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Warum wir in die Wasserstoff-Ära aufbrechen

Wasserstoff könnte der Energieträger der Zukunft werden, ist zurzeit aber noch wenig sichtbar. Das gilt insbesondere in der Schweiz, muss aber nicht so bleiben. Eine Einschätzung des IWB-Experten Arthur Janssen.


Wasserstoff oder chemisch «H2» ist plötzlich wieder in aller Munde. Das gilt vor allem für sogenannten «grünen» Wasserstoff, der aus Ökostrom gewonnen wird. In der Schweiz ist die Begeisterung für den Energieträger noch nicht überall zu spüren, aber das dürfte sich bald ändern. Hoffentlich, möchte man sagen. Denn H2 dürfte das europäische Energiesystem der Zukunft entscheidend mitprägen. Und die Schweiz – insbesondere Basel – kann eine Schlüsselrolle einnehmen. Wenn wir unsere Chance packen.

Die Umrisse des H2-Systems in Europa lassen sich bereits erkennen. 2020 hat die EU die «Hydrogen Roadmap» beschlossen, die bis 2024 eine Produktionskapazität von 33 Terawattstunden erreichen will – vergleichbar mit der Jahresproduktion mehrerer Kernkraftwerke. Mit dem 2022 beschlossenen Programm «Repower Europe» steigt dieser Wert bis 2030 auf fast 700 Terawattstunden, darin eingeschlossen Importe zum Beispiel aus Afrika. Bis 2050 könnte Wasserstoff gut 20 Prozent der in Europa verbrauchten Energie ausmachen. In der Übergangsphase sollen Erzeugung, Verteilung und Verbrauch von H2 in regionalen Ökosystemen geschehen. Bereits heute gibt es mehrere «H2-Valleys» in der EU; alle Industrieländer sind dabei.

Wer in H2-Infrastruktur investiert, will eine Antwort auf die grosse Frage der Energiewende: Wie lässt sich Strom aus erneuerbaren Energiequellen günstig transportieren und speichern? Also der Solarstrom, von dem es in Zukunft grosse Überschüsse geben wird, die Windparks in der Nordsee, die schon heute mehr Strom produzieren, als abgenommen wird. Wasserstoff ist im Transport in Zukunft wesentlich günstiger als Strom und dazu speicherbar. Strom wird zentral bleiben, nicht zuletzt für die Mobilität im Privatbereich. Güterlogistik und Industrie werden jedoch vermehrt H2 verwenden.

Diese Signale sind in der Schweiz heute noch nicht ganz angekommen. Nach wie vor setzt die Energiestrategie der Schweiz vor allem auf Energieproduktion im Inland, H2 spielt im Vergleich mit der EU nur eine marginale Rolle. Insbesondere das Potenzial des Imports von günstigem grünem Wasserstoff wird noch nicht systematisch erfasst. Das sollte sich ändern; einer der grossen Nord-Süd-Korridore zum Transport von Wasserstoff könnte durch unser Land laufen. Noch viel konkreter sind die Pläne eines H2-Korridors entlang des Rheins, ein Teil des künftigen «H2-Rückgrats» von Europa.

Der Wirtschaftsstandort Basel ist ideal gelegen, um an französische und deutsche Vorhaben anzuschliessen und eine Infrastruktur von grünem Wasserstoff als Ersatz für fossile Energie auch in der Schweiz aufzubauen. Dies entspricht der Strategie von IWB: die Dekarbonisierung umsetzen und mit erneuerbaren Energien wachsen. IWB ist darum Initiantin und Förderin von Wasserstoffprojekten in der Schweiz. Auch wenn vieles rund um H2 noch eine Vision ist: Es wäre fatal, wenn wir als regionale Energieversorgerin die Chance nicht packen würden, die Wasserstoff bietet. Zumal die europäische H2-Vision ein materielles Fundament hat. Und je mehr sich für eine Vision einsetzen, desto schneller wird sie Realität.

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