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Leuchtmittel in Basel - ein Blick zurück

Die aktuellen Entwicklungen in der Leuchtmitteltechnologie sind spannend. Einerseits werden Leuchtmittel wie LCC oder LED immer effizienter und besser dimmbar. Andererseits kommen bei gewissen Leuchtmitteln zusätzliche Funktionen dazu wie zum Beispiel die Farbsteuerung oder der Zugriff zur Betätigung und Kontrolle via Smartphone. So selbstverständlich das elektrische Licht für uns heute ist, so harzig verliefen die Anfänge in Basel. Wir beleuchten diese vergangene Zeit.

Elektrizität und die ersten Schritte für neue Leuchtmittel

Mit der Einführung der Elektrizität als neue Energieform Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in Basel auch bei den Leuchtmitteln neue Möglichkeiten. Vom Gas- und Wasserwerk Basel wurde 1891 eine Erhebung gemacht, um zu sehen welche Kunden in ihrem Haus, ihrem Büro oder ihrer Werkstätte/Fabrik Bedarf an einer elektrischen Beleuchtung haben. Die gewünschte Helligkeit konnte bei der Erhebung mit Anzahl Kerzen Leuchtkraft angegeben werden. Damals üblich und verbreitet für die Beleuchtung waren Gas- und Petroleumleuchten.

Es ist davon auszugehen, dass die Nachfrage respektive der Bedarf in der Bevölkerung zu diesem Zeitpunkt noch relativ gering war. Vergleiche mit Weltstädten wie New York, London, Paris oder Berlin zeigten zwar auf was mit der Elektrizität für die Beleuchtung möglich war, die hohen Anschaffungskosten schreckten jedoch nicht nur Basel von einem flächendeckenden Einsatz ab.

In der Folge wurden einzelne Gesuche eingereicht, um gewisse Gebäude oder Anlagen elektrisch beleuchten zu können. Das "Hotel Drei Könige" erhielt als eines der ersten Projekte 1894 den Zuschlag auf dem Rhein eine Art "schwimmende Schiffmühle" zu erstellen, um das Hotel elektrisch beleuchten zu können.

Basler Kohlenfadenlampe - Bild aus Vernetzt, Versorgt, Verbunden von David Tréfás und Christoph Manasse (2006)

Etablierung in kleinen Etappen

Von den ersten Pionierprojekten bis zur schrittweisen Etablierung der Elektrizität als vielversprechende Energieform dauerte es einige Jahre. Es bedurfte jedoch mitunder der Innovation beim Glühmittel, um eine grössere Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. Die ersten Kohlenfadenlampen verloren durch den sogenannten Kohlenniederschlag wodurch die Helligkeit stark verringert wurde.

Mit der Einführung von Metallfadenlampen wurde einerseits die Helligkeit deutlich verbessert und andererseits konnten mit ihrer Hilfe auch die Beleuchtungskosten drastisch gesenkt werden. Für die Bewohner der ärmeren Aussenbezierke waren die neuen Leuchtmittel in der Regel noch immer zu teuer, weshalb dort üblicherweise weiterhin Petrolumlampen und Kerzen eingesetzt wurden.

Glühlampe über dem Wohnzimmertisch 1915 - Foto Staatsarchiv Basel-Stadt 

Bestrebungen elektrisches Licht populär zu machen

1902 versogte das Elektrizitätswerk gerade einmal 582 Kunden mit elektrischem Licht. Um die Bevölkerung für die Vorteile dieser relativ neuen Technologie zu gewinnen wurden ab 1906 versuchsweise auch Schulhäuser elektirsch beleuchtet. Im Gegensatz zu den eingesetzten Gaslampen hatten die elektrischen Lampen nicht den Nachteil, dass sie viel Sauerstoff verbrauchen. Somit konnte in den Schulhäusern eine Verbesserung der Luftqualität erreicht werden, wodurch sich die Verantwortlichen auch eine Senkung der Kopfschmerzen bei den Kindern und eine Erhöhung der Lernfortschritte versprachen.

Diese Versuche trugen in den Folgejahren wenig zu einer erfolgreichen Verbreitung bei. Gemäss einer Erhebung wurden 1908 von 33'000 Wohnungen in Basel lediglich 705 Wohnungen elektrisch beleuchtet. Ein zentraler Grund dafür lag wohl darin, dass sich nur die Oberschicht die neue Leuchtmitteltechnologie leisten konnte und sie für Mittel- und Unterschicht nach wie vor zu teuer war. Neben fixen Jahrespauschalen, die für eine breite Bevölkerung erschwinglich sein sollte, bedurfte es weiterer Massnahmen, um die Kundenzahl von elektrischem Licht deutlich zu erhöhen. Schrittweise wurden Zählermieten erlassen, Treppenhausbeleuchtungen mit Schaltuhr angeboten und die Elektrifizierung von Mietwohnungen auf Abzahlung ermöglicht. Unterstützend kam die Gasrationierung während des ersten Weltkrieges dazu.

Elektrisches Licht in der Glätterei Braun Schetti 1914 - Foto IWB Bildarchiv

Ab 1916 wurden jährlich mehr als 1'000 Wohnungen elektrifiziert und bereits um 1920 waren in Basel nur wenige Wohnungen noch nicht elektrifiziert. Die Schweiz galt zu Beginn der 1930er Jahre als komplett elektrifiziert, was im europäischen Vergleich zusammen mit Dänemark eine Ausnahme war. Als 1929 die letzte Gaslaterne abgestellt wurde, blieb als Energie für die Beleuchtung einzig noch Elektrizität übrig.

Basler Glühlampenautomat aus den 1950er Jahren - Foto Staatsarchiv Basel-Stadt

IWB Ratgeber Lichttechnik

IWB bietet einen Gratis-Ratgeber für Lichttechnik. Dieser fasst kompakt die wichtigsten Informationen und Entwicklungen zu Leuchtmitteln zusammen.

Neue Bestimmungen seit dem 1. September 2018, ein Umstieg lohnt sich in vielen Fällen.

Mit den Mindestanforderungen an Energieeffizienz regelt die EU welche Leuchtmittel für den Verkauf zugelassen sind und welche nicht. Nachdem die meisten herkömmlichen Glühbirnen ersetzt wurden trifft es mit der Bestimmung, die auf 1. September 2018 in Kraft getreten ist nun auch zahlreiche Typen von Halogenlampen. Betroffen sind insbesondere Hoch-Volt-Lampen, bei denen es inzwischen ausreichend effiziente Alternativen gibt wie Rundstrahler (Sockel E27 und E14), Reflektor-Lampen (Sockel E27 und E14) und Spots mit GU10-Sockel.

Weiterhin erhältlich bleiben Stiftlampen mit G9-, G4- und GY6.35-Sockel, Stablampen mit R7s-Sockel und 12 Volt-Spots mit GU5.3-Sockel.