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Editorial

Die Energiebranche durchläuft herausfordernde Zeiten. Der Klimaschutz erfordert den Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Kunden werden zu Stromproduzenten. Neue Anbieter drängen in die sich öffnenden Märkte. Urs Steiner, Verwaltungsratspräsident seit dem 01.01.2019, und CEO Claus Schmidt erklären, wie sie IWB sicher durch dieses herausfordernde Umfeld führen.

Urs Steiner, Anfang 2019 haben Sie Ihr neues Amt angetreten. Was sind Ihre Eindrücke?

Urs Steiner — Ich hatte ein tolles Einführungsprogramm, bei dem ich alle Bereiche von IWB kennenlernen durfte. Dabei hat mich beeindruckt, mit welcher Professionalität IWB geführt wird. Das fängt beim CEO und der Geschäftsleitung an und reicht bis zu den unteren Kadern. Mein Vorgänger Benedikt Weibel hat unglaublich viel erreicht in der kurzen Zeit, in der er im Amt war. Er und der gesamte Verwaltungsrat haben mir ein wirklich gut bestelltes Feld überlassen, wofür ich allen sehr danken möchte. Aber noch beeindruckender fand ich das Engagement, die Kompetenz und das Commitment der Mitarbeitenden, die ich bislang getroffen habe – sie arbeiten gern hier und geben alles, das ist deutlich spürbar.

 

Wo sehen Sie 2019 die Schwerpunkte der Arbeit im IWB-Verwaltungsrat?

Steiner — Auf jeden Fall greifen wir nicht ins operative Geschäft ein. Das ist Aufgabe der Geschäftsleitung – und die macht das hervorragend. Wir stellen jetzt die Weichen, um das Wärmegeschäft mit fossilen Energieträgern schrittweise zurückzufahren. Im Verwaltungsrat konzentrieren wir uns 2019 auf den Wandel, den IWB vollzieht. Und wir begleiten die digitale Transformation des Unternehmens. Bei beiden Themen braucht die Geschäftsleitung Mut zur Pionierarbeit. Der Verwaltungsrat soll ihr den dafür nötigen Handlungsrahmen geben und sie dabei unterstützen.

 

Claus Schmidt, wie kann IWB ohne das Erdgasgeschäft künftig Gewinn machen?

Claus Schmidt — Wir führen alle unsere Sparten so, dass sie profitabel sind. Der Erdgasverbrauch wird massiv zurückgehen, das ist sicher. Mit unserer Strategie sind wir darauf gut vorbereitet: Erstens verbessern wir die Wirtschaftlichkeit in unserem bestehenden Geschäft. Zweitens entwickeln wir neue Produkte und Dienstleistungen, mit denen wir die sinkenden Erträge beim Gas ausgleichen. Und drittens richten wir das gesamte Unternehmen konsequent darauf aus, was unsere Kunden wirklich wollen und brauchen.

Steiner — Ich kenne kaum andere Energieversorger, die eine derart klare Strategie entwickelt haben und sie so konsequent verfolgen. IWB wird vom Wandel profitieren, da bin ich mir sicher.

 

Was muss man sich unter der «Ausrichtung auf die Kunden» vorstellen?

Schmidt — Unsere Kunden haben individuelle Bedürfnisse und sind nicht nur Bezüger unserer Leistungen. Daran müssen wir noch arbeiten. Wir müssen unseren Kunden jeden Tag etwas bieten. Erst wenn uns unsere Kunden tatsächlich als zuvorkommend und lösungsorientiert wahrnehmen, sind wir am Ziel. Künftig werden wir öfter und individueller mit unseren Kunden in Kontakt kommen. Dabei hilft die Digitalisierung unseren Mitarbeitenden, im rechten Moment den richtigen Kunden anzusprechen und Lösungen zu bieten.

 

2018 hat IWB rund ein Viertel des Gesamtertrags mit Erdgas erwirtschaftet. Wie wird sich das entwickeln?

