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Frequenzabhängiger Lastabwurf

Ist Ihr Rechenzentrum vorbereitet?

Eine der Netzersatzanlagen des IWB'Datacenters
Eine der Netzersatzanlagen des IWB'Datacenters
Die Schweiz ist Teil des europäischen Höchstspannungsnetzes und damit auch der Union for the Coordination oft he Transmission of Electricity (UCTE). Diese hat ein mehrstufiges Massnahmenpaket für den Erhalt der Stabilität im Transeuropäischen Stromnetz definiert, mit dem Ziel, überregionale oder gar länderübergreifende Stromausfälle zu verhindern. Als letzter Rettungsanker in diesem Paket wird das Höchstspannungsnetz europaweit gezielt entlastet: der frequenzabhängige Lastabwurf. Rechenzentren ohne entsprechende Ausrüstungen wie USV-Anlagen und Netzersatzanlagen stehen in einer solchen Situation ohne Stromversorgung da.

Durch externe Einflüsse, z.B. Leitungsschäden, Produktionsschwankungen oder stark erhöhter Strombedarf sowie parallele Ausfälle von Grosskraftwerken kann nicht mehr genug Strom produziert werden. Die Netz wird instabil- es kann zu Frequenzschwankungen kommen. Jeder Übertragungsnetzbetreiber im In- und Ausland ist verpflichtet, solche Schwankungen in seinem Höchstspannungsnetz mit vorbereiteten Massnahmen aufzufangen. Sinkt die Frequenz unter 50 Hertz, werden zuerst Leistungsreserven aktiviert. Innert Minuten können Reserve-Kraftwerke Strom produzieren und so das Netz stützen. Nützen diese und weitere definierten solche Massnahmen greift der so genannte Lastabwurf.

Automatische Stromabschaltung

Dabei wird das Höchstspannungsnetz europaweit gezielt entlastet. Jeder Netzbetreiber muss in 0,3-Hertz-Schritten jeweils 10 bis 15 % des Strombedarfs abschalten. Da die Reaktionszeit sehr kurz sein muss, erfolgt die Abschaltung automatisch.

Die IWB haben ihr Versorgungsgebiet dazu in unabhängige Gebiete unterteilt und diese in sieben Gruppen zusammengefasst. Maximal sind vier Gruppen pro Jahr abgestuft in den Lastabwurf integriert, drei Gruppen sind ausgenommen. Die Rangfolge unter den Gruppen wechselt jährlich.

Damit ist die Wahrscheinlichkeit, von einem solchen Versorgungsausfall betroffen zu sein, für alle Stromkonsumenten gleich gross. Durch den Einsatz dieser "Notbremse" wird die ursprüngliche Netzfrequenz von 50 Hertz wieder hergestellt und die abgeschalteten Kunden können innerhalb von Minuten oder Stunden wieder mit Strom versorgt werden.

Der frequenzabhängige Lastabwurf schützt das Stromnetz als Ganzes und verhindert so überregionale oder gar länderübergreifende Stromausfälle. Denn bei einem länderübergreifenden Stromausfall müsste mit einer Wiederaufbauzeit des Netzes von bis zu mehreren Tagen gerechnet werden. So soll ein Stromausfall wie beispielsweise 2008 in den USA verhindert werden, von dem vier Bundesstaaten betroffen waren und der über eine Millionen Menschen teilweise mehrere Tage von der Stromversorgung trennte.

Bauarbeiten: häufigste Ursachen für kurzzeitige Stromunterbrüche

Zu lokalen, unvorhergesehenen Stromunterbrüchen kann es jederzeit durch Unwetter, technische Defekte oder Bauarbeiten kommen. Wer auf eine ununterbrochene Stromversorgung angewiesen ist (z.B. Spitäler, Rechenzentren) muss darum individuell geeignete Vorkehrungen treffen, beispielsweise Notstromgeneratoren oder USV-Anlagen für die wichtigsten Geräte. Da der Betrieb und Unterhalt dieser Anlage Fachleute voraussetzt und damit für die einzelnen Firmen hohe Kosten verursacht, lohnt sich die Verlagerung des IT-Equipment in ein öffentliches Rechenzentrum, wie das IWB'Datacenter.

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