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75 Jahre Basler Kehrichtverbrennungsanlage

Lange bevor es IWB gab, verbrannten die Öfen der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) schon Abfall, um daraus Energie zu erzeugen. Zum 40. Jubiläum von IWB und 75-jährigem Bestehen der KVA rekonstruieren wir die Geschichte der Basler Kehrichtverbrennungsanlage.

Wir schreiben das Jahr 1902. Die Zürcher Firma J. Ochsner AG entwickelt ein neues Entsorgungssystem: Vielerorts in der Schweiz stehen nun an den Strassenrändern einmal die Woche Patent-Ochsner-Kübel, welche die Müllmänner leeren und den Abfall mit Kehrichtwagen in Kiesgruben bringen. 1931 kommt dieses Entsorgungssystem auch nach Basel. Doch schon bald steht fest: Das ist keine dauerhafte Lösung. Denn die Abfallmenge steigt stetig und erschöpft die Kapazität der offenen Deponien. Waren es 1914 noch 45 000m3 Abfall, sind es 1936 bereits 107 800m3. Zudem rückt die Hygiene ins Bewusstsein der Menschen, die befürchten, wegen des Mülls könnten Epidemien und Rattenplagen ausbrechen. Auch wirtschaftliche Aspekte wie Förderung der Industrie und Arbeitsbeschaffung spielen eine zentrale Rolle. Nicht zuletzt möchte man Synergien schaffen und durch die Abfallverbrennung umweltfreundliche Energie erzeugen. 1933 folgt eine neue Lösung: Edwin Stiefel, Direktor der Elektrizitätswerke Basel (EWB), sendet dem Baudepartement Basel-Stadt eine Dissertation zur Erzeugung elektrischer Energie aus Müllverbrennung. Nach der Prüfung seines Vorschlags bewilligt das Baudepartement den Bau einer KVA, mit der die EWB – heute IWB – zusammenspannen sollen. Nach vierjähriger Bauzeit lodert am 22.09.1943 das erste Feuer in der KVA. Die Mitarbeitenden beschicken rund um die Uhr zwei Öfen mit einer Kapazität von je 200 Tonnen Abfall pro Tag.

Die KVA damals

In den zwei Jahrzehnten nach der Inbetriebnahme der KVA verdoppelt sich die Abfallmenge und die Technik entwickelt sich weiter. Grund genug für das Baudepartement Basel-Stadt, beim Grossen Rat den Ausbau der KVA zu beantragen. Und so kommt es, dass 1968 die zweite Müllverbrennungsanlage in Betrieb geht – die KVA II. Ab sofort verbrennen insgesamt vier Öfen rund um die Uhr etwa 900 Tonnen Abfall pro Tag; nach dem Betriebsende der KVA I 1995 sind es täglich noch 500 Tonnen Abfall. Auch in den folgenden Jahrzehnten wächst die Bevölkerung und die Technik entwickelt sich noch rasanter weiter. Bund und Kanton erlassen neue Bestimmungen und der Kanton Basel-Stadt verabschiedet 1991 zusätzlich das Umweltschutzgesetz. Auch deshalb bewilligt der Grosse Rat 1994 den Bau einer komplett neuen Anlage – der KVA III. 1996 beginnen die Bauarbeiten; 1998 startet der Probebetrieb der neuen KVA mit einer jährlichen Verbrennungskapazität von 220 000 Tonnen Abfall. Ab 1999 löst die KVA III komplett ihre beiden Vorgängerinnen ab und IWB übernimmt ab 1999 den Betrieb.

Bild: Der Müllbunker, wie er 1969 aussah. Bildquelle: Walter Vettiger.

Die KVA heute

Heute – 75 Jahre nach ihrer Gründung und 19 Jahre nach der Übernahme durch IWB – bündelt die KVA den Haushalts-, Gewerbe- und Industrieabfall aus der ganzen Region, namentlich aus 700 000 Haushalten und zusätzlich 300 000 Arbeitsplätzen. Das Einzugsgebiet umfasst die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, den Landkreis Lörrach sowie die Zweckverbände Gemeindeverband Abfallwirtschaft unteres Fricktal (GAF) und die Kehrichtverwertung Laufental Schwarzbubenland (KELSG). Aus diesem Abfall produziert die KVA ressourcen- und umweltschonend Energie: Dampf für Industriebetriebe, Fernwärme für das schweizweit grösste Fernwärmenetz und Strom für die Kunden von IWB. Der Gesamtwirkungsgrad der KVA – also der Anteil der gewonnenen Nutzenergie aus dem Abfall – liegt bei knapp 80%. Das ist europaweit ein Spitzenwert. Auch in der Schweiz schneidet die KVA gut ab: 2008 erhielt sie vom Verein für umweltgerechte Energie (VUE) den Schweizer Qualitätslabel «naturmade basic». Damit ist die KVA Basel die erste Kehrichtverbrennungsanlage in der Schweiz, die diese Qualitätsauszeichnung erhalten hat.

Bild: Der Müllbunker ist fast unverändert geblieben; die Abfallmenge hat zugenommen. Bildquelle: Christian Flierl.

Umweltleistungen aus dem Vorjahr auf einen Blick

  • 224 630 Tonnen Kehricht hat die KVA verwertet
  • 17 153 Meter wäre die Länge aller anliefernden Bahnwagen aneinandergereiht
  • 154 Olympia-Schwimmbecken würde der angelieferte Abfall füllen
  • 76.4% beträgt der Energienutzungsgrad
  • 516 GWh Energie haben wir aus Abfall gewonnen
Signet 40 Jahre IWB alles zum Jubiläum

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