Schmidt — Wir können das Gas nicht von heute auf morgen abschalten. Und auch nicht überall gleichzeitig. Aber: Wir werden einen klaren Absenkpfad einschlagen. Unsere Kunden brauchen ja weiterhin Energie. Sie haben investiert, genau wie wir. Was kommt – und hier reden wir über die nächsten 20 und mehr Jahre –, ist der Wechsel von fossilen Heizsystemen auf solche, die klimafreundlicher sind. Wir werden diesen Umstieg in Abstimmung mit unseren Kunden so gestalten, dass er machbar und verträglich ist. Im Wärmegeschäft werden wir uns auf ökologische Wärmelösungen fokussieren. Darunter verstehen wir insbesondere erneuerbare Fernwärme, Energieverbünde und Wärmepumpen. Und auch als Unternehmen haben wir ein klares Ziel zur CO2-Reduktion: Bis 2030 wollen wir unsere CO2-Emmissionen um 67 Prozent gegenüber 1990 reduzieren, das haben wir uns zum Ziel gesetzt.

Steiner — IWB muss unterschiedliche Geschwindigkeiten beherrschen: Im Kanton Basel-Stadt sind die Vorgaben heute andere als in den umliegenden Gemeinden, die IWB ebenfalls versorgt. Wo bereits Gasleitungen liegen, kann – im Sinne einer Übergangslösung – sogar der Ersatz der einen oder anderen Ölheizung durch Erdgas weiterhin sinnvoll sein, um die CO2-Emmissionen zu reduzieren.

 

2018 erwirtschaftete IWB mit 116 Millionen Franken einen guten Jahresgewinn. Es ist also genug Geld da für die kommenden Herausforderungen?

Schmidt — Das Ergebnis 2018 ist gut, keine Frage. Unsere Mitarbeitenden haben im vergangenen Jahr einen super Job gemacht. Das Unternehmen IWB ist gut aufgestellt. Die Umsätze in unseren Sparten sind stabil, wir haben die Kosten im Griff. Man darf aber nicht übersehen, dass auch positive Sondereffekte mitspielen: Der Verkauf von Beteiligungen, bessere Rahmenbedingungen für die Grosswasserkraft und Liquidationserlöse. Das Vorjahresergebnis dagegen war von negativen Faktoren belastet.

Steiner — Das Jahresergebnis ist ausserdem eine Momentaufnahme. Für die Beurteilung des Unternehmens wichtiger sind der Cashflow und die Fähigkeit, aus eigener Kraft zu investieren. Hier muss sich IWB verbessern. Es braucht grosse Investitionen, um den erwähnten Wandel des Wärmegeschäfts erfolgreich zu gestalten. IWB braucht dafür grössere finanzielle Spielräume, die der heutige Cashflow nicht ausreichend schafft.

 

Wie wollen Sie IWB diesen Spielraum verschaffen?

Schmidt — Wir wollen die Einnahmen steigern und die Kosten weiter senken. Dafür werden wir künftig noch haushälterischer mit den Kosten umgehen müssen. Und wir prüfen in jedem Bereich die grossen Kostenblöcke. Wir wollen wissen, wo IWB Speck angesetzt hat – und wie wir den wieder loswerden können. Diese Verantwortung haben wir und damit können wir den Cashflow direkt verbessern.

 

Und was bedeutet das für die Mitarbeitenden?

Schmidt — Unsere Mitarbeitenden sind unglaublich engagiert. Sie bringen sich und ihre Kompetenzen ein, das erlebe ich immer wieder mit grosser Freude. Es kommt jetzt darauf an, dass alle, besonders die Führungskräfte, engagiert für unsere Werte einstehen: Partnerschaftlich, kundenfokussiert, unternehmerisch – so wollen wir uns bei IWB auf allen Ebenen, bei allen Entscheidungen verhalten. Ich bin überzeugt, dass uns das gelingen wird. Die Weichen sind gestellt. Wir werden in den nächsten Jahren eine IWB sehen, die im freien Markt gemeinsam mit ihren Kunden einen ganz entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leistet.