Kontakt

Hauptsitz IWB
Margarethenstrasse 40, 4002 Basel
Tel.: +41 61 275 51 11
E-Mail: info@iwb.ch

 

IWB CityCenter
Steinenvorstadt 14, 4051 Basel
Mittwoch bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr
Samstag von 10:00 bis 15:00 Uhr

Ein neuer Wildbienenpark unter IWB Stromtrassen

Wildbienen und andere Kleintiere finden seit dem Frühjahr 2020 ein neues Zuhause auf der Bergmatte in der Gemeinde Pfeffingen. Das Forstrevier Angenstein hat dort direkt unter der IWB Starkstromleitung einen neuen Wildbienenpark gestaltet. Finanziert wird dieses Auswertungsprojekt durch das Projektsponsoring IWB Öko-IMPULS. Mit diesem setzt sich IWB für mehr Natur- und Artenschutz in der Region ein.

Bisher wurde die ehemalige Weihnachtsbaum-Fläche unter der IWB Starkstromleitung sich selbst überlassen und war vor allem von Brennnesseln und Brombeersträuchern bewachsen. Ein solch eintöniger Bewuchs ist nicht förderlich für die Artenvielfalt. Deshalb plante der Förster, Jonas Vögtli, die Fläche aufzuwerten. Er stellte einen Antrag bei IWB Öko-IMPULS für ein Aufwertungsprojekt zur Waldrandrenaturierung sowie für zwei weitere Projekte auf der Bergmatte. Mit der Unterstützung der Abteilung IWB Netzbau und dem Leiter Netzbau, Tino Schörlin, werden in 2020 zwei von insgesamt drei Teilprojekten umgesetzt.

Im März 2020 startete das Forstrevier Angenstein mit der Waldrandrenaturierung. Ziel ist es, die Fläche in einen struktur- und artenreichen Waldrand und Wildbienenpark zu verwandeln. Ein neuer Lebensraum wird nicht nur für Wildbienen geschaffen – auch lichtbedürftige Sträucher und Kräuter, Schmetterlinge, Spinnen, Eidechsen und Kleinsäuger finden ein neues Zuhause.

Zu Beginn der Waldrandaufwertung im März 2020

Fortschritt der Aufwertung im Mai 2020

 

Zunächst entfernte das Forstrevier Angenstein im ersten Schritt Brennnesseln und Brombeersträuchern. Der bereits vorhandene Weissdorn, Schneeball, Geissblatt, und Speierling hat jetzt mehr Platz und kann sich besser entwickeln. Im April legte Jonas Vögtli mit seinen Kollegen zwei kleine Tümpel sowie Sand-, Ast- und Steinhaufen an. Seither bieten Ast- und Steinhaufen neue Sonnenplätze, Versteck- und Nistmöglichkeiten für Eidechsen, Igel und Iltis. Sandhaufen sind besonders attraktiv für erdnistende Wildbienen. Sie graben ihren Nestgang in die Sandhaufen hinein und legen dort ihre «Wohnungen» an. Nist- und Versteckmöglichkeiten reichen jedoch nicht aus, damit alle diese Tiere wieder heimisch werden. Besonders wichtig sind Futterquellen in der unmittelbaren Umgebung. Darum pflanzte das Forstrevier Angenstein zusätzlich Zitterpappeln an und säte heimische Wildkräuter.

Bis sich Wildkräuter und Sträucher voll entwickelt haben, wird es noch einige Zeit dauern. Bereits jetzt bezeugen die Spuren des Eschenbastkäfers im Totholz und die Blüte einer seltenen Orchidee von einem Neuanfang der ehemaligen Weihnachtsbaum-Fläche.

Ausbohrlöcher des Eschenbastkäfers im Totholz

 

Seit Juni blüht das Knabenkraut, eine seltene Orchidee

Warum sind Waldränder wichtig?

