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Heizungsersatz richtig gemacht

Rund einen Drittel des CO₂ stossen in der Schweiz Gebäude aus. Jeder Besitzer einer Liegenschaft kann also viel zum Klimaschutz beitragen. Energetische Sanierungen sind immer sinnvoll, wenn ein Gebäude als Ganzes betrachtet wird. Eine gut gedämmte Gebäudehülle, smarte Gebäudetechnik oder sogar die eigene Nutzung von erneuerbarer Energie etwa über eine Solaranlage leisten einen grossen Beitrag. Eine wichtige Rolle dabei spielt die Heizung. Aber wann ist ein Heizungsersatz sinnvoll und wie geht man vor? Antworten auf die wichtigsten Fragen gibt hier Evelyn Rubli, Leiterin der IWB Energieberatung.

Wie lange dauern die Bauarbeiten beim Heizungsersatz?
Ein Heizungsumbau dauert je nach den örtlichen Gegebenheiten und der Komplexität zwischen drei und sieben Tagen. Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen benötigen mehr Bauzeit aufgrund der Erschliessung der Wärmequelle. Auch ein Anschluss an die Fernwärme kann je nach Distanz zur nächstgelegenen Fernwärmeleitung längere Zeit beanspruchen.

Wie hoch sind die Jahreskosten der typischen Heizsysteme im Vergleich (Finanzierung, Betrieb, Unterhalt und Energiekosten)?
Investitions- und Unterhaltskosten hängen von den Bedürfnissen jeder Liegenschaft und deren Bewohnern ab. Um die Kosten genau abzuschätzen und einen Vergleich verschiedener Systeme vorzunehmen, ist eine Analyse vor Ort notwendig. Grundsätzlich sind Systeme mit Wärmepumpen bei Unterhalts- und Energiekosten eher günstiger. Bei der Anschaffung hingegen sind sie eher teurer als konventionelle Heizsysteme. Der Kanton Basel-Stadt gewährt aber Fördergelder, welche die Investitionskosten abfedern. Mehr Informationen dazu gibt es beim Amt für Umwelt und Energie.

Wie sieht die Bewilligungspraxis aus? Für welches Heizsystem braucht es eine Baubewilligung?
Heizsysteme mit erneuerbarer Energie sind grundsätzlich bewilligungspflichtig – ausser Heizungen, die an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Das heisst, folgende Heizsysteme erfordern eine Baubewilligung: Erdsonden-Wärmepumpen, Grundwasser-Wärmepumpen, Luft-Wasser-Wärmepumpen, Holzheizungen, Solarthermie (Sonnenkollektoren).

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um den Ersatz einer Heizung zu planen?
Für den Klimaschutz ist es sinnvoll, ältere, ineffiziente oder fossil betriebene Heizungen rasch zu ersetzen. Natürlich können Hauseigentümer das Ende der technischen Lebensdauer einer Heizung abwarten. Steigt die Heizung dann aber gerade im Winter aus, fehlt die Zeit für eine sorgfältige Planung und für das Abklären möglicher klimaschonender Lösungen. Kurzfristige Notlösungen sind meist teuer.

Entspricht die Heizung nicht mehr den geltenden Luftreinhalteverordnungen, erhalten Eigentümer eine behördliche Verfügung zum Ersatz der Anlage. Diese Verfügung kommt in der Regel frühzeitig, sodass bis zur gesetzten Frist genügend Zeit bleibt für die notwendigen Abklärungen und Planungsarbeiten.

Der beste Zeitpunkt für den Heizungsersatz ist im Rahmen einer Gesamtsanierung. Denn so ist es möglich, die Wärmeerzeugung optimal auf die Bedürfnisse des Gebäudes und seiner Bewohner abzustimmen. Wenn die Gebäudehülle gut gedämmt ist, ist auch weniger Wärmeleistung und somit eine kleinere Heizung notwendig. Damit spart man nicht nur Energie, sondern auch Geld.

Kann meine Liegenschaft an die Fernwärme angeschlossen werden? Welche erneuerbaren Energien sind alternativ einsetzbar resp. verfügbar?
Diese Frage muss man individuell klären. Grundsätzlich spielt vor allem die Distanz der Liegenschaft zur nächsten Fernwärmeleitung eine Rolle. Informationen zum Basler Fernwärmenetz gibt es unter: iwb.ch/fernwaerme. Andere Möglichkeiten sind Wärmepumpen oder automatische Holzfeuerungen (beispielsweise mit Pellets).

Soll das Dach eher für die Solarstrom- oder die Warmwasserproduktion (Solarthermie) genutzt werden? Oder am besten für beides?
Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Sie wird normalerweise im Rahmen einer Energieberatung mit den Besitzern der Liegenschaften vor Ort geklärt. Grundsätzlich eignet sich jedes Heizsystem zur Kombination mit Solarthermie, also mit der Warmwasserproduktion über Sonnenkollektoren. Weniger sinnvoll ist die Nutzung von Solarthermie in Zusammenhang mit einer Wärmepumpe. Da bietet sich die Nutzung des Dachs für Photovoltaik an. Der Strom fliesst direkt in die Wärmepumpe. Bei genügend grosser Fläche kann eine Kombination einen Sinn ergeben. Es gibt sogar Solarmodule, die beides gleichzeitig können – Warmwasser aufbereiten und Strom produzieren.

Welches Heizsystem ist in meiner Liegenschaft technisch machbar?
Sinnvoll sind Systeme, die auf erneuerbare Energie setzen. Dazu zählt die IWB Fernwärme genauso wie automatische Holzfeuerungen (beispielsweise eine Pelletheizung) oder Wärmepumpen. Die Machbarkeit hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Platzverhältnisse im und rund um das Gebäude sind beispielsweise ein wichtiges Kriterium. Für eine Pelletheizung braucht man einen Kellerraum, in dem die Pellets gelagert werden können. Erdsondenbohrungen sind nicht an jedem Standort möglich. Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe muss ausserhalb des Gebäudes eine Anlage installiert werden, die einen gewissen Abstand zum Schall-Empfangsort hat. Die IWB Energieberatung gibt unverbindlich eine Empfehlung ab. Dazu gehört nicht nur die technische Machbarkeit, sondern auch die Abschätzung der jährlichen Betriebskosten einzelner Heizsysteme. Und natürlich wissen die Berater auch, ob eine Liegenschaft an die Fernwärme angeschlossen werden kann.

Mehr zum Thema finden Sie unter iwb.ch/heizen.