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Welche Heizung ist die richtige?

Mit einem Anschluss an die Fernwärme sind die Anforderungen des neuen Basler Energiegesetzes erfüllt. Darüber hinaus gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Anforderungen des Gesetzes zu erfüllen.

Text: Stefanie Probst; Grafik: Nuran Reber

Das neue kantonale Energiegesetz schreibt unter anderem vor, dass defekte Öl- und Gasheizungen durch Heizsysteme ersetzt werden müssen, die erneuerbare Energien nutzen. Eine Alternative ist der Anschluss an das Fernwärmenetz von IWB oder in Riehen an den Wärmeverbund Riehen. Anschlüsse sind überall dort möglich, wo bereits Leitungen in den Strassen liegen. Ausserhalb dieses Gebietes kommen zum Beispiel Wärmepumpen, automatische Holzfeuerungen oder Effizienzmassnahmen in Betracht. Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer sollten sich rechtzeitig vor einem anstehenden Heizungsersatz beim kantonalen Amt für Umwelt und Energie (AUE) oder IWB über die rechtlichen Anforderungen informieren. IWB unterstützt und berät sie zudem bei der Wahl einer nachhaltigen Lösung. IWB steht als direkter Ansprechpartner zur Verfügung.
 

Müssen sämtliche Besitzerinnen und Besitzer von Öl- und Gasheizungen sofort auf erneuerbare Heizsysteme umsteigen?

AUE: Nein. Öl- und Gasheizungen müssen erst nach Ablauf ihrer Lebensdauer durch ein erneuerbares Heizsystem ersetzt werden.
Ist die Öl- oder Gasheizung älter als 15 Jahre, muss ein GEAK Plus (siehe Seiten 22/23) erstellt werden. Das AUE meldet sich schriftlich bei den Besitzerinnen und Besitzern und weist auf die GEAK-Plus-Pflicht hin.
 

Unter welchen Bedingungen kann ich meine defekte fossile Heizung wie- der durch eine Öl- oder Gasheizung ersetzen?

AUE: Eine fossil betriebene Heizung kann nur dann 1:1 ersetzt werden, wenn technische Gründe oder sehr hohe Mehrkosten gegen ein erneuerbares System sprechen. Der 1:1-Ersatz einer Öl- oder Gasheizung muss dem AUE gemeldet werden und ist mit ergänzenden Massnahmen verbunden. Stimmt das AUE dem Vorhaben zu, müssen zusätzliche Massnahmen getroffen werden, um den Anteil fossiler Energie am massgebenden Heizenergiebedarf um 20 Prozent zu senken.
 

Inwiefern kann die Fernwärme zur Umsetzung des neuen Energiegesetzes genutzt werden?

IWB: Alternativ zur privaten Heizanlage erlaubt das Gesetz Wärme aus einem Fernwärmenetz mit mindestens 20 Prozent Anteil an erneuerbarer Produktion. Dies erfüllt die Fernwärme von IWB mit einem Anteil von 63 Prozent Energieproduktion aus CO2-neutralen Quellen. Der Hauptanteil stammt aus der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) sowie aus dem Holzkraftwerk.
 

Wie erhalten Kundinnen und Kunden einen Anschluss an das Fernwärmenetz?

IWB: Wir empfehlen, für einen Heizungsersatz eine Vorlaufzeit von 12–24 Monaten einzuplanen. Es besteht die Möglichkeit, einen vorsorglichen Anschluss realisieren zu lassen. Dies hat den Vorteil, dass eine Umstellung in kurzer Zeit erfolgen kann. Zudem können Investitionen gestaffelt werden. Kundinnen und Kunden können ihre Anfrage prüfen lassen.
 

Wann werden die restlichen Gebiete mit Fernwärme erschlossen?

IWB: Für die Verdichtung und Erweiterung des IWB Fernwärmenetzes sind hohe Investitionen notwendig. Die strategische Planung wird daher in enger Abstimmung mit der Eigentümerin, dem Kanton Basel-Stadt, vorgenommen. Die Grundlage wird dabei der kantonale Energierichtplan sein, den das AUE derzeit erarbeitet.
 

Welche Angebote können IWB Kundinnen und Kunden ausserhalb der mit Fernwärme erschlossenen Gebiete nutzen?

IWB: Folgende erneuerbare Heizsysteme kommen als Ersatz für fossile Heizsysteme infrage: Wärmepumpen (alle Typen), automatische Holzfeuerungen (Schnitzel, Pellets) und Abwärme (sofern sie nicht aus fossilen Prozessen stammt).
 

Wie sehen die Jahreskosten im Vergleich der verschiedenen Heizsysteme unter Berücksichtigung von Förderbeiträgen und der technischen Machbarkeit aus?

IWB: Die höheren Anschaffungskosten umweltfreundlicher Heizsysteme werden
durch Förderbeiträge des Kantons häufig kompensiert. Der Einsatz eines solchen Heizsystems kann dadurch zusätzlich zu den tieferen Energie- und Servicekosten attraktiver werden. Die Jahreskosten verschiedener Heizsysteme prüft IWB im Einzelfall.
 

Was muss ich bei einem reinen Boilerersatz beachten?

AUE: Der Neu- oder Wiedereinbau von zentralen, rein elektrisch beheizten Wassererwärmern ist nicht gestattet. Bei deren Ersatz in bestehenden Gebäuden muss das Warmwasser zu mindestens 50 Prozent mit erneuerbarer Energie erzeugt werden. Auskunft über zulässige Systeme erteilen die Energieberater von IWB.
 

Was geschieht in einer Notsituation, wenn das Heizsystem kurzfristig ersetzt werden muss?

AUE: Dann kann wie anhin eine Notheizung eingesetzt werden. Unter bestimmten Bedingungen, z.B. wenn die Bewilligung einer erneuerbaren Alternative zu viel Zeit in Anspruch nimmt, kann die Notsituation als technisches Hindernis für den Einbau einer erneuerbaren Lösung angeführt werden.
 

Stichwort Denkmalschutz: Darf in der Schonzone eine Aussendämmung angebracht werden? Und in der Schutzzone?

AUE: Baurechtliche Themen müssen mit
der Stadtbildkommission beziehungsweise der Denkmalpflege jeweils objektbezogen abgeklärt werden. Das AUE kann auf Gesuch hin Erleichterungen der Anforderungen an den winterlichen Wärmeschutz gewähren. So zum Beispiel, falls das Erscheinungsbild von denkmalpflegerisch schützenswerten Gebäuden übermässig beeinträchtigt würde.