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IWB Filter4: Neue Kultur in alten Mauern

Die Nutzung der stillgelegten Trinkwasser-Filteranlage „IWB Filter4“ als Ausstellungs- und Konzertraum gibt dem ehemaligen Areal im Bruderholz neue, kulturelle Impulse und zieht nicht nur Kunstinteressierte regelmässig in den Bann. So manchem ist jedoch nicht bekannt, welche jahrhundertalte Geschichte hinter der biologischen Langsamfilteranlage steckt.

Das Reservoir auf dem Bruderholz hat seinen Ursprung im Jahr 1865, als John Moore, ein aus England stammender Oberingenieur, mit dem Bau eines Wasserspeichers begann. Der Raum zur Speicherung des Quellwassers aus dem Jura hatte eine Grundfläche von 1350 m2 und eine Höhe von 3 m, was einem Fassungsvermögen von 4050 m3 entsprach. Das Reservoir wurde vollständig unterirdisch gebaut und mit einer ein Meter dicken Erdschicht bedeckt, um die Erderwärmung des Quellwassers zu verhindern. Bereits im November 1865 wurde es in Betrieb genommen.

Bau des neuen Wasser-Reservoirs auf dem Bruderholz, Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Schn. 82

Bis 1902 behielt das Reservoir seine ursprüngliche Form und Grösse bei. Der Konsum von Trinkwasser stieg jedoch an, daher wurde das Reservoir für die damaligen Bedürfnisse der Bevölkerung Basels zu klein. Die Regierung entschied, ein neues, grösseres Reservoir zu bauen und beauftragte den Architekten Vischer mit dem Bau. Sein Vorschlag an die Regierung umfasste vier Filteranlagen (E) unmittelbar neben dem alten Reservoir (G) – dem künftigen Vorbassin – zu erstellen, und das neue Wasserreservoir (K) vorgelagert zu platzieren:

Situationsplan Filteranlage und Reservoir Bruderholz von 1901 (Staatsarchiv Basel-Stadt, STA DS BS 9 1291)

Die Fassade des Reservoirs und der Filteranlage wurde aus Granit von der Nordseite des Gotthard gebaut. Das Wasserreservoir bestand aus zwei Kammern (K) mit je 7 000 m3 Inhalt. Die vier Filterkammern (E), mit einer Fläche von je 800 m2, wurden mit 5 000 m3 Filtersand befüllt. Um das Quellwasser perfekt darin filtern zu können, wurden sechs unterschiedliche Sandschichten aufgeschüttet – von feinem Filtersand über groben Sand bis zu hin zu grobem Kies. Nach einer dreijährigen Bauzeit konnten die vier Filterkammern Ende 1905 in Betrieb genommen werden. Mit der Langsamfilteranlage konnte nicht nur die Qualität des Quellwassers verbessert, sondern zugleich auch die nutzbare Menge an Quellwasser erhöht werden.

Filteranlage - Aufbau des Sandfilters - Foto (1905), Fotoarchiv IWB

Mehr als 100 Jahre wurde das Trinkwasser für einen Teil der Basler Bevölkerung auf dem Bruderholz gefiltert. Da die Stadt Basel jedoch immer weniger Wasser verbrauchte, wurde das Reservoir auf dem Bruderholz schliesslich 2006 stillgelegt – zumindest für die Trinkwasserproduktion. Die Filterkammer IV wird seither unter dem Projekt „IWB Filter4“ mit seiner einmaligen Atmosphäre als Ort für Kulturanlässe genutzt. Von Ausstellungen moderner, zeitgenössischer Kunst mit Fokus auf Skulptur, Installation, Projektion und Performance bis hin zu Konzerten im Bereich Gesang/Theater finden Anlässe aller Art in diesen altehrwürdigen Gewölben statt. Denn die Akustik und die Atmosphäre des Raumes mit den Sandböden sind einzigartig und ermöglichen ein neues, unvergessliches Kunsterlebnis.

Bilder der aktuellen Fotoausstellung und Publikation von Catherine Iselin und Kostas Maros "HIDDEN - Verborgene Orte in der Schweiz", welche noch bis 27.05.2018 im IWB Filter4 läuft.

Signet 40 Jahre IWB

  

alles zum Jubiläum

Besuchen Sie die Ausstellung "HIDDEN - Verborgene Orte in der Schweiz"

Kunsthistorikerin Catherine Iselin und Fotograf Kostas Maros gehen der Frage nach, was die Faszination von verborgenen Orten ausmacht und laden zu einer Vernissage in den aussergewöhnlichen und einst auch verborgenen IWB Filter4 ein.

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