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Mit 120 Grad Celsius durchs Fernwärmenetz

In der Stadt Basel und angrenzenden Gebieten setzen über 45 000 Haushalte und Unternehmen auf Fernwärme von IWB. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, bereitet IWB eine Temperaturabsenkung des Fernwärmenetzes vor – davon profitieren sowohl IWB als auch die Kunden.

Text: Carine Legio-Egli und Matthias Gerth; Bild: Gianni Groppello

Im Quartier Gundeli befindet sich einer der Abstiege zum unterirdisch verlaufenden Basler Fernwärmenetz. Hier verläuft ein Leitungstunnel mit grossen Fernwärmerohren. Über 230 Kilometer lang ist das Leitungsnetz der Basler Fernwärme. Nur etwa 15 Kilometer davon befinden sich aber in begehbaren Leitungstunneln. Die übrigen 215 Kilometer sind kleinere Rohre, die der Feinverteilung in den Quartieren dienen.

Wasser unter Hochdruck

Wie auch im Trinkwassernetz fliesst im Fernwärmenetz Wasser – es ist allerdings sehr heiss und steht unter hohem Druck. Mit einer Temperatur von 170 Grad gelangt es von den Produktionsanlagen zu den Liegenschaften der Kunden. Auf diese Weise überträgt es viel Energie zu den Haushalten, wo Wärmetauscher die Hitze in die für Heizungen üblichen, angenehmen 60 Grad verwandeln. Hat das Heisswasser seine Heizleistung in der Liegenschaft erbracht, fliesst es abgekühlt zurück zur Produktionsanlage.

Netz optimieren

«Unsere Fernwärmeversorgung liefert lokal gewonnene, klimafreundliche und günstige Energie», betont Sascha Pfändler, Leiter Engineering Grossprojekte und Strategie. Über 60 Prozent stammen aus CO₂-neutralen Quellen – aus der Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage Basel und aus dem bestehenden Holzkraftwerk. Bis 2020 wird IWB 80 Prozent der Wärme CO₂- neutral produzieren. «Künftig, voraussichtlich ab dem Jahr 2025, beträgt die Temperatur des Wassers im Fernwärmenetz statt 170 noch 120 Grad Celsius», erklärt Sascha Pfändler. Für Kunden, die weiterhin auf 170 Grad heisse Fernwärme angewiesen sind, hat IWB individuelle Lösungen entwickelt. Das Unispital Basel beispielsweise hat eine neue Anschlussleitung bekommen, über die weiterhin die hohe Temperatur zur Verfügung steht. Die geplante Temperaturabsenkung verbessert die Umweltbilanz und steigert die Energieeffizienz. Vorteile ergeben sich dadurch auch in der Wartung und im Unterhalt. Wo es heute speziell angefertigte Rohre in einem separaten Betonkanal braucht, reichen künftig dank niedrigeren Temperaturen Standardmaterial und eine einfache Verlegung in einem Sandbett. «Diese Bauweise ist kostengünstiger und die neue Technik vereinfacht die Überwachung der Rohre massiv. IWB kann damit noch einfacher eine zuverlässige Netzinfrastruktur gewährleisten», fügt Sascha Pfändler an. Die Temperaturabsenkung hat auch für Kunden Vorteile: Die benötigten Hausstationen – Wärmetauscher, die mit 120 Grad Celsius betrieben werden können – sind deutlich günstiger.

Sukzessive Umstellung

Im Jahr 2019 beginnen im gesamten Netz weitere Arbeiten, um die flächendeckende Umstellung vorzubereiten. IWB überprüft damit, ob das Netz weiterhin überall ausreichend dimensioniert ist, damit auch nach der Temperaturabsenkung genügend Wärme bei den Kunden ankommt. Derzeit führt IWB in Kleinhüningen ein noch bis 2020 laufendes Pilotprojekt durch. Auf Basis der gewonnenen Ergebnisse planen Sascha Pfändler und sein Team die Temperaturabsenkung für das gesamte Fernwärmegebiet für Basel-Stadt und über die Kantonsgrenzen hinaus. «Unsere Kunden informieren wir selbstverständlich laufend über die geplanten Schritte», versichert er. Unabhängig davon rät der Experte: «Müssen die Hausstationen bereits jetzt ersetzt werden, lohnt sich die Anschaffung einer neuen Technik.» Aktuell sind Hausstationen erhältlich, die bei 170 sowie auch bei 120 Grad Celsius eingesetzt werden. Diese sind zwar noch nicht günstiger als jene, die sich auf den Einsatz bei höheren Temperaturen beschränken. Damit muss aber keine Neuanschaffung mehr getätigt werden, sobald die Temperaturabsenkung erfolgt ist.

Schweizweit einzigartig

Diese schweizweit einmalige Umstellung bedingt Pioniergeist. Das Fernwärmenetz von IWB ist das längste der Schweiz. Sascha Pfändler ist aber zuversichtlich, dass die komplette Umstellung wie geplant im Jahr 2025 abgeschlossen ist. «Mit diesem Projekt leisten wir einen weiteren Beitrag für eine nachhaltige und effiziente Energieversorgung.»