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Fernwärme für die Stadt Basel

Das grösste Fernwärmenetz der Schweiz befindet sich in Basel. Aufgebaut lange vor der Gründung von IWB ab 1942 im Zusammenhang mit der Entstehung der ersten Kehrichtverwertungsanlage, wurde das Fernwärmenetz laufend erweitert und verbessert.

220 km Netzlänge, 45 000 Haushalte, 63% aus CO2-neutralen Quellen

Fernwärmeheizungen existieren bereits seit mehr als 2 000 Jahren: Die alten Römer verwendeten heisses Thermalwasser nicht nur für ihre beliebten Badekuren, sie transportierten das Wasser auch mittels Leitungen in Gebäude für Bodenheizungen. Zwei Jahrtausende später versorgt das Basler Fernwärmenetz rund 45 000 Haushalte sowie einige Unternehmen mit Wärmeenergie. Die Versorgungsleitungen verfügen über eine stolze Gesamtlänge von rund 220 Kilometern. Zu den ersten Kunden des Basler Fernwärmenetzes gehörten Basler Spitäler und Industriebetriebe, die auf hohe Temperaturen zur Dampferzeugung angewiesen waren. Bis heute wird das Basler Fernwärmenetz deshalb grösstenteils mit hoher Temperatur und Druck betrieben (170 Grad Vorlauf, 80-120 Grad Rücklauf, 16-19 bar Betriebsdruck).

Die Fernwärmeproduktion von IWB besteht bereits heute zu rund 63% aus CO2-neutralen Quellen: einerseits aus Abwärme der Kehrichtverwertungsanlage und andererseits aus dem Holzkraftwerk Basel. Die restlichen knapp 40% des Wärmebedarfs, insbesondere in kalten Wintermonaten von Bedeutung, liefern mit Erdgas betriebene Gasheizwerke und Gasheizkraftwerke.

Von der Kehrichtverwertungsanlage bis zum Holzkraftwerk II

Ähnlich wie in anderen Schweizer Städten auch, wurde das Basler Fernwärmenetz ab 1942 im Zusammenhang mit dem Bau der ersten Kehrichtverwertungsanlage realisiert. Fernheizungsanlagen wurden zunächst vor allem für grössere städtische Überbauungen wie Rathäuser oder Krankenhäuser eingerichtet.

Luftaufnahme des Neuen Bürgerspitals Basel (Juli 1946)

1978 wurde das Basler Elektrizitätswerk (EWB) und das Gas- und Wasserwerk (GWW) zur heutigen IWB zusammengelegt. Die daraus resultierenden Synergien sowie politische und gesellschaftliche Veränderungen führten in den 80er Jahren zu einem ersten grossen Fernwärme-"Boom".

Unterirdische Fernwärmeleitungen in Basel

Ein nächster wichtiger Meilenstein war die Inbetriebnahme des Holzkraftwerks im Jahr 2008. Damit strebt IWB eine Reduktion der CO2-Emissionen der Fernwärmeproduktion an. Eine Forderung, die der Kanton Basel-Stadt als Eigentümer der IWB im Zusammenhang mit der baselstädtischen Energie- und Klimaschutzpolitik stellt. Im Vergleich zu einer Wärmeproduktion aus Erdgas werden dank des Holzkraftwerkes jährlich rund 34 000 Tonnen weniger CO₂ in die Atmosphäre gesetzt.

Durch die Änderung des Energiegesetzes in Basel-Stadt erlebte die Fernwärme ab 2010 eine starke Zunahme. Das Fernwärmenetz wurde in den darauffolgenden Jahren verdichtet; jährlich kamen dabei 80 bis 140 neue Haushalte dazu. Auch wurde die Erweiterung des Netzes weiter vorangetrieben: Ab 2011 wurden Teile des Dreispitzareals und des Grosspetergebiets erschlossen, ab dem Jahr 2013 kamen das Erlenmatt sowie Teile des Bruderholzquartiers dazu. Weitere Erschliessungen, wie etwa Teile des Hirzbrunnenquartiers, des Gellerts und des Gundeldingens, sind in Umsetzung.

Netzerneuerung mit moderner Fernwärmetechnik (Kunststoffmantelrohr)

Im Jahr 2015 erhielt IWB grünes Licht für den Bau eines zweiten Holzkraftwerks. HKW II soll per Winter 2018 in Betrieb genommen werden und jährlich weitere 19 000 Tonnen CO₂ einsparen.

Künftige Weiterentwicklung des Fernwärmenetzes

Bis 2020 will IWB eine zu 80 Prozent CO2-neutrale Fernwärmeversorgung realisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, sind erhebliche Anstrengungen und Investitionen notwendig.

IWB plant einen grossen Fernwärmespeicher, um die Auslastung der CO2-neutralen Produktion in Kehrichtverwertungsanlage (KVA) und Holzkraftwerk zu verbessern: Die KVA und das Holzkraftwerk liefern gleichmässig Wärme, während der Verbrauch im Netz besonders im Herbst und Frühling stark schwankt. Wenn mehr Wärme im Netz verfügbar ist als die Kunden benötigen, wird sie im Speicher eingelagert. Später, wenn der Wärmeverbrauch in den Morgenstunden oder am Abend ansteigt, wieder abgegeben.

Ebenfalls im Zeichen der «Dekarbonisierung» steht die Nachverdichtung im Fernwärmenetz. Im Gebiet des Kantons Basel-Stadt sollen möglichst viele weitere Kunden entlang der bestehenden Leitungen an das Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Die historisch bedingte hohe Temperatur in den Fernwärmeleitungen und den Netzdruck plant IWB zu reduzieren. In neu erstellten Netzteilen reduzieren bereits heute Beimischstationen die Temperatur auf 120 Grad. Mittelfristig strebt IWB an, die Temperaturen im gesamten Netz schrittweise auf dieses Niveau abzusenken.

Signet 40 Jahre IWB alles zum Jubiläum