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IWB Telekom - wohin geht die Reise?

Herr Baumstark, Herr Wongel. Die IWB Telekom hat eine sehr dynamische Entwicklung hinter sich. Wo stehen Sie für Ihre Kunden heute?

Torsten Wongel: Nach über 10 Jahren stetigem Wachstum können wir heute sehr hochstehende Dienste auf Netzebene und auf Infrastrukturebene, also dem Datacenter anbieten. Wir haben zahlreiche nationale und internationale Kunden gewonnen - zumeist sind dies Gross- und Grösstkunden aus allen Branchen, die vor allem Qualität und Kundennähe unserer Angebote hier in Basel schätzen.

Peter Baumstark: Mit dem Aufbau des flächendeckenden Glasfasernetzes in Basel stehen wir allerdings vor einem Umbruch. Mit dieser neuen Infrastruktur, die jedes Gebäude in Basel erreicht, können wir unser Kundenportfolio entlang der Wertschöpfungskette weiterentwickeln, zum Beispiel in das KMU-Segment.

Der Aufbau des Glasfasernetzes ist das bisher grösste Projekt der IWB Telekom. Sie kooperieren dabei mit der Swisscom - was nehmen Sie aus dieser Zusammenarbeit mit?

PB: Die Zusammenarbeit mit der Swisscom war eine ganz bewusste Entscheidung von Kanton und IWB. Zum einen ging es um enorme Investitionen, die einer alleine nicht tragen konnte, zum anderen haben wir Synergien mit einem kompetenten Partner gesucht, um dieses Projekt stemmen zu können. Heute können wir sagen: diese intensive Zusammenarbeit ist mit Sicherheit ein Erfolgsmodell und hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir das Netz zu minimalen Kosten bauen und betreiben können.

Wer wird von dieser neuen Infrastruktur besonders profitieren können?
TW: Das Netz wird flächendeckend gebaut und es wird diskriminierungsfrei angeboten, das heisst es wird allen Telekom-Serviceprovidern zugänglich gemacht. Beides führt dazu, dass neben Grosskunden auch KMU und Privathaushalte in den Genuss davon kommen werden. Ich denke, Modelle wie das Basler Glasfasernetz stellen den Anfang einer Entwicklung dar, die die Telekommunikation in den nächsten Jahren für alle angesprochenen Gruppen stark verändern wird.

PB: Natürlich profitieren wir als IWB Telekom auch von dem Netz, denn es ist eine klare Stärkung unseres Kerngeschäfts. Wir sind ein Infrastrukturanbieter und stehen nicht in Konkurrenz mit Telekomprovidern, darum funktioniert auch diese Zusammenarbeit sehr gut. Die Nachfrage seitens der Provider ist gross und hat uns fast überrollt! Es liegt ja auf der Hand - der Zugang zu Endkunden mit hohen Bandbreiten über die Glasfaser ist sicher der Markt der nächsten Jahre. Das haben auch unsere Partner erkannt.

TW: Und diese Partner entwickeln jetzt Produkte, die diese Bandbreite auch voll nutzen. Basel darf deshalb sehr gespannt sein auf die nächste Generation von Telekom-Diensten!

Schauen wir auf die Zeit nach diesem Projekt - wird die IWB Telekom davon profitieren, als Geschäftsbereich in die IWB - den Energiedienstleister - integriert zu sein? Oder umgekehrt?
PB: Die Konvergenz zwischen Energie und Telekommunikation ist ein wichtiges Thema. Besonders seitdem die Energiewende beschlossene Sache ist. Die Einsparung und der intelligente Einsatz von Energie sind jetzt zentrale Elemente der Energiepolitik und dabei spielt das Übertragen und Bereitstellen von Informationen eine wichtige Rolle. IWB und IWB Telekom haben topmoderne Energie- und Datennetze und deshalb auch gemeinsame Visionen für die Energiezukunft. Ich denke, wir werden sicher unseren Teil zur Steigerung der Energieffizienz beitragen können.

TW: Unsere Strategie "intelligent vernetzen" zielt ja auch in diese Richtung, selbst wenn es heute noch keine konkreten Angebote oder Produkte gibt. Aber alles was wir jetzt aufbauen, wie z.B. das Glasfasernetz, ist eine wichtige Grundlage für die künftigen Entwicklungen - auch in diesem Zusammenspiel von Energie und Telekommunikation.

Vor diesem Hintergrund - was denken Sie, wo die IWB Telekom in 5 Jahren steht?

TW: Wir werden sicher unseren Wurzeln treu bleiben und uns weiterhin als Infrastrukturanbieter profilieren, verstärkt im KMU-Segment und vermutlich näher am Bereich Energie, in dem die Telekommunikation in Zukunft entscheidend mitwirken wird.

PB: Im Sinne von intelligent vernetzen könnten wir künftig auch für den Kanton eine wichtigere Rolle spielen. Basel-Stadt wird in diesem Jahr das Hauptrechenzentrum der Zentralen Informatikdienste in das IWB'Datacenter verlegen.

Also eher keine IWB Telekom SIM-Karte für's Mobiltelefon?

PB: Nein, wohl kaum. Wir sind ein regionales Unternehmen und hier spielen wir auch unsere Stärken aus. Mit Netzen, Infrastruktur und Dienstleistungen für die Region, mit einem starken Bezug zu Energie und dank der Gesamtstrategie der IWB natürlich auch zur Ökologie. Eines ist sicher: die Netze, die jetzt gebaut werden sind die Basis für die grosse Reise auf die sich die IWB Telekom begibt.

Dann treffen wir uns am nächsten Etappenziel wieder!
Vielen Dank für das Gespräch.