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Geschäftsentwicklung

In einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld erzielte IWB 2015 ein stabiles operatives Ergebnis vor Sondereffekten. Sinkende Energiepreise, ein intensiver Wettbewerb und der starke Schweizer Franken belasten den Umsatz. Höhere Energielieferungen, ein besseres Handelsergebnis sowie zusätzliche Erträge der Produktionsanlagen kompensieren dies.
Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses, ein intensiverer Wettbewerb im Strom- und Gasbereich sowie weiter sinkende Energiepreise prägten das Jahr 2015. Dieses für die Energie­branche herausfordernde Umfeld spiegelt sich auch im Jahresergebnis von IWB wider. Das Jahresergebnis von 24.9 Millionen Franken (Vorjahr: 37.2 Millionen Franken) wird durch die Erhöhung der Rückstellung für belastende Energiebezugsverträge in der Höhe von 120.8 Millionen Franken (Vorjahr: 50.7 Millionen Franken) stark beeinflusst.

Die Energieproduktion aus Wind- und Solaranlagen erreichte einen Höchststand.

Absatzentwicklung

In der Sparte Elektrizität ging der Stromverbrauch zurück und es wechselten vermehrt Kunden zu Mitbewerbern. Mit der Akquisition von neuen Stromkunden ausserhalb des Kantons Basel-Stadt konnte IWB den Rückgang teilweise kompensieren. Die Energieproduktion aus Wind- und Solaranlagen erreichte einen Höchststand. Da IWB die witterungsbedingte Mehrproduktion der eigenen Wasserkraftwerke an den Börsen verkaufen konnte, nahm das Ergebnis im Stromhandelsgeschäft zu. Der Absatz von Fernwärme nahm witterungsbedingt ebenfalls zu, dasselbe gilt für das Erdgas. Allerdings führte hier der intensive Wettbewerb im Grosskundensegment dazu, dass IWB insgesamt weniger Erdgas verkaufen konnte. In der Sparte Wasser konnte IWB den Absatz aufgrund der hohen Temperaturen des Sommers 2015 ebenfalls steigern.

Ertragslage

IWB weist für das Jahr 2015 ein solides operatives Ergebnis aus, obwohl in den Wärmesparten die Erträge wegen Tarifsenkungen zurückgingen. Die insgesamt stabile Ertragslage wird jedoch von Sondereffekten über­lagert, insbesondere von der Erhöhung der Rückstellung für belastende Energiebezugsverträge. Hinzu kommt, dass in den liberalisierten Marktsegmenten Strom und Erdgas starker Wettbewerb herrscht. Dieser wirkt sich entsprechend auf den Umsatz aus und verkleinert die Deckungsbeiträge.
Betriebsleistung
Die Erträge aus der Energieversorgung sind 2015 leicht gestiegen. Dies resultiert vor allem aus der Sparte Elektrizität. Zum einen war die Stromproduktion witterungsbedingt höher und zum anderen produzierten die im Jahr 2014 erworbenen ausländischen Wind- und Solarkraftwerke erstmals für ein ganzes Geschäftsjahr neuen erneuerbaren Strom. Weiter erzielte IWB im Energiehandel ein gutes Ergebnis. Auch leicht höhere, an die Kunden weiterverrechnete vorgelagerte Netzkosten und Abgaben trugen zum höheren Ertrag bei. In der Sparte Gas gab IWB die besseren Bezugskonditionen für Erdgas an die Kunden weiter. Auch Fernwärmekunden profitierten dank einer Tarifsenkung von den tieferen Energiekosten. Beides schlägt stärker zu Buche als der Mehrabsatz wegen des kälteren Winters. Die Erträge der übrigen Sparten bewegen sich im Bereich der Vorjahreswerte.
Betriebsaufwand und Abschreibungen
Die Beschaffungskosten für Elektrizität und Gas verringerten sich wegen der weiterhin sinkenden Preise an den Energiemärkten und des anhaltend tiefen Euro-Wechselkurses. Im Rahmen der Überprüfung der Werthaltigkeit der eigenen Produktionsanlagen, Beteiligungen und der damit verbundenen Energie­bezugsverträge erhöhte IWB die Rückstellung für belastende Energiebezugsverträge. Der Personalaufwand stieg insbesondere aufgrund des höheren durchschnittlichen Personalbestandes um 1.6 Millionen Franken. Die Abschreibungen reduzierten sich währungsbedingt leicht um 1.9 Millionen Franken auf 91.5 Millionen Franken.
Betriebsergebnis
Trotz des stabilen operativen Ergebnisses liegt das Betriebsergebnis (EBIT) vor allem wegen der Rückstellung für belastende Energie­bezugsverträge mit 34.5 Millionen Franken um 38 Prozent tiefer als im Vorjahr.

