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Von Anfang an dabei

Rund 40 Jahre nach der Gründung von IWB arbeiten einige Mitarbeiter – in diesem Fall tatsächlich ausschliesslich Männer – noch immer für das Unternehmen. Sie haben fast ihr gesamtes Berufsleben bei IWB verbracht und die Entwicklung der ehemaligen Staatsbetriebe zum heutigen Unternehmen so unmittelbar erlebt wie niemand sonst. Der Start in die gemeinsame Zukunft der Werke war holprig, die Mitarbeitenden waren sehr skeptisch.

Portrait Christian Klumpp

«Der Betriebsleiter Elektrizität warf mich aus seinem Büro.»

Christian Klumpp, Planungsingenieur.
Wasser: Ein frecher Vorschlag

Planungsingenieur Christian Klumpp ist im Oktober 1981 zu IWB gestossen. Knapp drei Jahre nach der Zusammenlegung war noch sehr deutlich spürbar, dass die Kolleginnen und Kollegen die Fusion als «Zwangsheirat» empfanden: «Das profitable E-Werk musste das defizitäre Gas- und Wasserwerk übernehmen – das war die Stimmung.» Zwischen den damaligen Hauptabteilungen gab es keine kollegiale Zusammenarbeit. Alles musste über die Chefs laufen. «Als Wasserwerker wurde ich schräg angeschaut, wenn ich mal im Gang der Büros der E-Werker unterwegs war.»

Klumpp war in der Hauptabteilung Wassergewinnung eingestellt. Seine Aufgaben waren die Planung und Projektierung der Wassergewinnungsanlagen, Pumpstationen und der Reservoire. Rund 55 Personen arbeiteten damals in der Hauptabteilung Wassergewinnung. «Viele waren hauptsächlich mit Landschaftspflege beschäftigt. Die Anlagen waren damals längst nicht so gut gepflegt wie heute.»

Wie unüblich es damals war, über den eigenen Tellerrand zu schauen, erfuhr Klumpp rasch, als er einen Verbesserungsvorschlag machte. «Die Anlasstransformatoren für die Netzpumpen in den Langen Erlen waren immer wieder überlastet. Ich stellte mir die Frage, ob die Pumpen nicht auch direkt, ohne die Transformatoren betrieben werden könnten – Diese Idee kam mir bei einer Besichtigung des Flughafens Zürich. Ich gab diese Idee schriftlich an die Hauptabteilung Elektrizität, denn die waren für die elektrischen Anlagen zuständig. Darauf bestellte mich der Betriebsleiter Elektrizität ein und kanzelte mich ab: Was mir den einfiele, mich in die Angelegenheiten der Stromversorgung zu mischen. Er warf mich dann aus dem Büro.» Einige Wochen später bekam Klumpp Bescheid, dass seine Idee unter einer Menge Auflagen probeweise umgesetzt werden könne. Ein paar Jahre später wurde dann die ganze Anlage nach seiner Idee umgebaut.

Aber auch innerhalb der Hauptabteilung Wasser war die kollegiale Zusammenarbeit schwierig: Die vielen Mitarbeitenden in den Aussenstellen der Wasserversorgung waren damals nur telefonisch über Festnetz erreichbar, Anrufbeantworter gab es kaum , erklärt Klumpp. «Die einfache Kommunikation mit Handy und E-Mail ist heute wesentlich besser.»

 

Portrait Tschachti

«Ich würde lieber noch einmal 20 Jahre bei IWB arbeiten, als bald in Pension zu gehen.»

Michael Tschachtli, Leiter Instandhaltung Elektrizität.
Elektrizität: Die Lebensgefahr ist vorbei

Der heutige Leiter Instandhaltung Elektrizität Michael Tschachtli kam im Jahr 1980 zu IWB in die damalige Abteilung «Elektrischer Betrieb Aussendienst». Auch er spürte bei den Kollegen eine sehr kritische Haltung der Fusion gegenüber. Man erzählte ihm und zeigte ihm Fotos, wie Mitarbeiter des Elektrizitätswerkes das EWB als Sarg durch den Hof trugen. Im Dezember 1977 hefteten sich nicht wenige Elektrizitätswerker einen echten Trauerflor ans Revers.

