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Effizient und blitzsauber - Die Anlagen der Trinkwasserproduktion

Die Anlagen der Basler Wasserversorgung gehören zu den wichtigsten Bauwerken Basels. Bis in die 1970er-Jahre baute das Basler Wasserwerk die Anlagen immer mehr aus, um dem wachsenden Verbrauch Herr zu werden. Seitdem geht der Trinkwasserverbrauch zurück. IWB konnte den Schwerpunkt beim Anlagenbau darum auf den Unterhalt sowie Effizienz- und Qualitätssteigerungen legen.

IWB-Mitarbeiter bei der jährlichen Reinigung des Reservoirs Bruderholz

Qualitätssicherung durch zusätzliche Aufbereitung

Direkt nach der Gründung von IWB gelangten Qualitätsaspekte des Trinkwassers stärker ins Bewusstsein. Dank der kontinuierlichen Qualitätsüberwachung stellte IWB im Jahr 1981 im Grundwasser der Langen Erlen Lösungsmittelrückstände fest. Zwar konnten die Verursacher mit Hilfe der Behörden rasch ermittelt werden, IWB musste jedoch davon ausgehen, dass drei Grundwasserbrunnen für längere Zeit belastet bleiben. IWB plante darum eine zusätzliche Reinigung des Trinkwassers mit Aktivkohle. Nach nur zwei Jahren Bauzeit ging die Anlage 1988 in Betrieb. Die Reinigungsleistung der Aktivkohle war wie erwartet sehr gut: Sie entfernte zuverlässig die Mikroverunreinigungen aus dem Wasser der belasteten Brunnen. Damit stand IWB wieder die volle Kapazität aller Brunnen in den Langen Erlen für die Trinkwasserversorgung zur Verfügung.

Knapp 20 Jahre nachdem IWB die Verunreinigung festgestellt hatte, war das Grundwasser wieder einwandfrei. Die Aktivkohlenanlage ging ausser Betrieb, blieb aber jederzeit einsatzfähig. Seit 2008 ist sie wieder in Betrieb. Im Sinne einer vorsorglichen Massnahme leitet IWB das gesamte Grundwasser aus den Langen Erlen durch die Aktivkohle, um organische Spurenstoffe aus dem Wasser zu entfernen, selbst wenn deren Konzentration unterhalb der gesetzlichen Schwellenwerte liegt.

Neubau von Reservoiren

Beim Ersatz und bei der Sanierung von Reservoiren konnte IWB den kontinuierlich sinkenden Verbrauch berücksichtigen. 1995 ging nach rund zwei Jahren Bauzeit ein neues Reservoir am Wenkenhof in Betrieb. Es war kleiner als sein Vorgänger aus dem Jahr 1926. IWB verwendete für die Innenwände des Reservoirs erstmals ausschliesslich Beton – aus hygienischer Sicht die beste Variante, die sich gut bewährte und so auch beim Bau eines neuen Reservoirs auf dem Bruderholz zum Einsatz kam. Dieses neue Reservoir ersetzte im Jahr 2009 gleich zwei benachbarte, inzwischen überdimensionierte und den Qualitätsanforderungen nicht mehr genügende Wasserbehälter.

Effiziente Pumpen in der Zentrale West

Automatisierung des Betriebs

Gegen Ende der 1980er-Jahre erreichte die überwiegend aus den 1950er-Jahren stammende Steuerung der Anlagen ihre Grenzen: Prozessleitsysteme und Computer, die damals immer mehr zum Einsatz kamen, liessen sich nicht mehr sinnvoll in das Steuersystem integrieren. IWB begann mit dem Aufbau eines neuen Leitsystems, um die gesamte Trinkwasserproduktion künftig von einem zentralen Ort aus zu steuern: der IWB-Netzleitstelle am Standort Margarethenstrasse. 1997 war es so weit. Von da an konnte ein Dispatcher der Leitstelle die gesamte Produktion steuern und überwachen. Bis es so weit war, musste IWB 85 Pumpen, 187 Motorventile und 650 Mess- und Überwachungsgeräte von Hand- auf Automatikbetrieb umstellen – und die Mitarbeitenden entsprechend in die Bedienung der neuen Steuerung einweisen.

Knapp zehn Jahre später ging IWB noch einen Schritt weiter: Um die Effizienz und die Betriebssicherheit der Trinkwasserproduktion weiter zu steigern, sollte sich das System selbst steuern können. Der Plan gelang. Seit 2008 berechnet das Bewirtschaftungssystem selbstständig die für eine optimale Versorgung notwendigen Wassermengen im gesamten Netz und steuert die Anlagen. Wenn ungeplante manuelle Eingriffe erforderlich sind, alarmiert das System den Betriebsleiter, der jederzeit eingreifen kann. 

IWB-Mitarbeiter während dem Bau der Pumpstation Lange Erlen

Effizienz- und Qualitätssteigerung durch Neubau des Pumpwerks Lange Erlen

Im Jahr 2018 befindet sich das Herzstück der Basler Wasserversorgung, das Pumpwerk Lange Erlen, in einer wichtigen Modernisierungs- und Umbauphase. Durch das Pumpwerk gelangt fast die gesamte Menge des täglich benötigen Trinkwassers ins Netz. Nach rund sechzig Jahren Einsatz sind die Pumpen und das Mischreservoir sanierungsbedürftig. IWB hat darum Mitte 2017 mit einem Neubau der Pumpstation Lange Erlen begonnen. Bis zum Abschluss des Projekts betreibt IWB die bisherige Pumpstation weiter und sorgt damit auch während der Bauarbeiten jederzeit für eine sichere Versorgung des Kantons Basel-Stadt mit Trinkwasser. Beim Bau der neuen Pumpstation legt IWB Wert auf eine hohe Energieeffizienz: Die neuen Pumpen sparen nach ihrer Inbetriebnahme jährlich rund 650 000 Kilowattstunden Strom. Das neue Mischreservoir wird den heutigen Anforderungen ebenfalls besser gerecht. Es wird nach den neuesten Erkenntnissen der Trinkwasserhygiene errichtet, um auch künftig eine hohe Qualität des Trinkwassers zu gewährleisten. Im Frühling 2019 soll die neue Pumpstation Lange Erlen in den Testbetrieb gehen und danach wie ihre Vorgängerin rund sechzig Jahre in Betrieb sein.