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«Eine Wende zu CO₂-neutraler Wärme ist sehr wichtig»

Das Basler Energiegesetz ist ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltigere Zukunft. Unter anderem enthält das Gesetz Regelungen für das Heizen zu Hause. Warum diese sinnvoll sind und was Heizen mit Klimaschutz zu tun hat, das weiss Prof. Dr. Frank Krysiak, Umweltökonom an der Universität Basel und Leiter eines der acht Energieforschungszentren der Schweiz (SCCER).

Text: Marco Schwarzenbach; Bild: Christian Flierl

Wie heizen Sie zu Hause, Prof. Krysiak?
Ich habe zu Hause eine Wärmepumpe mit Erdsonde. Ich freue mich jeden Winter darüber, wie komfortabel und kostengünstig diese Technologie ist, und kann mit gutem Gewissen heizen.

Und wie heizen Frau und Herr Schweizer?
Die meisten Schweizer heizen mit Öl. Die zweithäufigste Technologie sind Gasheizungen und dann kommen Wärmepumpen. In Basel steht Erdgas an erster Stelle, danach folgt aber bereits die Fernwärme – noch vor dem Heizöl. Bei der Verbreitung von Wärmepumpen ist die Schweiz im internationalen Vergleich zwar weit vorne. Trotzdem ist der Schweizer Wärmesektor noch vorwiegend fossil und nicht erneuerbar.

Ist das problematisch?
Ja, wir verwenden in der Schweiz etwa die Hälfte unserer Energie für Wärme, beispielsweise zum Heizen oder in industriellen Prozessen. Da ein grosser Teil dieser Energie aus fossilen Quellen stammt, schaden wir damit dem Klima. Dabei gibt es einfache Massnahmen, die Umwelt zu schonen: zum Beispiel die bessere Dämmung von Gebäuden – so muss weniger geheizt werden. Oder der Ersatz von fossil betriebenen Heizungssystemen durch erneuerbare Systeme mit erneuerbarer Energie.

Inwiefern beeinflussen Ölheizungen das Klima?
Gerade beim Heizen mit fossilen Energieträgern wie Öl stossen wir sehr viel CO₂ aus. Durch unseren CO₂-Ausstoss steigt das Erdklima an. Dabei ist unser Ziel, diesen Anstieg deutlich unter 2 Grad Celsius zu halten. Dazu hat sich die Schweiz mit der Unterzeichnung des Klimaabkommens von Paris verpflichtet. Um dieses Ziel erreichen zu können, müssen wir also unseren CO₂-Ausstoss reduzieren.

Wieso setzen wir beim Heizen nicht vermehrt auf erneuerbare Energien?
Zum einen haben Heizungen eine sehr lange Lebensdauer. So wird eine Heizung oft erst nach 20 Jahren ersetzt. Zum anderen empfehlen Heizungsinstallateure heute häufig immer noch, eine bestehende Ölheizung durch eine neue zu ersetzen. Im Kanton Basel-Stadt ist dies allerdings nicht der Fall. Hier ist der Ersatz von defekten Ölheizungen mittels Systemen, die erneuerbare Energien nutzen, gesetzlich geregelt.

Bräuchte es mehr gesetzliche Regelungen, um die Wärmewende zu schaffen?
Es braucht wohl einen Anschub. Allerdings lohnt sich ein Umstieg auf erneuerbare Energie auch aus finanzieller Sicht bereits heute. Im Hinblick auf die nächsten 20 bis 30 Jahre ist dies eine lohnenswerte Investition.

Welche Auswirkungen könnte die Wärmewende auf Unternehmen und die Wirtschaft haben?
Auf Unternehmen, die Wärme für Gebäude und Prozesse benötigen, sind die Auswirkungen beschränkt. Diese Unternehmen setzen bereits heute moderne Wärmetechnologien ein. Eine Umstellung ist vorwiegend im Wohnbereich notwendig. Hier nehmen die Heizungsinstallateure und Energieversorger eine wichtige Rolle ein – insbesondere bei der Beratung.

Von Wärmebox bis Fernwärme

IWB unterstützt Sie aktiv bei der persönlichen Wärmewende. Mehr unter: iwb.ch/heizen