Sparteninformationen

Elektrizität
Der Verkauf von Strom an Endkunden sank um 2.1 Prozent auf 1285 Gigawattstunden (GWh). Dies ist auf den Wechsel von Grosskunden zu anderen Anbietern und auf den sinkenden Stromverbrauch sowie Standortverlagerungen der Industrie zurückzu­führen. Trotz der sinkenden Mengen stieg der Umsatz aufgrund höherer vorgelagerter Netzkosten und Abgaben. 738 GWh Strom, die IWB nicht zur Versorgung ihrer Kunden benötigte, konnte IWB an den Strombörsen verkaufen (+ 17 Prozent). Das tiefe Preis­niveau am Strommarkt dämpfte die Auswirkung der höheren Handelsvolumina allerdings spürbar. Mit dem Verkauf von Systemdienstleistungen erzielte IWB jedoch zusätzlichen Umsatz.

Die Produktionsmenge an neuen erneuerbaren Energien stieg um 25 Prozent von 431 GWh auf 536 GWh. Die Betriebsleistung der Sparte Elektrizität war mit 314 Millionen Franken um knapp 25 Millionen höher als im Vorjahr. 2015 investierte IWB 38 Millionen Franken in die Stromnetze (Vorjahr: 32 Millionen Franken).
Wärme
Der Gasabsatz lag trotz kühlerer Witterung mit 2837 GWh 1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dies liegt hauptsächlich am intensiven Wettbewerb im Grosskundensegment und an der Weitergabe der günstigeren Bezugskonditionen von Gas an die Kunden. Dementsprechend sank auch die Betriebsleistung um 12 Millionen Franken auf 196 Millionen Franken. Bei der Fernwärme nahm der Absatz um 5 Prozent zu. Dank tieferen Beschaffungskosten konnte IWB auch die Tarife für die Fernwärmekunden senken. In der Folge sank die Betriebsleistung um 3 Millionen auf 79 Millionen Franken. 2015 investierte IWB 17 Millionen Franken in die Verteilung von Fernwärme. Die Zunahme von 4 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere auf die Neuerschliessung des Kantonsspitals Bruderholz und des Grosspeter-Areals zurückzuführen. In den Ersatz von Produktionsanlagen von Wärme investierte IWB knapp 4 Millionen Franken.
Reststoffverwertung
237 820 Tonnen Kehricht wurden 2015 in die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) geliefert. Das sind 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Betriebsleistung betrug 40 Millionen Franken (+ 4 Prozent). Für den Ersatz und die Anschaffung von Anlagen­teilen in der KVA investierte IWB 2 Millionen Franken.
Energielösungen
Der Energieabsatz aus dem Betrieb von Contracting-Anlagen erreichte mit 187 GWh 8 Prozent mehr als 2014. Gleichzeitig wurden zum Betrieb der Contracting-Anlagen mehr Dienstleistungen nachgefragt. In der Summe resultierte mit 27 Millionen Franken eine um 4 Prozent höhere Betriebsleistung.
Trinkwasser
Im überdurchschnittlich warmen Sommer 2015 speiste IWB 29.2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser ins Netz ein. Das sind 3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Betriebsleistung nahm um 3 Prozent zu und erreichte 44 Millionen Franken. Ins Wassernetz investierte IWB 21 Millionen Franken und in die Wasserproduktion 3.5 Millionen Franken. Insgesamt investierte IWB 3.6 Millionen Franken mehr in die Trinkwasserproduktion als 2014.
Telekom
Die Betriebsleistung in der Sparte Telekom betrug 14 Millionen Franken. Tiefere Umsätze bei den Telekommunikationsnetzen sowie neue Verträge mit attraktiven Konditionen für die Datacenter-Kunden reduzierten die Betriebsleistung leicht. Der Umsatz aus dem Verkauf von Nutzungsrechten und aus der Vermietung der Glasfasern an Telekommu­nikationsanbieter konnte leicht gesteigert werden.