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Die vernetzte Stadt

Ob selbst fahrende Autos, elektronisch gesteuerte Mülltonnen oder Apps, die zu freien Parkplätzen lotsen – was wie Science-Fiction klingt, ist mancherorts bereits Realität. Dank dem Verein Smart Regio Basel soll diese digitale Neuzeit auch am Rheinknie ankommen.

Text: Güvengül Köz Brown; Bilder: Christian Aeberhard 

Immer mehr Menschen leben in Städten. Dieser weltweite Trend wird sich künftig weiter beschleunigen und kaum ohne Konsequenzen bleiben. Denn: Mehr Menschen auf engem Raum bedeuten mehr Ressourcenverbrauch und einen Ausbau bestehender Infrastrukturen – insbesondere die Bereiche Energie und Verkehr werden kommende Generationen vor Herausforderungen stellen. «Damit Städte lebenswert bleiben, brauchen wir zuverlässige und ressourcenschonende Technologien. Sie sollen die Lebensqualität der Bevölkerung steigern und zugleich unsere wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit erhöhen», sagt Dr. Claus Schmidt zur Bedeutung des Themas. Der promovierte Physiker ist Mitglied der Geschäftsleitung von IWB und verweist damit auf das vielversprechende Konzept der sogenannten «Smart Cities». Darunter versteht man intelligente Lösungen, die städtische Infrastrukturen und Menschen digital miteinander vernetzen. Beispiel Parkplatz-Apps: Mit Sensoren ausgestattete öffentliche Parkplätze zeigen in einer Smartphone App an, ob sie belegt oder frei sind. Vergleichbare Cloud-Lösungen lotsen die Autos sogar ohne Umwege zum Ziel. Die zeit- und nervenraubende Parkplatzsuche und der damit verbundene Verkehr gehören so der Vergangenheit an.

 

Gebündelte Kraft

«Wir können uns der Digitalisierung nicht entziehen. Wenn wir jetzt nicht handeln, verpassen wir die Chance, das enorme Wertschöpfungspotenzial für die Region zu nutzen», mahnt Schmidt. Neue Entwicklungen aktiv mitzugestalten, zähle zu den Stärken von IWB. Dass IWB im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem Gewerbeverband Basel-Stadt den Verein Smart Regio Basel ins Leben gerufen hat, verdeutlicht dies. «Unser erklärtes Ziel ist es, die digitale Vernetzung massgeblich voranzutreiben, sodass wir zur führenden Schweizer Smart City aufsteigen», wagt Schmidt als Vorstandsmitglied des Vereins einen Blick in die Zukunft. Das wolle man nicht durch eigene App-Entwicklungen oder Projektfinanzierung erreichen, «sondern indem wir die wichtigsten regionalen Player an einen Tisch bringen und sie bei der Ausarbeitung und Umsetzung solcher Vorhaben begleiten». Das Unternehmen ist für diese Netzwerker-Rolle prädestiniert, zählen doch die gesamte baselstädtische Bevölkerung sowie alle im Kanton ansässigen Firmen und Organisationen zu seinen Kunden. Zudem verfügt es schon heute über eine qualitativ hochstehende Energie- und Netzwerkinfrastruktur, die der Entwicklung einer digitalen Stadt weitestgehend entgegenkommt. Dennoch übt sich Schmidt in Bescheidenheit: «IWB und Gewerbeverband können Basel nicht im Alleingang smart machen. Die treibende Kraft dahinter sind die Mitglieder, die an die Vision des Vereins glauben.» Zu diesen zählen bereits die Schweizerische Post, die WIR Bank, Pro Innerstadt, das Amt für Umwelt und Energie Basel-Stadt und viele mehr. Auch für die wissenschaftliche Begleitung konnte mit der ETH Lausanne eine renommierte Partnerin gefunden werden. Darüber hinaus steht der Verein in engem Austausch mit der Basler Start-up-Szene, «denn dort ist das Innovationspotenzial, das Unternehmen für die Weiterentwicklung ihrer Dienstleistungen nutzen können». Selbst wenn Smart Cities gesellschaftliche und umwelttechnische Verbesserungen mit sich bringen, Fakt bleibt: Ohne personenbezogene Daten können vernetzte Städte nicht umgesetzt werden. Entsprechend hoch sind die Anforderungen an den Datenschutz. Dessen ist sich IWB bewusst. «Wir fühlen uns verpflichtet, den Schutz der Privatsphäre unserer Kundschaft auch künftig aufrechtzuerhalten.» Zudem biete die lokale Verankerung mehr Sicherheit als anonyme ausländische Cloud-Anbieter, versichert Schmidt.

