das Basler Fernwärmenetz und macht es fit für die Zukunft. Die umweltfreundliche und effiziente Wärmeversorgung wird durch eine Temperaturabsenkung noch klimafreundlicher. Weitere Infos