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Editorial

Verwaltungsratspräsident Dr. Benedikt Weibel und CEO Dr. Claus Schmidt schauen zurück auf das vergangene Geschäftsjahr und verdeutlichen, wieso sich das über Jahrzehnte bewährte Geschäft von IWB weiterentwickeln muss.

 

Sehr geehrte Damen und Herren

Unsere Energiewelt erlebt einen fundamentalen Wandel. Die bisherige Energieversorgung aus grossen, zentral gelegenen Kraftwerken verändert sich. Der Ausstieg aus der Kernenergie ist absehbar. Neue erneuerbare Energien – Sonne, Wind, Erdwärme und Biomasse – werden einen immer grösseren Anteil an der Stromproduktion ausmachen. Die neuen Kraftwerke stehen im Keller oder auf dem Dach von Häusern. Wer Strom verbraucht, kann diesen am Ort des Verbrauchs selbst produzieren. Diese Entwicklung trägt den Namen «Dezentralisierung» und sorgt für grosse Veränderungen in der Energiebranche – und damit auch bei IWB.

Der Klimawandel beschleunigt diese Entwicklung. Den weitaus grössten Teil unseres Energieverbrauchs deckt die Schweiz nach wie vor mit importiertem Erdöl und Erdgas: Heizungen, Warmwasserboiler, Autos, Flugzeuge oder Industrieanlagen verbrauchen grosse Mengen Energie, die aus fossilen Quellen stammen. Ihr Verbrauch setzt Kohlendioxid (CO2) frei, das die Erderwärmung beschleunigt. Fast alle Nationen der Welt haben darum im Grundsatz beschlossen, den CO2-Ausstoss deutlich zu senken. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn CO2-freier Strom und CO2-neutrale Wärme an die Stelle der fossilen Energien treten.

Das Zeitalter der fossilen Energien neigt sich dem Ende entgegen.

Zur Dezentralisierung kommt also die sogenannte «Dekarbonisierung» hinzu: Das Zeitalter der fossilen Energien neigt sich dem Ende entgegen.

Und damit nicht genug: Das Internet hat alle Bereiche des täglichen Lebens erreicht. Geräte und Maschinen sind miteinander verknüpft und tauschen untereinander Informationen aus. Sie können damit die Produktion und den Verbrauch von Energie selbstständig regeln, ohne unser grosses Zutun. Diese Entwicklung wird auch «Digitalisierung» genannt und verändert die Bedürfnisse unserer Kunden ebenso: Alles geht schneller und wird transparenter. Wie und wann Strom produziert wird, zu welchem Preis und in welcher Menge – all das ist jederzeit leicht nachzuvollziehen und entsprechend zu steuern.

Vor diesem Hintergrund wird deutlich, warum IWB ihr klassisches, über Jahrzehnte bewährtes Geschäft weiterentwickeln muss. Die Dezentralisierung fordert das Geschäftsmodell der Stromproduktion in grossen zentralen Wasserkraftwerken fundamental heraus. Die Dekarbonisierung hat grossen Einfluss auf das Wärmegeschäft von IWB mit Gas, Fernwärme und integrierten Energielösungen. Die Digitalisierung verändert die Beziehung zwischen IWB und ihren Kunden von Grund auf. Und alle drei Entwicklungen beeinflussen, wie wir unsere Anlagen, Kraftwerke und Netze künftig bauen und betreiben.

Die Digitalisierung verändert die Beziehung zwischen IWB und ihren Kunden von Grund auf.

Unsere Ende 2015 vom Verwaltungsrat beschlossene Strategie smart IWB 2020 ist eine Antwort auf diese Veränderungen. Zwar kann heute niemand mit Bestimmtheit wissen, wie die Welt in fünf oder zehn Jahren aussehen wird. Unsere Strategie weist jedoch den Weg durch die unübersichtlich gewordene Energielandschaft und lässt uns genügend Raum für Veränderungen. Sie zielt im Wesentlichen auf diese drei Punkte ab:

  1. Die konsequente Ausrichtung von IWB auf das, was unsere Kunden wollen und brauchen.
  2. Die Massnahmen, die unser bestehendes Geschäft wirtschaftlicher machen.
  3. Die Fähigkeit, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und damit künftiges Wachstum zu ermöglichen.

Im vergangenen Jahr haben wir auf der Grundlage dieser Strategie einiges erreicht. Mit den einfachen, prägnanten Namen «Sonnenbox», «Wärmebox» und «Chargebox» haben wir im letzten Jahr zum Beispiel drei neue Produktfamilien entwickelt und auf den Markt gebracht.

Zu einer gewichtigen Veränderung kam es im Herbst 2017 an der Spitze von IWB: Nach fast 10-jähriger erfolgreicher Tätigkeit als CEO verliess David Thiel unser Unternehmen. Verwaltungsratspräsident Michael Shipton ist aus dem Verwaltungsrat ausgeschieden. Im Oktober 2017 wählte der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt einen neuen Verwaltungsratspräsidenten sowie zwei neue Verwaltungsratsmitglieder.

Bei den gesetzlichen Rahmenbedingungen änderte sich 2017 gleich einiges. Im Mai 2017 stimmte das Schweizer Volk mit grosser Mehrheit dem ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050 zu, die unser Land schrittweise in die Zukunft mit erneuerbaren Energien führen soll. Und im Oktober 2017 trat im Kanton Basel-Stadt das neue Energiegesetz in Kraft, das u. a. den jährlichen CO2-Ausstoss pro Einwohner bis zum Jahr 2050 auf 1 Tonne senken will – heute liegt dieser noch bei fast 4 Tonnen.

Unsere Kunden wollen Strom selbst produzieren und speichern, Elektroautos fahren oder eine umweltfreundliche Heizung betreiben.

IWB wird immer mehr zur Energiedienstleisterin. Das bedeutet, dass wir nicht mehr nur im Infrastrukturbereich – Kraftwerke, Netze oder Leitungen – tätig sind.

Natürlich wollen und werden wir das auch weiterhin tun. Aber wir wollen uns künftig nicht darauf beschränken, Energie herzustellen und zuverlässig zu liefern. Wir wollen unsere Kunden im Alltag unterstützen. Dazu entwickeln wir nützliche Dienstleistungen, welche die Energieversorgung komfortabel und günstig machen. Unsere Kunden haben neue Wünsche: Sie wollen Strom selbst produzieren und speichern, Elektroautos fahren oder eine umweltfreundliche neue Heizung betreiben. Hier setzen wir an und bieten – ausgehend von unserem bestehenden Geschäft – Neues. Und wir bündeln dies zu einem grossen Ganzen: Wir bauen unseren Kunden nicht nur eine neue Photovoltaikanlage, sondern lassen den Strom aus dieser Anlage in unserem Netz speichern. So kann der Kunde mit Solarstrom vom eigenen Dach über Nacht auch sein Elektroauto laden oder seine Wärmepumpe im Keller betreiben. Das verstehen wir unter der «integrierten Energieversorgung», die wir anstreben.

Ebenso stark im Fokus stand unser angestammtes Geschäft: die sichere und zuverlässige Versorgung unserer Kunden mit Energie und Wasser. 2017 haben wir wieder ein solides Ergebnis erzielt. Die Mitarbeitenden von IWB haben daran den grössten Anteil. Sie bringen ihr Fachwissen, ihr Engagement und ihre Ideen ein. Sie tragen die notwendigen Veränderungen mit. Gleichzeitig schultern sie jeden Tag, rund um die Uhr, die Versorgung unserer Kunden. Dafür möchten wir ihnen ganz herzlich danken.