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Lothar, Burglind und die Hybridpappeln

40 Jahre Arealentwicklung und -pflege in den Lange Erlen

Schon seit den 1930er Jahren gibt es sogenannte Wässerstellen, um das Grundwasser für die Trinkwasserversorgung von Basel anzureichern. In den letzten 40 Jahren hat sich die Bewirtschaftung und Pflege der Wässerstellen, Waldgebiete und Kanalsysteme grundlegend geändert. Aber Stürme und die intensive Nutzung des Naherholungsgebiets fordern die IWB Mitarbeitenden heraus.

Vom Mulcher zum Schaf

«In 1970er und 1980er Jahren hat man Platz für Maschinen geschaffen und alles begradigt. Man hat einfach grossflächig mit dem Mulcher nachgeschnitten. Es ist damals eigentlich alles grösser geworden. Jetzt bauen wir in den Lange Erlen wieder kleinteiliger, um die Artenvielfalt zu fördern und lassen Ziegen und Schafe in die Gebiete. Die Tiere fördern die Strukturvielfalt, weil sie Gras und Pflanzen stufig abfressen», erläutert Werner Moser, Leiter Aussenanlagen Betrieb Wasser die Veränderungen in den letzten Jahrzehnten.

Das Team von Werner Moser leistet viele notwendige Arbeiten, um die Trinkwasserproduktion in den Lange Erlen zu gewährleisten, betreibt Waldpflege und erhält das Naherholungsgebiet Lange Erlen für Tausende Besucher pro Jahr. Ohne Werner Moser und seine Mitarbeitenden wäre hier die Trinkwasserproduktion für Basel-Stadt ebenfalls nicht möglich.

Sturmschäden und 52 Tonnen Abfall

Täglich sind Werner Moser und sein Team unterwegs in den Lange Erlen, aber auch in Riehen, Bettingen und im Laufental, dem Quellgebiet für das Basler Wasser von IWB. Es gibt immer viel zu tun. Die Wässerstellen in den Lange Erlen, in denen Rheinwasser versickert, um das natürliche Reinigungsvermögen des Waldbodens für das Basler Trinkwasser zu nutzen, müssen kontrolliert und immer wieder von Unrat und sonstigen schädlichen Eingriffen gereinigt werden. Bäume werden nachgeschnitten, wenn Auswüchse Radfahrer oder Spaziergänger gefährden oder wenn Bäume durch starke Winde oder einen Sturm geschädigt sind. Das IWB Team kümmert sich ebenfalls um die Massen von Müll, die Freizeitbesucher, Partygäste oder Personen hinterlassen, die ihren Kehricht illegal entsorgen. Das sind bedauerlicherweise durchschnittlich 52 Tonnen pro Jahr.

Hochwasser in der Wiese. Angeschwemmtes Holz blockiert Abfluss in Riehenteich

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die Pflege und der Unterhalt der zahlreichen Kanäle und Gewässer im Gebiet Lange Erlen: das Aubachwehr, der Entlastungkanal, der Riehenteich sowie der alte und neue Teich. Früher ist das teilweise belastete Wiesewasser ungehindert durch die Trinkwasserschutzzone gelaufen. In den 1980er Jahren waren zahlreiche Uferbereiche der verschiedenen Kanäle zerstört oder über die Jahre erodiert und mussten aufwändig saniert werden. Eines der grössten Sanierungsprojekte in den letzten Jahren war die Revitalisierung des «Alten Tychs» bis Ende 2010. Heute fliesst der ehemals eingedolte Alte Tych auf über 1000 Meter als naturnahes und offenes Gewässer mit umfangreicher Ufervegetation durch die Lange Erlen. Ein weiteres wichtiges Rückzugsgebiet für Insekten, Vögel, Jungfische und auch Feldhasen.

Alter Tych in Lange Erlen nach Revitalisierung 2010

Die Stürme Lothar, im Dezember 1999 und Burglind im Januar 2018 hatten in den Lange Erlen schlimme Folgen. Viele Bäume wurden geschädigt oder gar umgerissen. Das betraf viele schnell wachsende Hybridpappeln, die vor vielen Jahrzehnten in den Lange Erlen gepflanzt wurden. Komplett entwurzelte Bäume rissen tiefe Löcher in den Waldboden, so dass Regenwasser nahezu ungehindert und damit ungefiltert in das Grundwasser sickerte. Die Löcher mussten schnell wieder geschlossen werden, um ein dauerhaftes Risiko für die Trinkwasserproduktion von IWB zu verhindern. Heute werden von IWB wieder einheimische und langsam wachsende Baumarten gepflanzt, statt der nicht endemischen Hybridpappel. Diese Bäume sind auch weniger sturmanfällig.

Genehmigte Fällarbeiten in den Lange Erlen

Das Team von Werner Moser und das Unternehmen IWB sind fortwährend bemüht, die Lange Erlen in Zusammenarbeit mit dem Kanton Basel-Stadt und Riehen sowie mit zahlreichen Natur- und Tierschutzorganisationen und weiteren Interessengruppen weiter möglichst naturnah zu gestalten. Hierfür finden fortwährend Gespräche, Planungen und die Umsetzung von Aufwertungs- und Renaturierungsprojekten statt. Eine herausfordernde Aufgabe, um direkt neben der Stadt Pflanzenvielfalt, Vogel- und Insektenschutz und ein Naherholungsgebiet für den Menschen zu erhalten und stetig zu verbessern.

Signet 40 Jahre IWB alles zum Jubiläum

IWB will ihre Geschäftstätigkeit konsequent nachhaltig gestalten und den eigenen ökologischen Fussabdruck weiter verringern.

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