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Neue Trinkwasserpumpstation für die Langen Erlen

Die Qualität des Trinkwassers in Basel ist sehr hoch. Damit es dabei bleibt, investiert IWB kontinuierlich in die Infrastruktur. Ein entscheidendes Projekt ist dabei der Neubau der Pumpstation Lange Erlen, der die Versorgungssicherheit und eine zukunftsfähige Trinkwasserversorgung garantiert. Die neuen Pumpen arbeiten bedeutend effizienter als ihre Vorgänger, die bald in Rente gehen.

Text: Simon Eglin; Bild: Annette Fischer

«Wir investieren hier rund 25 Millionen Franken in eine moderne Wasserversorgung, die für die kommenden 50 Jahre Bestand haben kann», sagt Planungsingenieur Stefan Crollet von IWB und zeigt auf eine grosse Baubrache. Wir befinden uns in den Langen Erlen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus als Naherholungsgebiet inklusive Tierpark bestens bekannt sind. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass hier rund die Hälfte des Basler Trinkwassers gefördert wird. Bis Ende 2016 befanden sich hier noch zwei Hallen, ein ehemaliges Dienstgebäude sowie ein Mehrzweckgebäude, die nun buchstäblich von der Bildfläche verschwunden sind.

 

Neubau statt Sanierung

Bereits im Jahr 1882 wurde das Pumpwerk Lange Erlen ins Stadtnetz integriert. Heute gelangt das Wasser nach einem mehrstufigen Aufbereitungsprozess aus den Grundwasserbrunnen in die Aktivkohlefilteranlage. Von dort fliesst es weiter in die Pumpstation über die UV-Desinfektion in die Pufferbecken. Anschliessend gelangt es via Netzdruckpumpen und Reservoire zu den Konsumenten. Die bestehende Pumpstation war in die Jahre gekommen und musste saniert werden. Die entsprechende Analyse ergab, dass ein Neubau die Ziele bezüglich Trinkwasserqualität und Energieeffizienz längerfristig besser erfüllen kann. «Wir erreichen eine klare Steigerung der Energieeffizienz, können den Bau bei laufendem Betrieb vornehmen und rüsten auf den neusten Stand der Technik bezüglich Qualitätsanforderungen auf», nennt der Planungsingenieur Crollet die Vorteile des Neubaus. Die Pumpstation «Mischreservoir» ist zurzeit noch im Einsatz, geht aber nach der Eröffnung des Neubaus ausser Betrieb.

 

Strenger Grundwasserschutz

In der neuen Pumpstation sichern künftig vier Netzdruckpumpen die Zufuhr der rund 200 000 Trinkwasserkunden von IWB. Dem bedeutend höheren Wirkungsgrad der Pumpen und dem neuen Energiekonzept ist es zu verdanken, dass die neue Pumpstation jährlich rund 1.5 Millionen Kilowattstunden Energie weniger benötigt – das entspricht ungefähr dem jährlichen Stromverbrauch von rund 430 Haushalten. Hierzu tragen auch Umbaumassnahmen der Pumpstation Zentrale West im Hardwald bei – von dort stammt die andere Hälfte des IWB Trinkwassers.

Das Areal Pumpwerk Lange Erlen liegt in den Grundwasserschutzzonen S1 und S2, wo besonders strenge Vorschriften gelten. Zu diesen Regelungen gehört, dass Fahrzeuge nur an Stellen positioniert werden dürfen, wo der Boden nach speziellen Normen versiegelt ist. Das ganze Areal ist abgesperrt und überwacht. Besteht eine Gefährdung für das Grundwasser, kommt unmittelbar ein Notfallplan zum Tragen. Da das Untergeschoss der neuen Pumpstation teilweise tiefer als der Grundwasserspiegel zu liegen kommt, werden während des Baus zwischenzeitlich mehrere provisorische Brunnen eingesetzt, die eine künstliche Absenkung des Grundwassers bewirken. Durch den Rückbau der alten Gebäude auf dem Areal entstehen Raumreserven, die für eine allfällige zusätzliche Trinkwasseraufbereitungsstufe zur Verfügung stehen. Jenseits von seiner wichtigen Funktion trägt der neue Gebäudekomplex auch optisch eine neue Handschrift. «Vom Kanton wurde gewünscht, dass sich das Bauprojekt in die Landschaft einfügt. Wir haben dazu einen Architekturstudienauftrag durchgeführt, der auch die Umgebung des Bauwerks berücksichtigt», sagt Stefan Crollet.