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Eine Reise zu den Anfängen

Ihren Ursprung hat IWB in der Mitte des 19. Jahrhundert gegründeten privaten Gasindustrie. Steigen Sie ein in ein Stück Basler Geschichte.

Einführung der Gasbeleuchtung

1850 machte eine Gruppe um den Ingenieur Gaspard Dollfus der Stadt Basel das Angebot, eine öffentliche Gasbeleuchtung zu errichten. Diese sollte die bis anhin vorherrschende Ölbeleuchtung ersetzen. Ende 1852 waren die Arbeiten an der Gasfabrik vor dem Steinentor und am Rohrnetz so weit fortgeschritten, dass Teile der Stadt Basel beleuchtet werden konnten.

Die Gasfabrik versorgte neben den Strassenlaternen 437 Privatpersonen und Unternehmen mit Gas, darunter einige Grosskonsumenten wie das Stadttheater. Die Nachfrage nach Gas nahm rasch zu, weshalb man sich 1855 dazu entschloss, die Gasfabrik zu erweitern. Am 19. Juli 1856 wurde der Kleine Stadtrat dazu ermächtigt, die Erweiterung der Gasfabrik vor dem Steinentor und die Verlegung einer zweiten Röhrenleitung durch die Stadt bis zur Mittleren Rheinbrücke vorzunehmen.

Die Gasanstalt St. Johann

Der Standort der Gasfabrik vor dem Steinentor erwies sich im Laufe der Jahre als immer ungeeigneter. Die Anwohner störten sich an der Verschmutzung der Birsig und der Verunreinigung des Grundwassers durch die Abflüsse der Gasfabrik. Diese Umstände führten dazu, dass die Gasfabrik verlegt wurde. Am 1. November 1860 wurde die Gasproduktion in der neuen Gasfabrik vor dem St. Johannstor planmässig aufgenommen. Ab 1865 wurden die Gasleitungen über die Rheinbrücke bis zur Clarastrasse erweitert und die Gasfabrik St. Johann mit Öfen und Reinigungsanlagen ausgebaut.

1867 beschloss der Grosse Rat, den 1868 auslaufenden Vertrag mit Gaspard Dollfus nicht mehr zu verlängern und das Gaswerk eigenständig zu betreiben. Neben wirtschaftlichen Überlegungen – das Gasgeschäft florierte, weshalb man sich zusätzliche Einnahmen für die Staatskasse erhoffte – war auch der Gedanke des Service public von Bedeutung.

Luftaufnahme der Gasfabrik St. Johann (1927)

Konkurrenz durch Elektrizität und neue Absatzmärkte

Das Gas erhielt im Laufe der Jahre zunehmend Konkurrenz durch die Elektrizität. Insbesondere Privatpersonen zeigten starkes Interesse  an dieser neuartigen Energieform. Es entstanden private Stromerzeugungsanlagen, die durch Dampfmaschinen oder Gas- und Petrolmotoren betrieben wurden und Strom an einzelne Liegenschaften abgaben. Gegenüber der Gasbeleuchtung war die elektrische Beleuchtung vor allem in Gebäuden überlegen, da sie im Gegensatz zu Gas keinen Sauerstoff verbrauchte, die Luft nicht erhitzte und keine Gefahr für Explosionen bot.

Neben der Beleuchtung begann man, das Gas auch zum Kochen und Heizen zu benutzen. Durch Herabsetzung des Gaspreises und der kostenlosen Installation von Gaszuleitungen  konnte der Absatz und die Anzahl an Gasabnehmern erhöht werden. 1898 wurde deshalb die Gasfabrik St. Johann erweitert und ein 50 000m2 grosser Gaskessel gebaut. Zudem wurden Anfang des 20. Jahrhunderts einige Baselbieter Gemeinden sowie die grenznahen Ortschaften Grenzach und Wyhlen an das Gasversorgungsnetz angeschlossen.

Die Gaskokerei Kleinhüningen

In den 1920er Jahre kamen einige umliegende Gemeinden an das Versorgungsnetz hinzu. Mittlerweile versorgte das Netz des Basler Gaswerks bereits 40 000 Abonnenten und war auf über 394 km angewachsen. Die 1860 in Betrieb genommene Gasfabrik St. Johann stiess mit ihrer Leistungsfähigkeit an ihre Grenzen.  Ein Ausbau der bestehenden Gasfabrik im St. Johann kam wegen den Anforderungen der modernen Gaserzeugung und Betriebstechnik nicht mehr in Frage, weshalb 1929 eine neue Gasfabrik in Kleinhüningen gebaut und 1931 in Betrieb genommen wurde.  Mit der Inbetriebnahme der Gaskokerei wurde neben der Gasproduktion auch immer mehr Wert auf eine hohe Koksproduktion gelegt.

Ab den 1960er Jahren begann der der Markt für feste Brennstoffe zu schrumpfen, weil immer mehr Liegenschaften mit Heizöl oder Fernwärme beheizt wurden. Dies war auch ein Grund, weshalb das Gaswerk ein eigenes Fernwärmenetz in Kleinhüningen aufzubauen begann.

Arbeiten an der Ferngasleitung an der Birsstrasse (1926)

Gründung der Gasverbund Mittelland AG

Aus wirtschaftlichen Überlegungen kamen Anfang der 1960er Jahre die Gaswerke in Basel, Bern, Biel, Burgdorf, Grenchen und Solothurn überein, den Aufbau eines Gasverbundnetzes zu prüfen. Am 12. Juni 1964 wurde deshalb der Gasverbund Mittelland AG gegründet, und 1966 mit dem Bau des Ferngasnetzes begonnen. Die Inbetriebnahme des Verbundnetzes der GVM AG war ein wichtiger Schritt für die Einführung des Erdgases in der Schweiz.

1978 wurde das Elektrizitätswerk mit den Bereichen Gas- und Wasserversorgung zusammengelegt und daraus die heutige IWB gebildet.