 

Pilotprojekte in der Pipeline

An der ersten öffentlichen Veranstaltung seit Gründung des Vereins wurden Anfang April gleich zwei vielversprechende Pilotprojekte vorgestellt. Neben einer Smart-Parking-Applikation könnten in Basel schon bald auch unterirdische Müllcontainer getestet werden, die automatisch Signale senden, wenn sie geleert werden müssen. Die digitale Zukunft Basels ist eingeläutet. Man muss kein Hellseher sein, um zu ahnen, dass sie vernetzt sein wird.

«Die Zeichen der Zeit wurden früh erkannt»

Christoph Eymann, Präsident von Smart Regio Basel, erläutert die Ziele des Vereins.

energie&wasser: An wen richtet sich der Verein Smart Regio Basel?

Christoph Eymann: Der Verein Smart Regio Basel hat ein breites Zielpublikum. Es ist wohl einfacher, zu beschreiben, wer den Verein und seine Dienstleistungen unter Umständen etwas weniger braucht: Das sind jene Unternehmen und Einzelpersonen, die sich mit der Digitalisierung und den Möglichkeiten, die sie bietet, bereits sehr intensiv auseinandergesetzt haben und vielleicht auch schon Geschäftsmodelle auf dieser Basis entwickelt und umgesetzt haben. Die breite Bevölkerung und viele Gewerbebetriebe sind aber noch nicht so weit. Denen möchten wir helfen. Es geht darum, die Folgen einer Entwicklung, die nicht zu verhindern ist und die unser Leben beeinflussen wird, zu zeigen und auf die Chancen aufmerksam zu machen.

Wie sind die Rahmenbedingungen für die Digitalisierung in Basel?

Die Rahmenbedingungen in Basel und der Region sind gut. Sie dürfen aber nicht eingeengt werden. Es braucht den Dialog mit der Politik, welche für den gesetzlichen Rahmen verantwortlich ist. Das ist auch eine Aufgabe unseres Vereins.

Welche Rolle hat IWB im Verein Smart Regio Basel übernommen?

IWB hat erfreulicherweise zusammen mit dem Gewerbeverband Basel-Stadt den Verein gegründet. Diese Initiative ist vorbildlich für ein Unternehmen, das unter der ausgezeichneten Leitung von David Thiel und seinem Team die Zeichen der Zeit früh erkannt hat und aktiv geworden ist. Es ist legitim und auch aus der Sicht des Kantons Basel-Stadt sehr zu begrüssen, dass IWB nach neuen Geschäftsfeldern Ausschau hält, mit denen in Zukunft auch Geld verdient werden kann.

Was für Projekte will der Verein vorantreiben, gibt es Beispiele aus anderen Städten?

Wir können nicht alle Projekte aufzählen, die umgesetzt werden sollen. Dies, weil wir die meisten noch gar nicht kennen. Unsere Aufgabe besteht darin, vorhandene Ideen gemeinsam weiterzuverfolgen, neue zu entwickeln und den Wissensstand der Bevölkerung und der Unternehmen zu erhöhen. Ein sehr interessantes Projekt haben Ärzte an uns herangetragen: Um die Überlebenschancen nach einem Herznotfall zu erhöhen, kann mittels einer App angezeigt werden, wo der nächste Defibrillator ist – und wo es die Leute gibt, die ihn bedienen können. Aber auch neue Lösungen zugunsten des Detailhandels, des Gastgewerbes und des Baugewerbes sollen geprüft werden.

Wie kann die Bevölkerung daran teilhaben?

Wir möchten die Bevölkerung regelmässig informieren. Die verschiedenen Interessengruppen der Wirtschaft werden vom Gewerbeverband Basel-Stadt angegangen. Denkbar ist auch, zusammen mit Spezialisten Informationen und Kurse für die breite Bevölkerung anzubieten. Wir befinden uns zurzeit in der Phase der Definition des Aufgabenportfolios.

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