Zu Tschachtlis damaligen Aufgaben gehörte auch der Pikettdienst: «Damals war alles viel störungsanfälliger. Jede Woche hatten wir zwei bis drei Störungen beim Pikettdienst. Das war interessant, weil man schnell das Problem lösen musste, aber es dauerte auch viele länger als heute, bis eine Störung behoben war. Leitungen mussten von Hand in stundenlanger Arbeit freigeschaufelt werden – das macht der Saugbagger heute in ein paar Minuten. Manchmal haben wir die Störung sehr lange suchen müssen, denn die Störungsortung war nicht so präzise wie heute.»

Mit der Zeit hat sich die Sicherheit der Mitarbeiter bei der Arbeit mit elektrischen Anlagen stark verbessert. Die heutigen Anlagen sind kompakter und technisch komplizierter, dafür aber viel sicherer. «Man kann sich das heute gar nicht mehr vorstellen, aber früher wurde teilweise unter Lebensgefahr gearbeitet.». Schwere Unfälle hat Tschachtli in seiner Abteilung glücklicherweise nie erlebt. Das war noch in den siebziger Jahren anders. Damals gab es schwere Unfälle.

Die Kommunikation entwickelte sich rasant: «In den 80er Jahren hatten wir im Pikettauto ein Autotelefon der Swisscom. Die Gespräche durften nicht länger als drei Minuten dauern, danach hat Swisscom das Telefonat unterbrochen. Einer der Pikettmonteure hatte als erster ein tragbares Telefon bei IWB. Das war ein Riesenkasten, den man theoretisch aus dem Auto rausnehmen konnte – meistens haben wir ihn drin gelassen.».

Für Tschachtli ist es sehr spannend zu erleben, wie die Technik sich verändert und wie sie bei IWB auch eingesetzt wird. «Ich würde lieber noch einmal 20 Jahre dabei bleiben, statt bald in Pension zu gehen» Er beneidet alle, die neu bei IWB anfangen, weil die Entwicklung der Technik nie stehen bleibt und sie daher eine interessante Zeit erleben werden.

Portrait Bleuler

«IWB hat sich zum Pionier der Fernwärme in der Schweiz entwickelt.»

Marcel Bleuler, Projektleiter.
Fernwärme: Hochkonjunktur und hunderte Baustellen

Der Projektleiter Marcel Bleuler trat im Sommer 1979 in die damalige Hauptabteilung Fernwärme ein. Er hörte damals oft Aussagen wie «Als wir noch separat waren, war alles besser». Bleuler arbeitete damals als Netzmonteur im Betrieb der Fernwärme-Anlagen und Leitungen. Er übernahm auch Pikettdienste. «Das Aufgebot kam übers Telefon. Hatte man Dienst, musste man in der Nähe seines Telefons bleiben.» Mitte der 90er Jahre wechselte Bleuler als Montageleiter zum Leitungsbau. Damals verbrachte er rund 80 Prozent seiner Zeit auf der Baustelle, und 20 Prozent im Büro. «Heute ist es umgekehrt.»

In den 80er und 90er Jahren herrschte im Fernwärmeleitungsbau Hochbetrieb. «Wir hatten pro Jahr rund 300 Hausanschlüsse und bis zu zehn grosse Versorgungsleitungen zu machen» erinnert sich Bleuler. Die Aufträge wurden abgearbeitet wie sie kamen – unkoordiniert mit anderen Bauarbeiten. Anfangs hatten die Leute noch Verständnis für Baustellen. «Bauarbeiten hat eigentlich nie jemand hinterfragt – das musste eben gemacht werden.» Mit der stetigen Zunahme der Baustellen nahm das Verständnis jedoch ab. «Der Ärger über wiederholte Baustellen hat hier seine Wurzel», glaubt Bleuler. Viele Kollegen sind auch ganz anders aufgetreten als heute. Unfreundlich und ohne Verständnis für die Kunden. «Man war ja gewählter Beamter und damit praktisch unkündbar.» Seit rund 15 Jahren werden die Bauarbeiten nicht nur innerhalb der Fernwärme koordiniert, sondern innerhalb ganz IWB und sogar mit dem Tiefbauamt und den BVB.

Fasziniert ist Bleuler von der Technik, und wie sie sich entwickelt hat. «IWB hat immer modernes Material und neue Technik eingesetzt - mit dem Ziel, Kosten zu senken.» Neue Bautechniken wir Pressvortrieb, also Leitungsbau ohne offenen Graben, neue Rohrsysteme und Materialen oder Leitungstunnel unter manchen Quartieren hat Bleuler von Anfang an kennengelernt. «Wir konnten damit grosses Kow-how aufbauen. So hat sich IWB zu einem Pionier der Fernwärme in der Schweiz entwickelt.»