Knapp ein Drittel der Fläche der Schweiz ist von Wald bedeckt. Dementsprechend verbreitet sind die Übergangsbereiche zwischen Wald und Freiland. Im Schweizer Mittelland misst die Länge aller Waldränder über 25 000 km. Intakte Waldränder sind wertvolle Lebensräume und ermöglichen insbesondere lichtbedürftigen Sträuchern und Kräutern das Überleben. Die Beeren und Blüten dieser Pflanzen bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere, darunter Schmetterlinge, Spinnen, Insekten, seltene Vogelarten und den daraus folgenden Frasstieren (zum Beispiel Iltis – eine Raubtierart aus der Familie der Marder). Im Wald, wo unter den hohen Baumkronen recht wenig Licht bis zum Boden durchdringt, haben solche Pflanzen keine Überlebenschance. Gerade weil die Biodiversität in der Schweiz bedroht ist, steigt die Bedeutung lichtdurchlässiger Lebensräume für den Erhalt der Artenvielfalt.

Wie ist der Zustand unserer Waldränder?

Die meisten Waldränder im Schweizer Mittelland sind vom Menschen geschaffen. Die angrenzenden Gebiete werden oft intensiv durch Landwirtschaft, Siedlungen oder als Verkehrswege genutzt. Daher sind die Übergänge zwischen Wald und Freiland sehr schmal und die Artenvielfalt ist gering. Um unsere Waldränder «wiederzubeleben», muss den Waldrändern wieder mehr Platz zugesprochen werden. Im Rahmen von Waldrandaufwertungen ist dies möglich.

Wie wird eine Waldrandaufwertung durchgeführt?

Schritt 1: Platz schaffen

Beim Ersteingriff geht es hauptsächlich darum, Platz und Licht zu schaffen – zum Beispiel durch das Fällen von Bäumen am Waldrand. Bereits vorhandene, ökologisch wertvolle Sträucher und Baumarten (darunter Eiche, Kirsche, Nussbaum, Zitterpappel) bleiben erhalten. Zur Förderung von Kräutern und Sträuchern werden einheimische «Problemarten» wie die Brombeere oder der Adlerfarn entfernt.

Schritt 2: Strukturen schaffen

Alt- und Totholz sind wichtige Lebensräume für Pilze, Flechten, Insekten und andere Organismen. Abgeschnittene Äste sowie Totholz werden deshalb zu Haufen aufgeschichtet. Die neu gewonnene Struktur bietet baumbewohnenden Säugetieren oder Höhlenbrüter einen Unterschlupf und Nistplatz. Als weitere Kleinstrukturen werden Stein- und Erdhaufen geschaffen, welche besonders bei Insekten, Amphibien und Reptilien beliebt sind.

Schritt 3: Etablierung

Solange sich die gewünschten Kräuter und Sträucher noch nicht voll entwickelt haben, breiten sich besonders schnell wachsende Problemarten weiterhin aus. Durch das gezielte Entfernen dieser Pflanzen werden wertvolle langsam wachsende Straucharten gefördert.

Schritt 4: Pflege

Hat sich der Waldrand einmal etabliert, sind Pflegeeingriffe nur noch alle sieben Jahre notwendig. Dabei werden weiterhin Straucharten gegenüber Baumarten und langsam wachsende Sträucher gegenüber schnell wachsenden Sträuchern gefördert. Schnell wachsende Bäume wie Bergahorn werden entfernt. Ziel ist es, die lichte Struktur zu erhalten und die Biodiversität zu fördern.

Einen Besuch wert

Unsere Aufwertungsfläche ist einen Besuch wert. Von Pfeffingen aus ist der neue Wildbienenpark in 45 Minuten zu erreichen.

Google-Maps Link

Projektdurchführung

Das Forstrevier Angenstein wird von den Gemeinden Aesch, Duggingen, Grellingen, Pfeffingen, Reinach und Therwil gebildet. Das Forstteam der Bürgergemeinde Aesch betreut die Wälder der angeschlossenen Bürger- und Burgergemeinden. 

Eigentümer der Fläche ist die Bürgergemeinde Pfeffingen.

Haben Sie Fragen?

Portrait Dietmar Küther
Dietmar Küther, Leiter Marke & Nachhaltigkeit

dietmar.kuether@iwb.ch
+41 79 349 23 57